BÜCHERBÖRSE

Causa Facultas: Vorstandsgehalt "problematisch"

Wie das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, zahlte die im Eigentum der HochschülerInnenschaften WU Wien und Uni Wien stehende Facultas AG ihrem Alleinvorstand Thomas Stauffer für das Geschäftsjahr 2011/2012 ein Gehalt von 458.600 Euro brutto.

Damit haben sich Stauffers Bezüge seit dem letzten Geschäftsjahr mehr als verdoppelt, wie aus dem vor wenigen Wochen veröffentlichen Einkommensbericht des Rechnungshofes hervorgeht. Wie das „profil“ festhält, ist der Gehaltssprung umso bemerkenswerter, da sich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 1,3 Millionen auf zuletzt 508.600 Euro halbierte. Chiara Werner-Tutschku, Vorsitzende der ÖH WU, zeigt sich überrascht: "Unabhängig seiner Verdienste halte ich die Höhe seiner Bezüge jedoch keinesfalls für adäquat, geschweige denn auf Basis der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens für nachvollziehbar" und weiter "Der Aufsichtsrat ist dem Eigentümer ÖH gegenüber verantwortlich und jetzt gefordert. Ich erwarte mir daher neben konkreten Antworten über die langfristige strategische Ausrichtung des Unternehmens auch Maßnahmen, wie exorbitant hohe Vorstandsgagen zukünftig ausgeschlossen werden können - denn dafür hat beim besten Willen niemand Verständnis," schließt die ÖH WU Vorsitzende, die sich weitere Schritte in dieser Angelegenheit vorbehält.

"Wir werden nächstes Jahr intensiv auf den Aufsichtsrat einwirken und sind zuversichtlich, diesbezüglich auch mit der ÖH WU an einem Strang zu ziehen", so Cathy Schneider vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien. (Anmerkung: Vertretungen der ÖH sitzen im Aufsichtsrat von Facultas)

Reaktionen

"Überall dort, wo man die selbst ernannten Revolutionäre unbeaufsichtigt arbeiten lässt, hinterlassen sie leere Kassen und Chaos", so Karlsböck, Vorsitzender des parlamentarischen Wissenschaftsausschusses der FPÖ, der ein parlamentarisches Nachspiel ankündigte. Alexander Schierhuber, Bundesobmann des Rings freiheitlicher Studenten, meint dazu: "Es kann und darf nicht sein, dass sich die ÖH immer wieder durch Alleingänge, die in finanzielle Debakel führen, auszeichnet. Deshalb fordern wir eine Prüfung der gesamten Finanzen der Österreichischen Hochschülerschaft durch den Rechnungshof um klare Fakten auf dem Tisch zu haben".

 

Lukas Fischnaller

Mag. Lukas Fischnaller | Chefredakteur
Twitter: @lukfis1

Kontakt: lukas.fischnaller(ät)unimag.at

Webseite: www.unimag.at
 

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