BÜCHERBÖRSE

Zu viele Hochbegabte – IQ-Club Mensa muss Aufnahmerichtlinien ändern

Zu viele Hochbegabte – IQ-Club Mensa muss Aufnahmerichtlinien ändern (CC) www.pixabay.com

Laut Satzung werden in den Mensa-Club, dem Club der Hochintelligenten, jene aufgenommen, die einen höheren Intelligenzquotienten haben als 98 Prozent der Bevölkerung eines Landes – im deutschsprachigen Raum entspricht das üblicherweise einem IQ von 130. Eine Studie zwingt die Mensa, von 130 auf 180 zu gehen.

"Herkömmliche Intelligenztests sagen nichts über die Intelligenz meines Sohnes aus. Da er schlechte Noten bekommt und auch den Unterricht stört, muss er sich langweilen. Das kommt daher, weil er unterfordert ist. Daraus folgere ich, dass er hochbegabt ist", so Frau Larissa-Emanuela Heinzenbichler, Mutter des 15-jährigen Noel-Pierre. Die Lehrer an seiner Schule würden mit so viel Intelligenz einfach nicht klarkommen.

Seit rund 20 Jahren nimmt der Österreichische Lehrerbund eine Zunahme an gefühlter Intelligenz war. "Es ist erstaunlich", so Patrick Wolf, Vorsitzender des SLÖ, "früher waren die Störenfriede und jene mit einer schlechten Note oftmals dumm oder einfach lernunwillig. Heute ist das anders. Heutige Kinder und Jugendliche, die schlechte Noten schreiben, unflätig und respektlos sind und den Unterricht auch für die anderen Kinder stören, sind laut Angaben der Eltern extrem hochbegabt und würden das nur tun, weil sie der Stoff langweilt, weil sie bereits in der Volksschule einfachste quantenmechanische Gleichungen lösen können. Wenn wir dann aber den IQ der 'Hochbegabten' testen, erfahren wir wiederum von den Eltern, dass der niedrige IQ wieder nur Ausdruck der Langeweile sei."

Durch die offensichtliche Schwämme an hochbegabten Kindern musste nun der Intelligenz-Club Mensa seine Aufnahmerichtlinien verändern. "Wir wollen weiterhin, dass nur die Menschen aufgenommen werden, die intelligenter als 98 Prozent der Restbevölkerung sind. Da laut Angaben der Elternverbände mittlerweile 90 Prozent der Kinder einen gefühlten IQ über 130 haben, also genau auf oder über unserer Zugangsgrenze liegen, führen wir nun statt der 130 eine Grenze von 180 ein", so Tina Acham, Sprecherin von Mensa. Aber man freue sich darauf, viele neue Mitglieder aus den vermeintlich bildungsfernen Schichten begrüßen zu dürfen.

Zwar würden in Zukunft viele neue Mitglieder hinzukommen, allerdings werden auch viele aktuelle Mensa-Mitglieder ausgeschlossen werden müssen. „Rund 90 Prozent unserer Mitglieder haben einen durch einen normalen, genormten IQ-Test nachgewiesenen Quotienten zwischen 130 und 179. Diese werden wir nun als dumm stigmatisieren und aus unserem Verein ausschließen. In Zukunft werden wir bei Aufnahmen in unseren Club rein auf die durchdachten, unparteiischen und gefühlten Angaben der jeweiligen Eltern vertrauen – so wie diese es bei ihren Kindern machen, wenn sie von der Schule nach Hause kommen und sagen, der Lehrer würde sie persönlich nicht mögen und man habe doch nur aus Langweile zugehauen", so Acham.

Text: stefankoestlinger.wordpress.com

 

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