BÜCHERBÖRSE

Funeral for a Festival

  • geschrieben von Philipp Pinterits
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the blackout C theblackout.netAm 11. Mai machte das „Give It A Name“-Festival zum letzten Mal in der Arena Wien Station. Unter dem Titel „Give It A Name – The Last Call“ fand das Pop-Punk/Post-Hardcore-Festival in seiner vierten Ausgabe in Wien statt. 

Das Line-Up: The Blackout (UK), We Are The Ocean (UK), Set Your Goals (US), From Dawn To Fall (AUT) und Funeral For A Friend (UK).

Very British 

 

Als erste Band betrat „The Blackout“ aus Wales die Bühne der (sehr schwach gefüllten und vielerorts aufgrund der niedrigen Zuschauerzahlen gesperrten) großen Halle der Arena Wien. Und die Briten legten sofort fulminant los: Lead-Sänger Sean Smith mischte sich unter die Besucher und performte von dort aus – singend, springend und tanzend – den Großteil seines Sets. Auch wenn „The Blackout“ zu Beginn einen – für einen Opening-Act - sehr exzentrischen (und teils unsympathischen) Eindruck auf so manchen Zuseher machten, kam ihre Musik selbst sehr gut beim Publikum an und war für viele sogar die „positive Überraschung“ des Abends.

Nach einer 20-minütigen Umbaupause standen die nächsten Künstler auf dem Programm: „We Are The Ocean“ aus London. Die Engländer sorgten (mit einem langwierigen Gebrechen an der Snare-Drum und der ersten Ballade des Abends) für ein abwechslungsreiches Set und boten eine sehr kraftvolle Performance. Der Konzertsaal fing zu dieser Zeit an, sich langsam zu füllen.

 

Stimmungsschwankungen

 

Auf die sehr Indie-Rock-affinen Klänge von „We Are The Ocean“ folgte mit „Set Your Goals“ die erste Pop-Punk-Band des Abends. Das Sextett aus der San Francisco Bay Area brachte während seines 45-minütigen Sets die Stimmung an diesem Abend auf ihren Höhepunkt. Schließlich waren „Set Your Goals“ mit ihrem kalifornischen „Surfpunk“ eine der poppigsten und melodisch-klingendsten Bands des ganzen Festivals.

 

We Are The Ocean - Run Away:

http://www.youtube.com/watch?v=WEAOQ5z-SkA

 

Das Stimmungshoch musste um 21:20 Uhr einer weiteren tristen Umbaupause weichen. Während der Unterbrechungen waren nämlich phasenweise nur bis zu fünfzig Besucher im Saal. Die nächste Band auf dem Running Order, „From Dawn To Fall“ aus Perchtoldsdorf, hatte diesmal keine Scheu davor, den Soundcheck selbst und ohne Hilfe ihrer Crew zu machen. Trotz ihres temporeichen und dynamischen Openers „Rising“ zeigte sich das junge Publikum von dem Beginn ihres Sets sehr unbeeindruckt. Jedoch wurden „From Dawn To Fall“ mit Fortdauer ihres 50-minütigen Konzertes immer besser.

 

Auflösungserscheinungen

 

Um 22.55 Uhr stand das große Finale auf dem Programm: „Funeral For A Friend“ aus Bridgend, Wales durften das „Give It A Name-Festival“ 2011 abschließen.

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Zu diesem Zeitpunkt machte das verbliebene Publikum noch einen aufmerksamen, aber doch schon sehr gelangweilten Eindruck. Trotz der zahlreichen Versuche von Sänger Matt Davies, die Besucher mit seinen überraschend guten Deutschkenntnissen bei Laune zu halten, waren viele Zuseher von der Performance der Waliser enttäuscht. Dabei hatte sich das zahlende Publikum im Vorfeld auf keine Band mehr gefreut.

 

Funeral For a Friend - Broken Foundation:

http://www.youtube.com/watch?v=bKkzYYPYaHs

 

Alles in allem fanden es manche Besucher trotz der ernüchternden Besucherzahlen und des schwachen Line-Ups (oder vielleicht gerade deswegen) sehr schade, dass die österreichische Ausgabe des „Give It A Name- Festivals“ an diesem Abend zu Grabe getragen wurde. Immerhin fanden in diesem Rahmen im Jahr zuvor mit „Sum 41“ und „AFI“ zwei namhafte Künstler ihrer Genres den Weg in die Open Air Arena.

 

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