BÜCHERBÖRSE

Wo soll das alles hin?

Platzmangel (c) David Klotz
Platzmangel

Die momentane politische Diskussion um hohe Mieten in Wien spiegelt die Alltagsrelität vieler Studierender wieder. Ein Nebenjob, um die Miete zu zahlen ist fasst schon obligatorisch - vielmehr stellt sich oft die Frage ob ein Nebenjob wirklich reicht um die Wohnkosten abzudecken. Dabei spielen auch die Anforderungen, die an das neue Heim gestellt werden, eine große Rolle. Während manchen Studierenden ein Schlafplatz reicht, fordern viele mehr: Ein Wohnplatz wird gesucht. Besonders Studierende die von „zu Hause“, meist dem Wohnplatz der Eltern, vollständig ausziehen wollen oder müssen, geben sich nicht mit einer Zelle in Studentheimen und Minizimmern mit 10m2 zufrieden. Dabei spielt nicht nur der Wohlfühl-Faktor eine Rolle, sondern auch genügend Platz. Die DVD-Sammlung muss ebenso mit wie die Fotoalben und Freizeitutensilien. Auch die Ausstattung und Lage der Wohnung spielt dabei eine Rolle: Einerseits will oft der Komfort des elterlichen Heimes nicht aufgegeben werden, andererseits sind die finanziellen Möglichkeiten der meisten Studierenden beschränkt. Eine Balance zwischen notwendigen Geldbeschaffungsmaßnahmen und Studium zu finden, hängt so auch von der Wahl der Wohnung ab. Angesichts der Mietpreise stellt sich die Frage: Wieviel Platz brauchen wir wirklich und wie können wir mehr aus unserem Zimmer rausholen?

Stockbetten und Zwischendecken

Für alle, die schwindelfrei sind und hohe Decken besitzen ist ein Stockbett eine passende Lösung – 4m2 Doppelbett können so in eine Etage höher verfrachtet werden – darunter kann Platz für Neues entstehen, ein eigenes Mini-Tonstudio genauso wie eine Chill-out-Area. Nach Absprache mit dem Wohnungseigentümer können bei besonders hohen Räumen auch großflächigere Zwischendecken eingezogen werden, die dein Zimmer in einen Zweietagentraum verwandeln.

Auslagern: Spacesharing, Dachboden, Keller, Storage Rooms

In deinem Mini-Wg Zimmer wirds einfach zu voll? Der einfachste Weg: Ab ins Gemeinschaftszimmer. Dinge die nicht allzu wertvoll sind möchten mit anderen geteilt werden, überhaupt wenn du sie kaum noch benutzt. Nach Absprache mit deinen WG-Mitbewohnern könnte die fusionierte DVD-Sammlung ziemlich viel hermachen. Andere Ausweichräume sind Abstellbereiche im Keller oder Dachboden, allerdings solltest du dich über die Verhältnisse in den Räumen informieren – feuchte und modrige Keller sind kein gutes Heim für Elektrogeräte oder deine Plattensammlung – auch auf das Schloss nicht vergessen, allein gelassene Dinge machen sich oft aus dem Staub. Wenn es einfach zu voll wird in der Wohnung und man sich trotzdem von nichts längerfristig trennen kann, sind Storage Rooms eine Lösung. Je nach Bedarf sind diese in verschiedenen Größen zu mieten. Dabei spielt natürlich Geld eine Rolle und auch der Transportweg will geplant sein.

Wenn das alles nichts hilft und ihr kaum noch den Fußboden berührt wenn ihr von einem Ende des Zimmers zum anderen geht, hilft nur noch eines: Zeug loswerden.

Hat man einfach zu viele Dinge, von denen man sich ohne große Probleme trennen kann, empfiehlt sich ein Flohmarkt – entweder in Form einer privaten Verkaufsparty, bei der man den lieben Freunden den eigenen Kram verkauft oder bei diversen Veranstaltungen von Uni, Pfarre oder Jugendzentrum – die Standgebühren sollten natürlich gering sein, sonst schaut am Ende wenig raus.

Auch Internetforen wie willhaben.at bieten sich an, um einzelne Gegenstände an den Mann oder die Frau zu bringen. Und zum Glück gibts dann noch zahlreiche Facebookseiten, die sich dem Verschenken und Verkaufen verschrieben haben.

Einen ananlogen Gegenpol dazu stellen Räume wie der „Kost-Nix-Laden“ im fünften und „die Schenke“ im achten Bezirk dar, die als Kollektiv betriebenen Läden verschreiben sich dem Prinzip des Tausches – ihr könnt also hinbringen was ihr nicht mehr braucht und mitnehmen was euch gefällt.

Wer seine Sachen einfach nur loswerden will und damit vielleicht auch noch etwas Gutes tun möchte, hat viele Möglichkeiten: Kleidung kann in die allgegenwärtigen Container von Kolping und Co. gespendet werden. Besonders die Caritas freut sich über Spenden von noch brauchbaren Dingen für ihre Caritaslager, auch Möbel und größere Sachen können hingebracht oder gegen einen kleinen Unkostenbeitrag abgeholt werden.

Adressen:

Caritas: www.caritas.at und www.carla.at

Humana: www.humana.at

Kolping: www.kolping.at

Willhaben: www.willhaben.at

Flohmarkt: www.flohmarkt.at

Tauschläden: www.umsonstladen.at

 

 

Alena Brunner

Bachelor in Kultur- und Sozialanthropologie und derzeit im Masterstudium CREOLE- bedeuted Cultural Differences and Transnational Processes. Und ständig auf der Suche nach der Frage: "Was fang ich eigentlich mit meinem Leben an  UND muss ich damit irgendwas anfangen können?"

Eine von vielen Fragen die auch in ihren Blog passen: http://g1rlw1ththecrown.blogspot.co.at/

und ihr Youtube-Channel: http://www.youtube.com/user/preciouspreclusion is auch nicht arg scheiße

 

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