BÜCHERBÖRSE

1, 2, 3 UNI! Lauf!!

  • geschrieben von Özlem Buran
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50-51 c Paul-Georg Meister berlebenstipps 2Am Anfang stand der Umzug. Neue Stadt, neue Leute, neue Sorgen: Die erste Woche Uni ist für keinen einfach. „Alles wird gut“ stimmt nicht immer. Mit unseren Tipps kommt ihr aber ein kleines Stück weiter.

 

 

 

 

Hey Momo,

 

was ist denn los? Mama sagt du schiebst Panik, weil du keinen kennst? Erste Uniwoche halt. Newbies gehen in der Masse von Anfängern und hängengebliebenen Langzeitstudenten unter. Weißt du noch, wie ich dir von all den Freaks auf der Einführungsveranstaltung erzählt habe? Geh hin und sieh selbst! Du triffst da viele Mitleidende, mit denen du dich über die peinliche Campusführung lustig machen und goody bags mit Gratisproben abstauben kannst. Außerdem bietet sie dir die Möglichkeit, ohne schlechtes Gewissen in der ersten Woche bis früh morgens zu trinken und beweist, dass Mensafraß auch verkatert nach nichts schmeckt!

 

Hast du schon an deinen Stundenplan gedacht? Hab dir ja letztens erklärt, dass du für ihn verantwortlich bist. Check rechtzeitig das Vorlesungsverzeichnis ab und halt dich an die Anmeldefristen! Bei Problemen lieber die HiWis fragen, als die zu unrecht angepriesenen und überfüllten Servicestellen der Uni aufzusuchen! Die meist langhaarigen, vollbärtigen Teilzeitgammler aus höheren Semestern halten sich zwar nicht so pflichtbewusst an ihre Sprechzeiten, doch erklären sie alles freundlicher. Zudem kennen sie die Profs und können Tipps zur Fächerwahl geben.
 

50-51 c Christian Seidel berlebenstipps 4


Übrigens würde ich gern dein Gesicht sehen, wenn du Bekanntschaft machst mit der akademischen Viertelstunde. Du urdeutscher, urpünktlicher Dreckskerl,  wirst klarkommen müssen, dass Dozenten es nicht so mit Terminen haben. Vorlesungen fangen gern mal 20 Minuten später an und enden dann ungern pünktlich. Nimm also genug Spaßkram mit, um die Wartezeiten zu verkürzen, oder die Buchtipps der Dozenten, die sich wie Dauerwerbespots hinziehen, zu übertönen. Dein Zeitgefühl dürfte dir bei der Prüfungsvorbereitung eher nützlich sein. Wie in Schulzeiten denkt man jedes Semester „Jetzt wird es anders; Ich lerne von Anfang an; schreibe und ordne Notizen; blabla-blabla“. Du wirst es eh nicht tun. Keiner wird das! Ein schwesterlicher Rat: Warte nicht bis zur Prüfungswoche damit! Deine Zettel werden schlampig notiert, unvollständig und unlesbar sein. Angebracht sind zwei Wochen vor den Prüfungen für all jene, die schon so viele hinter sich haben, dass sie die Fragenkataloge der letzten fünf Jahre auswendig können und wissen, wie man sich Plätze in der Bibliothek sichert. Alle anderen können noch drei Wochen früher loslegen.

 

Apropos Bibliotheken. Sie sind noch immer sterbenslangweilige Orte. In den Wochen vor den Prüfungen aber verwandeln sie sich in Hochburgen der Studentensociety. Da heißt es dann hingehen, sehen und gesehen werden. Vor allem aber Platz sichern! Neben Einführungsveranstaltungen bieten sie Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen. Gestresste Seelen sind so verzweifelt auf der Suche nach einem bestimmten Buch, dass du mit einer geschickten Heldentat eine sichere Nummer am Abend hast. Abschleppbörse Nummer eins also. Um das sicherzustellen, opfere einen Nachmittag und mach eine Bibliothekstour, bei der erklärt wird, wie Verzeichnisse und Kellermagazine funktionieren.

 

Da dein letzter Besuch auch ein voller Erfolg bei den Studentinnen war, bin ich für den Rest auch ganz zuversichtlich.

 

xoxo ötzi

 

PS: In Wien muss man zum Semesteranfang immer früh genug am Hörsaal sein, wenn man auf den Luxus eines Sitzplatzes besteht. Nach spätestens drei Wochen schlägt erst das Stundentensyndrom um sich und macht Platz für die Streber.  

 

 

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