BÜCHERBÖRSE

Bodyshaming: Stars und Instagram-Nutzer wehren sich

Traurig, aber wahr: Bodyshaming ist auch im Jahr 2017 nach wie vor gesellschaftstauglich. Dies beweisen nicht nur die kruden Beschimpfungen wie im Fall der Pop-Ikone Rihanna oder des TV-Stars Jana Ina Zarrella, deren Körpergewicht immer wieder im Fokus der Social-Media-Nutzer wie auch der medialen Berichterstattung steht. Der erfolgreichen Fashion- und Plus-Size-Bloggerin Callie Thorpe wurde all der Hass vor kurzem zu viel: Als unter einem Artikel über ein Vogue-Bademoden-Fotoshooting mit ihr über 900 diskriminierende Kommentare verfasst wurden, reagierte die Britin per YouTube-Video mit dem Titel "Dealing with Online Abuse". Dort zeigt sie sich tief verletzt und beginnt sogar, zu weinen. Ihre Aufforderung an all ihre Leidensgenossinnen (ins Deutsche übersetzt): "Lasst euch nicht sagen, ihr sollt solch widerwärtige Beleidigungen ignorieren oder gar akzeptieren. Fordert Menschen, die Hasskommentare verfassen, direkt heraus!"

Botschaft des Hasses: Sei nicht, wer du bist!

Den Mut dazu aufzubringen, ist nicht immer einfach, denn oft haben die Opfer bereits im Kindesalter die ersten Erfahrungen mit Mobbing gemacht. Dies zeigt beispielsweise der Fall einer Siebenjährigen, deren frustrierte Mutter davon berichtet, dass das Bodyshaming schon in der Vorschule anfängt: Ihre Tochter habe sich nicht getraut, an einem heißen Sommertag ihre langärmlige Jacke auszuziehen, weil sie wegen ihrer "dicken Arme" gehänselt wurde. Solche Erlebnisse können das ganze Leben prägen.

Und genau darin liegt das Ziel: Das Opfer soll so sehr beschämt werden, dass es beginnt, sich nur noch durch sein Äußeres zu definieren. Das Resultat ist ein zutiefst eingeschüchterter Mensch, der seine ganze Energie dafür aufbraucht, sich zu verstecken und zu verstellen, statt ein glückliches Leben voller Selbstliebe zu führen. In Zeiten von TV-Shows wie "Germany's Next Topmodel" und dem Schlankheitswahn in den sozialen Medien ist die Situation schlimmer als je zuvor.

Die Social-Media-Arena: Bereit zum Gegenangriff

Natürlich verwundert es kaum, dass besonders Personen des öffentlichen Lebens Opfer von massivem Bodyshaming werden. Denn dank der Anonymität des Internets ist die Hemmschwelle deutlich geringer und oft reicht ein einzelner negativer Kommentar aus, um allen anderen Mut zu machen, ebenfalls Salz in die Wunde zu streuen. Somit sind vor allem Social-Media-Kanäle, in denen alle ihren #summerbody miteinander vergleichen, ein Minenfeld für das Selbstbild. Der Instagram-Feed kann auf den ersten Blick einschüchternd sein. Wer sich besser in seiner Haut fühlen will, muss einfach nach den richtigen Profilen Ausschau halten. Diese Frauen verstellen sich nicht, tragen Kleidung, die ihre Kurven toll in Szene setzt und zeigen stolz ihren Körper.

Dass viele Instagram-Fotos nichts mit der Realität zu tun haben und Meisterstücke der Selbstinszenierung sind, zeigt etwa der Account von Sarah Puhto, die auf Instagram unter dem Profilnamen saggysara zu finden ist. Sie postet regelmäßig Fotos beim genussvollen Schlemmen, zeigt ihre vom Mainstream verteufelten "Problemzonen" und enthüllt in treffenden Bildvergleichen die Tricks der Beauty-Queens auf der sozialen Plattform: Mit qualvoll eingezogenem Bauch für den Insta-Post, Sekunden später schlaff und voller Makel – so eben, wie der Mensch nun einmal aussieht, wenn er nicht gerade zwanghaft nach öffentlicher Anerkennung giert.


US-Schauspielerin und -Comedian Amy Schumer geht sogar in die Volloffensive: Am National Bikini Day zeigte sich die 36-Jährige in Mir-Egal-Pose ausgestreckt im Liegestuhl, mit faltenwerfendem Bikini und gespreizten Beinen. Und vor allem: mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht. All ihren Abonnenten macht sie damit eines klar: Wenn ich, die im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit so vieler Leute steht, mit all dem Bodyshaming umgehen kann, dann könnt ihr das auch!

Bildrechte: Flickr IMG_3997 Goody CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

 

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