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Studentenheim, WG oder Hotel Mama? Die Wohnsituation der Studierenden in Österreich

Endlich die Schlüssel für die eigene Wohnung zu bekommen, ist die größte Belohnung für alle Strapazen. (c) Christian Schnettelker
Endlich die Schlüssel für die eigene Wohnung zu bekommen, ist die größte Belohnung für alle Strapazen.

Studentenheim, Wohngemeinschaft oder doch lieber Hotel Mama? Vielfach entscheidet der Blick in die Geldbörse, wo man die Studienzeit verbringt. Hier ein Überblick über die Möglichkeiten Studierender.

Mit der Matura ist zwar der erste Schritt zum Studentenleben gemacht, doch damit das eigene Leben beginnen kann, gehören Studienplatz und Unterkunft dazu. Wer weder Medizin, Psychologie noch Publizistik studieren will, hat mit Ersterem kein Problem. Die richtige, idealerweise kostengünstige Bleibe zu finden, steht dennoch jedem bevor. „Seit einigen Jahren macht sich ein starker Trend von Elternhaushalt in Richtung Partnerhaushalt bemerkbar. So wohnen laut der im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Kultur und Wissenschaft durchgeführten Studierenden-Sozialerhebung 2011, bereits 28 Prozent aller Studierenden mit dem Partner zusammen. Das sind 5 Prozent mehr als in der letzten Erhebung vom 1999“, so die BAR Expertin für Immobilien und Büros in Wien, Frau Claudia Pichler. Auf dem Immobilienmarkt für Studierende in Wien und ganz Österreich herrscht aber vor allem Knappheit an günstigen Unterkünften, so Pichler. Nur jeder zehnte Studierende wohnt in einem Studentenheim, und die Wartelisten für ein solches Zimmer werden immer länger. 

Eigene vier Wände

Wer sich eine Wohnung mieten möchte, sollte sich ganz genau informieren. Bei www.immopreise.at beispielsweise findet man jene Regionen, in denen die Quadratmeterpreise momentan am niedrigsten sind. In Wien ist das beispielsweise der 21. Bezirk mit 7,51 Euro. Am günstigsten unter den Universitätsstädten ist Sankt Pölten, wo für Studierende an der dortigen Fachhochschule der durchschnittliche Quadratmeterpreis bei 6,10 Euro liegt. Soll es eine Universität sein, empfiehlt sich Klagenfurt mit 6,75 Euro. Will man sich eine Wohnung für eine WG teilen, wird man unter www.wg-klick.at oder www.easywg.at fündig.

Sozial wohnen

Eine originelle WG-Idee setzt die VinziRast in Wien um. Das Projekt VinziRast-mittendrin wird gemeinsam mit Studierenden der Universitäten in Wien umgesetzt. Erstmals leben junge Menschen mit obdachlosen Menschen, arbeiten zusammen und lernen voneinander. Wer seinem Studentendasein einen Sinn geben möchte, ist hier richtig; wer seinen Geldbeutel schonen möchte, weniger. Die Miete für ein elf bis 16 Quadratmeter großes Zimmer kostet zwischen 310 und 350 Euro.

Zimmer und Gar­çon­ni­èren

Auch die Österreichische Studentenförderungsstiftung bietet Plätze in Wohnungen an, vor allem aber betreibt die Institution Studentenheime. Den niedrigsten Preis dafür zahlen Studierende im Grazer Heim an der Leechstraße: 224 Euro im Doppelzimmer. Auch die Wirtschaftshilfe der Arbeiterstudenten Österreichs Wihast hat günstige Wohnplätze im Programm, sogar in Wien. Der Haken: Um 215 Euro können im Heim an der Hainburgerstraße nur Studentinnen schlafen. Das günstigste Zimmer für junge Männer (und Frauen) kostet als Gar­çon­ni­ère für Zwei in der Tendlergasse, 300 Meter von der Medizinischen Universität entfernt, 224 Euro.

All-in-One

Im Oktober 2013 startete das Projekt milestone. 429 Studierende aus mehr als 40 Ländern wohnen nun an der Nordportalstraße im zweiten Wiener Gemeindebezirk. Das Besondere ist, dass man sich hier über Rundum-Betreuung freuen kann - inklusive Dachterrasse mit angrenzendem Partyraum, Fitnessraum, Study Rooms und der Washing Lounge. Auf den ersten Blick scheinen die monatlichen 550 Euro recht teuer; sie beinhalten aber sowohl Möbel wie Betriebskosten, Apartmentreinigung und TV- sowie Internetanschluss. Gleichzeitig kann man den 120 Quadratmeter großen Fitnessbereich nutzen und verfügt werktags über eine Rezeption samt Concierge.

Freuen auf 2015

Ein neues Projekt, das günstiges Wohnen für Studierende gewährleisten soll, ist gerade auf die Beine gestellt worden. Auf Grundstücken im Nahbereich der Stadt, die allerdings erst in frühestens fünf Jahren bebaut werden, sollen kostengünstige, temporäre, ökologische Wohnangebote errichten werden. Pro Wohneinheit sind nicht mehr als rund 300 Euro pro Monat veranschlagt. Das Arbeitsmotto: "Studentenwohnheim auf Zeit". Im Zuge dessen entsteht in der Seestadt Aspern bis zu Beginn des Wintersemesters 2015/2016 ein Wohnheim für über 300 StudentInnen. Die Ökologie steht dabei im Vordergrund, denn das von der Stadt Wien geförderte Heim wird im Passivhausstandard errichtet. Neu dabei: Erstmals kooperieren drei große Heimträgerorganisationen beim wirtschaftlichen  Betrieb: die WBV-GPA, die Österreichische Jungarbeiterbewegung sowie die Österreichischer Austauschdienst-Wohnraumverwaltung. Das GreenHouse soll ein Ort der Begegnung junger Menschen sein, die aus unterschiedlichen Ländern und Lebenssituationen kommen. 220 Wohnplätze werden als Einzelzimmer, der Rest in Doppelzimmer-Dubletten und als Einzelzimmer in Drei- und Vier-Personen-Wohngemeinschaften ausgestattet, zum Teil stockwerksübergreifend - ein Wohnformen-Mix, der ebenfalls unterschiedliche Zielgruppen ansprechen wird.

 

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