BÜCHERBÖRSE

Erhöhung der Familienbeihilfe auf Eis gelegt

Erhöhung der Familienbeihilfe auf Eis gelegt (c) S. Hofschlaeger/pixelio.de

Kommentar
Noch im Juni diesen Jahres bekräftigen SPÖ und ÖVP - im Falle einer Neuauflage der großen Koalition - Reformen der Familienbeihilfe bis 2014 umzusetzen. Grundsätzlich sollte das Familienpaket allgemein transparenter werden, die Förderungen erhöht werden. Noch vor der Wahl liest man beispielsweise bei der SPÖ  „freuen können sich die Familien außerdem über mehr Geld im Börsel. Die Familienbeihilfe soll vereinfacht und erhöht werden, so die Vereinbarung“. Oder in einer Aussendung der ÖVP  „mehr Transparenz und eine Vereinfachung sowie eine moderate finanzielle Anpassung und in Folge regelmäßige Indexierung wird die von Familienminister Reinhold Mitterlehner vorgeschlagene Familienbeihilfe Neu bringen.“

Nach der Wahl ist von der Idee wenig geblieben: Wie gestern bekannt wurde, wurde die Erhöhung der Familienbeihilfe vorerst aus dem Budgetplan gestrichen; prompt folgte Kritik von allen Seiten. Zu Recht, denn den Rotstift bei Familien anzusetzen ist untragbar! Bereits im Oktober 2010 versammelten sich tausende Studierende in ganz Österreich um gegen die Kürzung der Familienbeihilfe zu demonstrieren. Damals wurde eine Senkung der Anspruchsdauer von 26 auf das vollendete 24. Lebensjahr beschlossen.

„Wer an der Jugend spart, wird in Zukunft verarmen“

Adolf Haslinger, langjähriger Rektor der Universität Salzburg

Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) reagierte empört auf die gestrige Einigung: „Sowohl Familienbeihilfe als auch Studienbeihilfe wurden in den letzten Jahren nicht an die Inflation angepasst. Die letzte Valorisierung geschah im Jahr 2001. Unter Einbezug der Inflation müsste die Familienbeihilfe mittlerweile um 250 Euro pro Jahr und Kind höher sein. Die Konsequenz (Anm. der Aussetzung) ist ein weiterer Anstieg der Zahl jener Studierenden, die arbeiten müssen um sich ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Das führt zu einer Verlängerung der Studienzeit und das kann nicht im Interesse der Bundesregierung sein,“ so die ÖH abschließend.

 

Lukas Fischnaller

Mag. Lukas Fischnaller | Chefredakteur
Twitter: @lukfis1

Kontakt: lukas.fischnaller(ät)unimag.at

Webseite: www.unimag.at
 

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