BÜCHERBÖRSE

ÖH-Wahl: VSStÖ stellt sich vor

Lucia Grabetz (c) Novotny
Lucia Grabetz

Der VSStