BÜCHERBÖRSE

Graffiti: Kunst oder Sachbeschädigung?

Graffitikunst am Wiener Donaukanal (c) grahamc99/flickr.com
Graffitikunst am Wiener Donaukanal

Bei kaum einer anderen Kunstform spalten sich die Geister so wie bei Graffiti. Für die einen ist es Street- oder Urbanart und für andere einfach nur Schmiererei. Doch wie bei so vielen anderen Kunstrichtungen gibt es auch unterschiedliche Betrachtungsweisen.

Die einfachste Form des Graffito ist es einfach seinen Namen zu schreiben. Das berühmteste Beispiel dafür ist wohl der Schweizer "Puber", der auf keiner Hauswand Wiens fehlt. Der Sprayer sieht die Motive für seine "Werke" in den Anfängen der Graffitikunst, als es einfach nur darum ging seinen Namen an möglichst viele Wände zu schreiben. Ob das jetzt auch zur Kunst zählt oder eher lästiges Gekritzel ist, bleibt jedem selbst überlassen.

Aufgrund von Sprayern wie Puber werden Graffiti meist in Zusammenhang mit Revierverteidigung oder simpler Schmiererei gebracht. Dennoch ist das nur ein Bruchteil dieser facettenreichen Kunst. Es liegt einfach in der Natur des Menschen seinen Teil zur Unsterblichkeit beizutragen, sei es auf einer Parkbank mit "Hansi war hier" oder eben seinen Namen so groß wie möglich an die nächste Hauswand zu sprayen. Angeblich wurde der Schweizer jetzt von der Polizei gefasst und wer weiß, vielleicht hat es sich jetzt endgültig ausgepubert.

Tatsache ist, dass Graffitikunst mehr Aufwand ist als ein Laie vielleicht ahnt und deshalb zu Recht immer mehr Anerkennung in der Szene bekommt. Demnach sollte auch bei dieser Kunstform differenziert und nicht alles in einen Topf geworfen werden. Also macht die Augen auf und seid aufmerksam. Dann wird der Donaukanal schnell zum Freilichtmuseum für moderne Graffitikunst.

Julia Baedcker

Mag. Julia Baedcker 

Ressortleiterin Lifestyle | Redakteurin Musik, Events, Uninews

julia.baedcker@unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

 

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