BÜCHERBÖRSE

ÖH: Kritik am Beschluss des Lehrerdienstrechts

ÖH: Kritik am Beschluss des Lehrerdienstrechts (c) Dieter Schütz/pixelio.de

Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) übt scharfe Kritik am heutigen Beschluss des Lehrerdienstrechts. "Lehrende sind die wichtigsten Stützpfeiler des Bildungssystems. Beim Beschluss des MinisterInnenrats werden zu viele Punkte für Studierende nicht berücksichtigt. Das neue Dienstrecht versäumt nicht nur alle wesentlichen Lehrer- und Lehrerinnentätigkeiten zu definieren, sondern führt mit der neuen Induktionsphase eine weitere Belastung für junge Lehrende ein", gibt Florian Kraushofer vom Vorsitzteam der ÖH zu bedenken. Die vorgesehene Induktionsphase habe kaum mehr etwas mit dem bisherigen Unterrichtspraktikum zu tun, sondern mehr mit einem Anstellungsverhältnis. Dadurch ergeben sich erhebliche Verschlechterungen im Betreuungsverhältnis, so die ÖH.

"Es zeugt von sehr fragwürdigem Demokratieverständnis, aus Trotz die Verhandlungen abzubrechen und über die Köpfe der betroffenen Lehrkräfte und Studierenden hinweg zu entscheiden. Ziel sollte sein, die Pädagogen langfristig zu motivieren, anstatt sie mit zusätzlicher Arbeit zu frustrieren", so Kraushofer weiter. Mit der Anhebung der Unterrichtszeit von 20 oder 22 auf 24 Stunden, werde die Qualität des Unterrichtes massiv leiden, da Lehrende  kaum noch individuell auf ihre Schüler und Schülerinnen eingehen können.

Außerdem dürfe das Lehrerdienstrecht nicht als Allheilmittel für die österreichische Bildungsmisere gesehen werden. Die Probleme liegen hier für die ÖH klar viel tiefer begraben. "Einem veralteten und elitären Schulsystem folgt ein unterfinanziertes Hochschulsystem, das die neuen Lehrenden bilden soll. Es müssen daher auch zusätzliche finanzielle Mittel für den Hochschulsektor lukriert werden, um zukünftig eine qualitative Ausbildung zu garantieren. Außerdem muss als nächster Schritt endlich die Einführung der Gesamtschule erfolgen", fordert Kraushofer abschließend.

 

 

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