BÜCHERBÖRSE

Soll ich dir rein spucken damit es voll wird?

Ein halbvolles Bier ist ärgerlich. Unfreundlichkeit noch viel mehr! (c) ddb and kdw/flickr.com
Ein halbvolles Bier ist ärgerlich. Unfreundlichkeit noch viel mehr!

Über die Wiener Gastfreundlichkeit gibt es genug Geschichten. Einige dieser Geschichten sind durchaus amüsant, bei anderen kann man einfach nur den Kopf schütteln. Wie auch bei der folgenden. Ein Leser hat uns seine Erlebnisse vom Wochenende geschildert.

Leserbrief

Ein Abend in einem Wiener Lokal: ausgelassene Stimmung im Lokal und die Bedienung braucht trotz weniger Bestellungen wie üblich lange. Eine Wartezeit von 5 Minuten für ein bestelltes großes und kleines Bier liegt wohl an der Zapftechnik: fleißig wird die Bierflüßigkeit zwischen zwei Gläsern hin und her jongliert um den Schaum zu verringern. Nachdem das Bier am Tisch steht fällt auf, dass trotz langem Bemühen die Gläser nicht voll sind. So beschließt der Trinker des kleinen Biers, noch gut gelaunt, die Kellnerin freundlich darauf hinzuweisen. Ihre Antwort: „Soll ich da rein spucken damit's voll wird?“ Perplex von dieser frechen Antwort wird am Tisch beraten wie man reagieren soll. Mit einer anderen Kellnerin reden?! Nach einer versuchten Klarstellung mit der Kellnerin kommt ohne jegliche Spur von Entschuldigung oder Reue dieselbe Antwort immer wieder: „Ich hab doch nur gesagt soll ich da rein spucken damit's voll wird?'“ Die Versuche ihr zu erklären, dass dies keine höfliche Antwort auf die Bitte sei, wurde mit noch mehr Unhöflichkeiten beantwortet; sie knallt einen Fünfer auf den Tisch, dreht sich um und geht. Nach diesem Vorfall schien sie den Tränen nahe und öffnete ihr Herz dem älteren Kellner. Dieser war sehr verständnisvoll und kam an unseren Tisch mit den Worten: „Ich hoffe ihr kommt's nicht mehr her“. Ungläubige Blicke von uns und Unverständnis lösen eine neue Diskussion aus, die nicht mehr Licht in die Angelegenheit bringt. Es kam die Sprache auf den anscheinend kaputten Zapfhahn (das hatten wir angenommen, da das Bier zapfen ziemlich schwierig erschien): „Mit dem Zapfhahn ist alles in Ordnung“. Auf die Frage warum dann das Bier nicht voll sei und ob das ihre Geschäftsphilosophie sei, kam die Antwort: „Wir schenken aus, wie wir wollen.“ Diese Antwort löst noch mehr Verwirrung aus - bedeutet das, dass jedes Lokal ein 0,3l Bier mit einer beliebigen Menge Bier füllen darf?! Doch jetzt zum Thema Unfreundlichkeit - sollte der Kunde nicht egal welchen (anständigen)Wunsch er hegt, freundlich behandelt werden damit man gerne wiederkommt? Nein, hier nicht! „Personal ist uns wichtiger als Kunden, wir haben genug Kunden seit 16 Jahren - ist uns egal ob ihr wiederkommt“. Aha. Der Kunde ist König? Hier wohl nicht. Doch um dem Ganzen noch eins drauf zu setzen kommt die Kellnerin erneut an den Tisch mit der Aufforderungen wir sollen doch jetzt gehen. Auf die Frage warum sie sich nicht einfach entschuldigt, wenn sie einen schlechten Tag hat, meint sie nur: „Wofür soll ich mich entschuldigen? Mir tut's ja nicht leid“. Zum krönenden Abschluss kam auf die Frage, wie man mit Kunden so reden kann: „Geh doch heim und stirb allein“ So eine bodenlose Frechheit ist uns in einem Lokal noch nie passiert. Fassungslos verlassen wir das Lokal.

 

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