BÜCHERBÖRSE

Heftige Kritik zur Auflösung des Wissenschaftsressorts

Heftige Kritik zur Auflösung des Wissenschaftsressorts (c) flickr.com/hannes.a.schwetz

Stimmen zur Auflösung des Wissenschaftsressorts

Universitätenkonferenz (uniko)

"Ich appelliere an den Bundespräsidenten Heinz Fischer, der selber Wissenschaftsminister war, keine Regierung anzugeloben, die den Bereich Wissenschaft und Forschung zu einer Nebenagende eines anderen Ministeriums macht." Mit diesem Aufruf reagiert der Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), Rektor Heinrich Schmidinger, auf die Ergebnisse der gestrigen ÖVP-Vorstandsitzung. "Ebenso appelliere ich an unsere Partner und Freunde in der Wirtschaftskammer und in der Industriellenvereinigung, besonders an die Präsidenten Christoph Leitl und Georg Kapsch, die so viel Verständnis für die vorrangige Bedeutung der Universitäten haben, nicht zuzulassen, dass Wissenschaft und Forschung als die entscheidenden Zukunftsbereiche unserer Gesellschaft zur Nebensache degradiert werden."

Rektorat und Dekanat der Universität Wien

"Wir sind bestürzt über den geringen Stellenwert für Wissenschaft und Universitäten, der aus der Abschaffung des Wissenschaftsministeriums zum Ausdruck kommt. Gleichzeitig begrüßen wir das nun zum wiederholten Mal von der Bundesregierung für 2020 gesteckte Vorhaben, zwei Prozent des BIP in Universitäten und Fachhochschulen zu investieren", so Rektor Heinz W. Engl in einer ersten Stellungnahme. Dieses wichtige Ziel tatsächlich zu erreichen, wird großer Anstrengungen bedürfen.

Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH)

Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) zeigte sich am Donnerstag Abend verärgert über die Tatsache, dass das Wissenschaftsministerium aufgelöst werden soll und die Wissenschaftsagenden ins Wirtschaftsministerium kommen sollen. Florian Kraushofer vom Vorsitzteam der ÖH: "SPÖ und ÖVP sind an Ignoranz kaum zu übertreffen. Nach dieser Entscheidung ist zu erwarten, dass in Zukunft die Wissenschaft noch mehr ins Hintertreffen gerät. Dass ein derart wichtiger Bildungsbereich dermaßen marginalisiert wird, ist ein Wahnsinn." Die Forderung der Studierendenvertretung im Vorfeld der Koalitionsverhandlungen war eine Zusammenlegung von Wissenschafts- und Bildungsressort. Kritik übte die ÖH schon mehrmals an der ÖVP-Forderung nach einer stärken Finanzierung der Hochschulen durch Drittmittel. "Eine Zusammenlegung der beiden Bereiche wird dazu führen, dass die Ökonomisierung der Bildung auch in den nächsten Jahren weitergehen wird", meint Kraushofer: "Wir treten aber auch weiterhin dafür ein, Wissenschaft unabhängig von wirtschaftlichen Interessen einzelner Unternehmen zu betrachten" Florian Kraushofer abschließend an SPÖ und ÖVP: "Wir sehen uns auf der Straße wieder."

Ein Kommentar

 

Lukas Fischnaller

Mag. Lukas Fischnaller | Chefredakteur
Twitter: @lukfis1

Kontakt: lukas.fischnaller(ät)unimag.at

Webseite: www.unimag.at
 

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