BÜCHERBÖRSE

ÖH analysiert Regierungsprogramm 2008-2013

Im Zuge der aktuellen Regierungsbildung stellt sich für die ÖH folgende Frage: Was hat die letzte Regierung im Bereich der Hochschulen von ihren Plänen eigentlich umgesetzt? "Eine Analyse der 25 Punkte, die wir im Regierungsprogramm fanden ergab, dass lediglich 8 Punkte davon umgesetzt wurden", kommentiert Bernhard Lahner vom ÖH-Vorsitzteam. Neben dem Ziel 2% des BIP für den tertiären Bildungssektor zur Verfügung zu stellen, wurden noch viele weitere Punkte, wie etwa ein verbessertes Mitwirkungsrecht für Studierende, oder ein transparenter Umrechungsschlüssel für ECTS-Punkte nicht einmal angetastet. "Wir erwarten uns von der neuen Regierung in vielen dieser Punkte ihre Versprechen endlich in die Tat umzusetzen", fordert Lahner.

Einige Punkte, die die Regierung umgesetzt hat, sind für die ÖH zum Teil sehr unbefriedigend, so zum Beispiel die Studieneingangs- und Orientierungsphase: "Die STEOP liefert den Studierenden nicht die Orientierung, die sie soll. Stattdessen dient sie dazu, um Studierende hinaus zu prüfen", beschreibt Lahner die aktuelle Situation. Außerdem stieß die Umsetzung der STEOP auf massive Kritik vom Rechnungshof.

Ein positives Fazit zieht die ÖH über den Ausbau der Studienberatung und die Einrichtung der Hochschulkonferenz. "Hier wurde versucht, durch das Einbinden aller Betroffenen konstruktive Lösungen zu finden. Zukünftig gilt es für eine neue Regierung, endlich Hochschulpolitik auf die Agenda zu setzen und ihre Versprechen mit der Einbeziehung der Studierenden und Hochschulen auch umzusetzen", so Lahner abschließend.

Erledigt

- Hochschulplan: Auslagerung an Hochschulkonferenz
- Vereinigung der Qualitätssicherungsagenturen
- Studienplatzfinanzierung
- Studieneingangs- und Orientierungsphase
- Studierendenanwaltschaft in Ombudsstelle für Studierende umbenennen
- 50 Studienplätze für Veterinärmedizin bis 2015 (aktuell 315 Plätze)
- Umsetzung des Kollektivvertrags an Universitäten
- Ausbau der berufsbegleitenden Studien an FHs von 30 auf 50% -> fast erledigt (aktuell ca. 45%)
- Neue Lehramtstudien, die dem Bologna-Prozess entsprechen
- Generaloffensive für moderne Infrastruktur
- Konkrete Maßnahmen zur Absolvent- und Erfolgs-Quote: Ausbau der Beratung

Nicht erledigt

- Donauuni Krems: Überführung ins UG2002
- KonsumentenInnenschutzgesetz für Studierende
- Transparenter Umrechnungsschlüssel für ECTS
- Bekenntnis zur 2% BIP Finanzierung am tertiären Bildungssektor
- Autonome und transparente Masterzulassung an Hochschulen (Autonom ja, transparent nein)
- Verbesserte Informationsrecht, verbesserte Mitwirkung für Studierende
- 2000 Studienplätze in Medizin bis 2015 (aktuell 1500 Plätze)
- 300 Studienplätze für Psychologie bis 2015 (aktuell 1285 Plätze)
- Kuriensystem durch Faculty-Modell ablösen
- Mehr Mobilität und internationale Vernetzung
- Curricula-Überarbeitung hinsichtlich beruflicher Relevanz
- Berufsbegleitendes Studieren an Universitäten soll erleichtert werden
- Bedarfsorientierter Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen an Hochschulen
- Verbesserung für Frauen in der Wissenschaft

 Somit wurden 17 von 25 Punkten nicht umgesetzt

 

Lukas Fischnaller

Mag. Lukas Fischnaller | Chefredakteur
Twitter: @lukfis1

Kontakt: lukas.fischnaller(ät)unimag.at

Webseite: www.unimag.at
 

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