BÜCHERBÖRSE

ÖH: Wer heizt verliert!

ÖH: Wer heizt verliert! (c) Thorben Wengert/pixelio.de

Rund 11% aller Studierenden können ihre Wohnung im Winter nicht ausreichend beheizen. Diese Zahl präsentierte heute die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) bei der Pressekonferenz zur aktuellen Studie über die finanzielle Lage von Studierenden. Die Umfrage, an der fast 5.000 Studierende an Österreichischen Universitäten teilnahmen, zeigt ein beunruhigendes Ergebnis. 21% aller Studierenden überziehen regelmäßig ihr Konto und 18% können anfallende Rechnungen nicht bezahlen. „Es ist ein erschreckendes Zeichen, dass 15% der Studierenden es sich nicht leisten können, jeden zweiten Tag Fleisch, Fisch oder eine entsprechende vegetarische Speise zu essen,“ kommentiert Bernhard Lahner vom ÖH-Vorsitzteam die Studienergebnisse.

Auch aus der Sicht des Sozialreferates der ÖH sind die Zahlen alarmierend. Immer mehr Studierende geraten in prekäre Situationen und bitten um Hilfe - sei es Rechtshilfe, Auskunft und Beratung oder auch finanzielle Unterstützung. Besonders stark von Problemen betroffen sind Studentinnen, Studierende älter als 25 Jahre und Studierende der Kunstuniversitäten. Ebenso zur Risikogruppe zählen Studierende aus niedrigen sozialen Schichten und Drittstaats-Angehörige (nicht EU), wobei letztere vor allem durch doppelte Studiengebühren belastet werden und keinen Zugang zum Beihilfensystem haben. „Besonders erschreckend ist die Situation der Drittstaats-Angehörigen. Hier ist es sogar für 27% dieser Studierenden finanziell nicht möglich ihre Wohnung angemessen zu heizen!“ ergänzt Studienautor Mag. Stephan Kratochwill die Ergebnisse.

Auch die Preise für Studierendenheime sind angestiegen, nur mehr 10% der Studierenden leben in Wohnheimen. Die günstigsten Preise beginnen für ein Doppelzimmer bei 180 Euro. Die teuersten Heimplätze kosten 550 Euro pro Monat für ein Einzelzimmer. "Studierende müssen im Schnitt für ein 9-12 qm großes Einzelzimmer, je nach Studienort, mit 280-340 Euro rechnen. Dadurch machen Wohnkosten schon mehr als ein Drittel der Durchschnittseinnahmen von Studierenden aus - Wohnen wird immer mehr zur Luxusfrage", betont Susanne Reither vom Sozialreferat der ÖH. Da die Bundesregierung öffentliche Fördermittel für die Sanierung und den Neubau von Heimen gestrichen hat, ist mit einer weiteren Verschlechterung der Situation zu rechnen.

Lahner sieht in den Ergebnissen eine klare Handlungsanweisung für die neue Regierung. "Die Zahlen verdeutlichen große Defizite im System der sozialen Absicherung für Studierende. Die Studie zeigt auch, wie wichtig ein gezielter Ausbau von leistbaren Studierendenwohnheimen, sowie eine grundlegende Reformierung des Beihilfensystems sind. Wir, als Österreichische HochschülerInnenschaft, fordern deshalb die Erhöhung und der Studienbeihilfe auf ein faires, existenzsicherndes Niveau und eine Ausweiterung der Toleranzsemester. Außerdem fordern wir den gezielten Ausbau, sowie eine Preisobergrenze für Studierendenwohnheime," so Lahner abschließend.

Lukas Fischnaller

Mag. Lukas Fischnaller | Chefredakteur
Twitter: @lukfis1

Kontakt: lukas.fischnaller(ät)unimag.at

Webseite: www.unimag.at
 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook