BÜCHERBÖRSE

Dieses Semester wird alles anders...

Dieses Semester wird alles anders... (c) CC

Die Neujahrsvorsätze wurden längst über Bord geworfen. Jetzt beginnt das Wintersemester und wir alle starten ganz ambitioniert in die kommenden Monate. Und dieses Semester wird – wie immer – alles ganz anders laufen. Die To-Do-Liste an Vorsätzen ist lang, sehr lang.

Dieses Semester wollen wir wirklich alle Vorlesungen besuchen, in jeden Kurs gehen, auch wenn wir keine Lust haben. Und auch wirklich lernen, und nicht die Wohnung putzen. Und Sport machen und uns auch außerhalb der Uni engagieren. Es nützt aber nichts: Nur wer sich realistische Ziele setzt und den inneren Schweinehund überwindet, wird es auch wirklich schaffen.

Vorneweg: Ein guter Vorsatz ist natürlich etwas Gutes. Jemand steckt sich ein Ziel, um etwas besser zu machen. Wenn die Vorsätze allerdings allzu sehr von dem abweichen, was bisher gelebt wurde, sind sie nicht erreichbar. Wer im vergangenen Semester die Nacht zum Tag machte, sprich mehr in den Pubs und Clubs unterwegs war und es vorzog, Studienkollegen zu treffen statt auf die Uni zu gehen, wird es in diesem Semester viel schwieriger haben, das Mindestmaß an erforderlichen ECTS zusammen zu bekommen. Es braucht also eine eiserne Disziplin, um den guten Vorsatz länger als einige Wochen in die Tat umzusetzen. Partytiger sollten ein gutes Mittelmaß finden: Selbstverständlich solltet ihr nicht auf den guten alten Studentenalltag verzichten: Trefft Freunde, geht fort und lernt die Stadt kennen. Gleichzeitig besteht das Unileben nicht nur aus Bier und Party, sondern eben auch aus Unikursen, lernen und Prüfungen ablegen.

Die Klassiker an Vorsätzen

Heuer wirklich jede Vorlesung und Übung besuchen
Der Vorlesungsplan für das neue Semester ist ausgedruckt, sämtliche Kurse sind angemeldet. Und schon beginnt das neue Semester. Voller Elan starten die Studies in das neue Studienjahr. Und damit auch die allbekannten Vorsätze: "Ich werde heuer wirklich ALLE Vorlesungen besuchen!", "Alle ergänzenden Texte lesen" und überhaupt "Werde ich jede Vorlesung nachbereiten und Mitschriften machen". Seien wir uns ehrlich: Spätestens nach dem dritten Vorlesungstermin gibt es am Tag X Besseres zu tun und die Vorlesung wird einfach ausgelassen – bis zum letzten VO-Termin... der Prof könnte ja Prüfungsfragen verraten...

Nicht alles im letzten Moment erledigen
Ja. Wie jedes Semester. Haha. Setzt euch selbst unter Druck: Natürlich kommt ihr unter Stress, wenn ihr eure Seminararbeit eine Woche vor Abgabetermin zu schreiben beginnt. Hier hilft nur ein kluger Plan: Sammelt möglichst früh eure Literatur und schreibt euch die wichtigsten Notizen zusammen. Denn: Viele Bücher sind im Jänner vergriffen und was gibt es Ärgerliches, als die Nummer 45 auf der Warteliste eines Buches zu sein? Lest euch in den Weihnachtsferien ein und schreibt eure Arbeit im Jänner. Klingt easy, ist es auch – aber nur mit einem Plan. (Einen Lernplan haben wir für euch weiter unten zusammengestellt)

Mehr Sport machen
Nachdem euer Neujahrsvorsatz nach mehr körperlicher Betätigung ohnehin schon Mitte Jänner verworfen wurde, habt ihr mit dem Start ins neue Semester die nächste Möglichkeit. Die Ausrede "Jetzt ist es viel zu heiß zum Joggen!" zieht nicht mehr. Raus mit euch an die frische Luft. Und wenn ihr nicht laufen wollt, dann macht wenigstens einen Herbstspaziergang. Macht nicht nur euren Kopf frei, sondern tut auch eurem Körper gut.

Abschlussarbeit abgeben
"Heuer aber wirklich!" Seit vier Semestern das selbe. Ein Teil der Arbeit ist geschrieben. Letzte Änderung: 24. April 2015. So kann das nicht weitergehen. Zeitmanagement ist das Um und Auf. Wie immer: Setzt euch unter Druck, die Arbeit MUSS jetzt wirklich endlich fertig werden. Und wenn nichts hilft: Ein Tritt in den Hintern von Freunden und Familie bewirkt Wunder.

Horror-Prüfung endlich ablegen
In jedem Studium gibt es diese eine Prüfung, die viele Studierende zur Verzweiflung bringt. Es nützt aber nichts: Sie muss abgelegt werden. Wenn nicht in diesem Semester, dann im nächsten. Ihr dreht euch aber im Kreis: Vernachlässigt lieber euer Sozialleben und verzichtet auf Freizeitaktivitäten: Bekanntlich legt man im kalten Winter Prüfungen eher ab als im warmen Sommer – also: DO IT NOW!

Auslandssemester organisieren
Wem die eigene Studienstadt zu langweilig ist und wer ein neues Land kennenlernen, internationale Kontakte knüpfen und die Fremdsprachenkenntnisse perfektionieren will, der sollte ins Ausland gehen. Egal ob für Studienzwecke oder um ein paar Monate dort zu arbeiten. Was ihr aber auf jeden Fall beachten solltet: Die Organisation für einen Auslandsaufenthalt ist mit einem enormen Organisationsaufwand verbunden. Ihr solltet mindestens ein halbes Jahr Vorbereitungszeit einplanen. Die beste Zeit für ein Auslandssemester ist das 2. Studienjahr, da bereits erste Studienerfahrungen gesammelt sind und noch Zeit bis zu den Bachelor-Prüfungen bleibt. Selbstverständlich kann auch während des Master-Studiums ein Auslandssemester absolviert werden. Infos zu Erasmus findest Du hier.

Bevor mit der Planung begonnen wird, sollten folgende Fragen beantwortet werden:
o Welches Land kommt für ein Auslandssemester infrage?
o Beherrschst du die Landessprache? Wenn nicht, kannst du die Sprache vor Ort oder bereits vor dem Auslandssemester erlernen? In welcher Sprache erfolgt der Unterricht an der Gasthochschule?
o Welche Kurse bietet die Gastuni an? Können die absolvierten Kurse überhaupt angerechnet werden?
o Wie finanzierst du das Auslandssemester und mit welchen Kosten musst du rechnen?
o Welche Stipendien oder Fördermittel kommen infrage?

Job suchen
Wenn man davon ausgeht, dass jeder Studierende im Monat zwischen 600 und 1.000 Euro benötigt, um die Kosten für Wohnen, Lehrmaterial und Studentenleben zu finanzieren, stellt sich natürlich die Frage, wer das alles bezahlen soll. Immer mehr Studierende müssen sich ihr Studium im wahrsten Sinne des Wortes erarbeiten, das bestätigt eine Umfrage der ÖH und GPA-djp. 84 Prozent der Befragten gehen einer regelmäßigen Beschäftigung nach, rund die Hälfte ist auf Unterstützung der Eltern und rund 31 Prozent auf Beihilfen angewiesen. Laut der Studierenden-Sozialerhebung machen Geld der Eltern sowie ein studentischer Nebenjob die Haupteinnahmequellen von Studierenden aus.

Jetzt ist es also höchste Zeit, sich auf die Hinterbeine zu stellen, und zumindest einer Teilzeitbeschäftigung nachzugehen. Ein Studentenjob ist nicht nur für die Finanzierung des Studienalltags wichtig, sondern natürlich auch für deine berufliche Zukunft. Arbeitgeber bevorzugen bei der Bewerbung natürlich diejenigen, die während des Studiums Erfahrungen in einem Unternehmen gesammelt haben. Und natürlich kannst du wichtige Praxiserfahrungen sammeln und Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern knüpfen.

Das Um und Auf all deiner Vorsätze ist natürlich die Motivation. Eine ausführliche To-Do-Liste klingt auf dem Papier natürlich gut – aber Studien zeigen, dass spätestens nach einem Monat jeder Vierte bereits wieder aufgibt. Damit es erst gar nicht soweit kommt, sollten folgende Ziele gesteckt werden.

"Gut ist der Vorsatz, aber die Erfüllung ist schwer"

- Johann Wolfgang von Goethe

Fünf Regeln der Motivation

o Sich informieren
o Messbare Ziele setzen
o Die Pläne mit der Realität abgleichen
o Strategien gegen Hindernisse entwickeln
o Freunde, Partner und Familie ins Boot holen.

