BÜCHERBÖRSE

Schützen, heilen, retten!

89 Viertes Bild c Michael Hinterseer BU Nina-Teresa Eine Stunde, 850 Milliliter Plasma und 20 Euro – in groben Zügen die Eckdaten einer Plasmaspende bei Plasmapunkt in Wien und Graz. Wie sie genau abläuft hat UNIMAG unter die Lupe genommen.

Gut gelaunt kommt Nina-Teresa Hermle von der Uni in der Spendenstation in Wien Favoriten an. Es sei ihre zweite Blutplasmaspende, so die 23-jährige Soziologie-Studentin. Die Aufregung und Angst vor dem Ungewohnten ist einer gewissen Routine gewichen. Ortskundig verstaut sie ihre Handtasche in einem der zur Verfügung stehenden Spinde und checkt bei der Annahmestelle ein.

Jeder Plasmaspender ist ein potentieller Lebensretter!
Warum sie überhaupt spenden geht, erklärt sie folgendermaßen: „Grundsätzlich bin ich eher ein sozialer Typ. Ich denk mir, Plasma ist etwas was jeder produzieren kann, und außer ein Piecks und ein bisschen Zeit ist nichts dabei. Ich kann Menschen helfen und ich kriege sogar Geld dafür – also ich denke das ist jetzt auch nicht so ungut, dass man noch etwas dafür bekommt.“

Nur kurzes Warten, regelmäßiges medizinisches Check-Up
Da sie einen Termin hatte, musste sie nur kurz warten. Auch ein Arztgespräch war diesmal nicht notwendig. Ein solches findet jeweils beim Erstbesuch, danach im Viermonatstakt statt – oder wenn einer der Blutwerte einmal nicht der Norm entspricht. Man wird zwar ein wenig ausgefragt, aber „wenn ich am Flughafen durch die Checks durch muss finde ich das unangenehmer als den Fragebogen hier.“, schildert Nina-Teresa.

Nachdem eine der 18 Liegen im Spendenraum frei wird, geht unsere Spenderin weiter und macht es sich bequem. Ein Einmal-Spenderset wird am Gerät montiert. Beim Anstich verzieht Nina-Teresa leicht das Gesicht. Eigentlich hat sie Angst vor Nadeln, meint sie, aber: „Angst kann man nur mit Wissen töten“, führt sie selbstbewusst ins Treffen und sagt anschließend: „da ich weiß, dass eigentlich nichts passiert, kann ich damit umgehen.“

89 Erstes Bild c Michael Hinterseer BU  Einchecken kontrolliertPlasmaspenden ist leichter verträglich als Blutspenden
Matthias Killmann, Stationsleiter von „Plasmapunkt Favoriten“, informiert: „Generell wird beim Plasmaspenden der zelluläre Bestandteil des Blutes zurückgeleitet, deswegen kann man öfter Plasma als Blut spenden. Bei letzterem braucht der Körper ganz einfach länger, um sich zu erholen.“ Bereits nach einem halben Tag sei man wieder voll fit, versichert Killmann. Plasmaspenden könne prinzipiell jeder zwischen 18 und 60 Jahren, der halbwegs gesund ist. Der ideale Zeitpunkt zum Spenden für Studenten ist um die Mittagszeit – dann ist weniger los, man muss kaum warten.

Nina-Teresa ist bei über zwei Drittel der Zielmenge von 850 Milliliter angelangt und wirkt leicht müde. „Wie nach einem langen Spaziergang“, meint sie. Erfahrungsgemäß – es ist ihr zweiter Besuch bei Plasmapunkt – dauert das etwa ein bis zwei Stunden an. Am Abend wird sie noch eine Vernissage gemeinsam mit ihrem Freund besuchen.89 Drittes Bild STREICHBAR KLEIN c Michael Hinterseer BU Gert zur Plasmapherese

20 Euro für die Wiener Linien
Das Gerät pfeift, es ist vorbei. Binnen weniger Sekunden ist eine Abnahmeassistentin zur Stelle und entfernt erst die Nadel und verschweißt die Spende luftdicht. Danach ist Nina-Teresa wieder auf den Beinen und geht zum Schalter, um sich ihre 20 Euro Zeitaufwandsentschädigung abzuholen. Gefragt, was sie mit dem Geld machen würde, gibt sie peinlich berührt zu: „Das bekommen die Wiener Linien – ich wurde nämlich kürzlich beim Schwarzfahren erwischt“.

Zum Abschluss bekommt die Spenderin, die eigentlich Nadelangst hat aber diese wegen sozialen Engagements für die Plasmaspende bezwingt, noch eine Süßigkeit zur Stärkung und macht sich nach einer Stunde im Spendezentrum auf, um den verbleibenden Abend mit ihrem Partner zu genießen.

FACTBOX:
Plasma wird unter anderem zur Herstellung folgender Arzneimittel benötigt:

  • Albumin: Bei Verbrennungen und schwere Verletzungen gleicht es gefährlichen Blut- und Eiweißverlust aus.
  • Immunglobuline: Dienen zur Vorbeugung und Behandlung lebensbedrohlicher Infektionen wie Hepatits, Gehirnhautentzündung durch Zeckenbiss oder Tetanus
  • Gerinnungsfaktoren: Sie ermöglichen so genannten „Blutern“ ein normales Leben

Plasmapunkt LOGO 4cSpendezentren in Wien und Graz:

Favoritenstraße 93, 1100 Wien (U1 Keplerplatz)

Kagraner Platz 49, 1220 Wien (U1 Kagranerplatz)

Lazarettgürtel 55, 8020 Graz (Citypark)

 

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