BÜCHERBÖRSE

Uni 2.0 wird gefordert

c zettberlinDie Bürokratie an Österreichs Universitäten ist jedem Studierenden ein Begriff, vor allem der Zettelaufwand, den man trotz Computerzeitalters noch leisten muss. Traditionsbewusst, wie die Unis nun mal sind, wagen sie sich nur schrittweise in das noch neue 21. Jhdt.

Bereits zum Beginn des Studiums kämpft ein jeder Studierender mit der Bürokratie. Mit der Online-Voranmeldung zum Studium an (fast) allen österreichischen Universitäten wurde ein wichtiger Schritt in Richtung Uni 2.0 gemacht. Einige Universitäten lassen bereits seit Jahren eine Online-Voranmeldung zu, jetzt ist der Rest der Uniwelt nachgezogen.

Studienbeginn
Hat man die Anmeldung hinter sich gebracht, beginnt, wie es so schön heißt, der Ernst des Lebens. Als Studierender stellt man sich seinen Stundenplan zusammen und meldet sich meist online für seine gewünschten Kurse an. Auch wenn die Anmeldung über das Internet erfolgt, so ist der Aufwand trotzdem noch hoch, denn es gibt verschiedenste Arten um sich anzumelden: Punktesystem, Präferenzsystem, First-Come-First-Serve-System und viele mehr. Hat man es geschafft, den Ablauf der Online-Anmeldung zu durchschauen, kann man nur hoffen, seine Kurse auch alle zu bekommen.

Zettelwirtschaft

Die Zettelwirtschaft und somit die meiste Bürokratie beginnt dann im Laufe des Studiums. So etwa beim Anrechnen von Kursen, obwohl alle Noten in einem zentralen Online-System eingetragen sind, muss man einen Papierantrag gemeinsam mit seinem Sammelzeugnis am Institut abgegeben, hinzukommt die Wartedauer von zwei - drei Wochen.

Einfacher wäre es, das alles im System selbst zu inkludieren und so den Aufwand für die Studierenden zu verringern. Einige Universitäten haben diesen Schritt bereits gemacht, dort loggt man sich als Studierender ein und klickt einfach auf die Kurse, die man für sein Studium angerechnet haben möchte.

Ebenso so papierintensiv ist die Entscheidung für ein Erasmussemester. Obwohl man sich online anmeldet, muss man öfter auf seinem Institut vorbeischauen und diverse Papiere dafür abgegeben. Wie beispielsweise ein Papier zu den Kursen, die man in diesem Auslandssemester machen möchte. Anzumerken ist nur, dass das geplante Auslandssemester entweder ein oder zwei Semester später stattfinden soll, vorher muss ja der Papierkram abgewickelt werden. Da stellt sich doch die Frage, wie man da schon die Kurse, die man besuchen will, angeben soll?

Studienabschluss

Den größten Aufwand an Bürokratie hat man als Studierender am Ende seines Studiums. Um die Diplomarbeit einreichen zu können, müssen alle Noten vorhanden sein, doch wenn man einen sehr knappen Abgabetermin hat, kann es knapp werden. Denn obwohl ein Anmeldesystem mit Noten vorhanden ist, muss ein Prüfungspass ausgefüllt werden, diesem werden die Sammelzeugnisse beigelegt. Das Ermüdendste an diesem Antrag ist die vorgesehene Bearbeitungsdauer von 2 bis 4 Wochen. Sollte man innerhalb der nächsten zwei Wochen dann abgegeben müssen, verzweifelt man sehr schnell.

Einige Universitäten wie die Wirtschaftsuniversität Wien sollten als Vorreiter betrachtet werden. Denn über das Online-System reicht man mit drei einfachen Klicks seinen Prüfungspass ein, dass System prüft die Noten und nach der Bestätigung kann man seine Diplomarbeit einreichen. Das Internet öffnet den Universitäten so viele Möglichkeiten, die dabei helfen würden, das Leben der Studierenden zu vereinfachen, doch geschieht in diesem Bereich zu wenig. Daher sollten Studierende eine Uni 2.0 fordern, um deutlich zu machen, dass diese Zustände zu verbessern sind.

Isabella Schranz

Isabella Schranz | Ressortleiterin Technik, Games & Gadgets

isabella.schranz (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

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