BÜCHERBÖRSE

Hindernis Wissenschaft: Initiative zur Verkürzung der Regelstudienzeit beim Bachelor

Hindernis Wissenschaft: Initiative zur Verkürzung der Regelstudienzeit beim Bachelor (c) Isolde W.

[SATIRE] 15 Jahre Bologna-Prozess und die Bilanz fällt aus wirtschaftlicher Sicht ernüchternd aus. 21 europäische Wirtschaftsverbände wandten sich daher in einem offenen Brief an die Regierungen. Ihre Forderung: deutliche Verkürzung der Regelstudienzeiten.

Zwar habe sich die ökonomische Verwertbarkeit der Absolventen geringfügig verbessert. Spürbare Restbestände von Urteilskraft verhinderten jedoch noch immer die Zielerreichung zahlreicher Unternehmen. „Selbst großzügige Angebote aus der Wirtschaft wie unbezahlte Praktika stoßen bei einer Minderheit noch immer auf Unmut“, lautete einer der Befunde des Schreibens. Zum Abbau wissenschaftlicher „Altlasten“ wurde ein Modell der Reduktion der Bachelor-Regelstudienzeit auf zunächst vier und später drei Semester vorgeschlagen. Lehrinhalte und Prüfungen sollen entsprechend verdichtet werden.

Zustimmung aus Regierung und Wissenschaft

Erste verlautbare Reaktionen der europäischen Regierungen fielen wohlwollend aus. Zu lange sei Marktkonformität zwar betont, jedoch nie durchdacht umgesetzt worden, hieß es aus dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Argumente für die Forderung finden die Verbände auch in der Wissenschaft. „Leistung ist Arbeit pro Zeiteinheit“, so der Physiker Gustav Panther (Universität Uppsala). „Das heißt, je kürzer die Studienzeit, desto größer die Leistung“, ergänzt sein BWL-Kollege Augustin Hai-Eck.

Wie sehen es die Studierenden?

Groß ist der Zuspruch auch bei befragten Studierenden: „Ich habe dann zwar nicht mehr viel von meinem Studentenleben, aber da ich später in einem der großen Unternehmen arbeiten will, wird der Vorschlag schon richtig sein. Außerdem hatten wir erst vor kurzem in der Vorlesung das Minimumprinzip“, bemerkt die 20-jährige BWL-Studentin Lydia.

Aber auch Studierende der musischen Fächer erkennen die Vorzüge. So begrüßt der Gesangs- und Violinstudent Francesco (24) den Vorstoß: „Früher dachte ich ja, die aus der Wirtschaft seien alle nur Geigen, aber das ist Musik in meinen Ohren. Lange genug studierte ich mein Instrument, nun kann ich endlich nach einer anderen Pfeife tanzen.“

Kritik substanzlos

Auf Kritik traf der Vorstoß bei Wissenschaftstheoretikern europäischer Universitäten, deren Bedenken in einem eigenen offenen Brief formuliert wurden. Das Modell widerspreche jeder guten wissenschaftlichen Praxis und gehe zu Lasten wertvollen Reflexionsvermögens bei Studierenden.

Dementiert wurde dieser Einwurf von niemandem. Bisherige Prüfungen durch Wirtschaftsforschungsinstitute, inwieweit diese Tatsachen negativ zu beurteilen seien, blieben jedoch ohne Ergebnis.

EZB kontert

Kritik erntete der Vorschlag auch seitens der EZB, jedoch wies diese in eine gänzlich andere Richtung. Die Regelstudienzeit müsse wie der Leitzins erheblich weiter gesenkt werden als vorgeschlagen. Liquidität sei auch beim Humankapital essentiell. Anzustreben sei die Einstellung von Absolventen zum Nulltarif und ein Strafzins für Universitäten, die zu lange Studienzeiten zulassen, so ein Sprecher.

[SATIRE]

 

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