Ziele formulieren
Zunächst gilt es die Frage zu klären, ob das gesetzte Ziel das richtige ist. Formuliere das Ziel so, dass du alleine der Handelnde bist. Um wirklich etwas zu ändern, muss man es wirklich wollen und auch davon überzeugt sein. Dafür benötigt man kein spezielles Datum, man braucht aber Planungssicherheit. Wer sich Vorsätze setzt, sich aber keine Gedanken darüber macht, wie man diese Pläne auch in die Tat umsetzt, hat ein Problem. Sich zu sagen, man lernt mehr ist, einfach. Aber wie kann man den gut gemeinten Vorsatz auch in den Alltag integrieren? Hier kann eine strukturierte Vorgehensweise helfen. Wiederhole die vergangene Vorlesung ständig, lies dir deine Notizen immer und immer wieder durch. Fertige eine brauchbare Mitschrift an und lies dir Sekundärliteratur durch.

Zeitmanagement beim Lernen
Prüfungsangst, Stress oder einfach keine Lust zum Lernen. Wir kennen das. Doch es nützt nichts. Die Prüfung am Ende des Semesters muss abgelegt werden – und sie sollte natürlich positiv sein. Es gibt also zwei Möglichkeiten: Entweder ihr fangt fünf Tage vorher an zu lernen, lasst euer Sozialleben außen vor und strebert die ganze Nacht durch, oder aber ihr lernt mit System. Dazu braucht ihr aber mehr als fünf Tage. Am Ende seid ihr nicht nur besser vorbereitet, sondern habt auch noch Zeit, eure Freunde zu treffen. Kombiniert also das Nützliche mit dem Angenehmen.

Knapp zwei Monate vor der Prüfung
Sucht euch rechtzeitig vor dem Prüfungstermin die nötige Literatur zusammen. Wie bereits erwähnt, es gibt nichts Ärgerliches als vergriffene Bücher auf der Bib! Und ihr vermeidet unnötigen Stress durch Fernleihen, Kopierarbeiten oder kostspielige Beschaffung der Bücher kurz vor der Prüfung. Natürlich lohnt sich ein Blick in die Bücherbörse von UNIMAG – hier werden Bücher aus allen Bundesländern und zahlreichen Studienrichtungen zu fairen Preisen angeboten.

Sichtung der Prüfungsunterlagen
Hast du auch alle nötigen Unterlagen aus der Vorlesung oder dem Seminar zusammen? Ist dies nicht der Fall, können dir Studierende aus der VO oder dem Kurs aushelfen. Es schadet auch nicht, die eigenen Mitschriften mit denen von Studienkollegen zu vergleichen. Denn der Aufmerksamkeitspegel während einer VO ist seeeeehr unterschiedlich – mit einer schön gemalten Strichlandschaft in deinen Unterlagen kannst du keine Prüfung schaffen.

Lernplan erstellen
Rund sieben Wochen vor der Prüfung solltest du Lernziele, Aufgaben, benötigte Materialien und Terminziele in deinen Lernplan eintragen. Hilfreich ist es natürlich, wenn du dich an einen Wochenplan hältst. An den Tagen XX von 18 bis 21 Uhr wird gelernt, komme was wolle! Halte dich daran! In der Zeit der Prüfungsvorbereitung steht das Lernen im Vordergrund! Dennoch: Plane ausreichend Zeitpuffer ein, falls du das Tagespensum einmal nicht schaffen solltest. Es ist auch wichtig, Zeit für regelmäßige soziale Aktivitäten einzuplanen. Damit hast du im Alltag weiterhin etwas Abwechslung und kannst dich für das Gelernte belohnen.

Und jetzt: lernen!
Raff dich auf, bezwinge deinen inneren Schweinehund und beginne mit dem Lernen. Meist ist die Überwindung, mit dem Lernen anzufangen, viel schwieriger, als das Lernen selbst. Sämtliche störende Elemente musst du in der Lernzeit ausblenden. Schalte deinen Computer aus – ein schneller Blick auf eine tollpatschige Katze auf YouTube und es ist vorbei. Denn aus einem Video werden zehn und schon ist wieder eine Stunde vergeudet. Und auch die Wohnung muss nicht genau in der Zeit aufgeräumt werden, wo du eigentlich lernen solltest.

Ruhe bewahren
Knapp zwei Tage vor der Prüfung solltest du mit deinen Unterlagen fertig sein. Am Abend vor der Prüfung rührst du deine Mitschriften, Bücher oder was auch immer nicht mehr an. Entspanne dich, mach Sport und schau dir deine Lieblingsserie an. Am Tag X kann nichts mehr schief gehen!

 

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