BÜCHERBÖRSE

Töchterle will Viersäulenprogramm und härteres Studienrecht

Bei den Studiengebühren will Töchterle Brücken bauen (c) APA/HER
Bei den Studiengebühren will Töchterle Brücken bauen

Mit einem "Viersäulenprogramm" geht Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) in eine mögliche neue Amtszeit nach der Nationalratswahl. Basis jeder Säule ist der Wunsch nach mehr Geld - sowohl für die Unis als auch für die Fachhochschulen (FH), die Grundlagenforschung und die Studien- bzw. Nachwuchsförderung, so Töchterle vor Journalisten. Im Studienrecht überlegt er Verschärfungen - die derzeitige Rechtslage sei "sehr generös". In Sachen Studiengebühren will er der SPÖ durch einen Ausbau der Studienförderung Brücken bauen.

Beim Studienrecht gebe es zur Zeit viele Freiheiten der Studenten, die den Unis Probleme bereiten. "Man kann beliebig viele Studien inskribieren, was zu Problemen bei der Planbarkeit führt", nannte Töchterle ein Beispiel. Außerdem gebe es kaum Maßnahmen zur Steigerung der Verbindlichkeit des Studiums: "Man kann ewig lang studieren, ohne eine Prüfung abzulegen." Er würde daher gerne Maßnahmen setzen, die den Unis höhere Planungssicherheit bringen.

Härteres Studienrecht

Zur Beschränkung überlanger Studien kann sich Töchterle vorstellen, in bestimmten Abständen den Nachweis bestimmter Leistungen zu fordern - analog zu den Regelungen zur Familien- oder Studienbeihilfe, "aber natürlich nicht so scharf". Das Problem der mangelnden Verbindlichkeit zeigt sich für Töchterle auch im Umstand, dass ein großer Teil der Angemeldeten Aufnahmeprüfungen fernbleibt. "Man hat das Gefühl, die Leute behandeln die Unis nicht wertschätzend."

Die Unis müssten Räume anmieten und entsprechend Personal zur Aufsicht engagieren, so Töchterle. "Wenn ich mich zu einem Skikurs anmelde, gehe ich ja auch hin." Eine Anmeldegebühr sieht er als Möglichkeit - einzelne Hochschulen wie die Medizin-Unis würden bereits dazu greifen.

Im Rahmen seines "Viersäulenprogramms" sind für Töchterle mehr Mittel für die Unis unabdingbar. Die von den Rektoren als Untergrenze genannte Abgeltung der Inflation sei ein "maßvoller Wunsch, den man erfüllen sollte". Die FH sollen auf rund 50.000 Studienplätze (derzeit 41.000) ausgebaut werden, darüber hinaus müsse es eine Valorisierung des Bundeszuschusses pro Studienplatz (derzeit im Schnitt 7.000 Euro) geben.

Mehr Geld für Grundlagenforschung

In der Grundlagenforschung müssten sowohl der Wissenschaftsfonds FWF als auch die Akademie der Wissenschaften (ÖAW) besser dotiert werden. Auf eine Summe wollte sich Töchterle dabei nicht festlegen. Beim FWF stehe die stark gesunkene Bewilligungsquote bei Projektanträgen von derzeit 24 Prozent aber in einem Missverhältnis zur Qualität der Anträge. International üblich seien Quoten von 30 bis 40 Prozent. Außerdem müssten viel umfassender als bisher Overheadkosten gezahlt werden - das sind jene Ausgaben, die Unis und Forschungseinrichtungen entstehen, wenn Forscher für ihre FWF-Projekte deren Infrastruktur nutzen.

In Sachen Studiengebühren will Töchterle "nicht nachlassen". Er könne aber nur Brücken in Richtung SPÖ bauen: "Diesmal wird die Brücke sein, dass wir versuchen, die Studienförderung zu verbessern. Spielräume bei der Studienförderung gewinnt man durch Studienbeiträge." Vielleicht lasse sich die SPÖ mit dem sozialen Argument überzeugen.

Für seinen Verbleib in der Regierung sei die Existenz einer Studiengebührenregelung eine Bedingung, meinte Töchterle. Eine solche gebe es ja derzeit - "das wäre erfüllt". Diese sei ihm aber zu wenig: "Ich möchte mehr - aber ob ich die kriege, wird Gegenstand von Verhandlungen sein."

(APA)

 

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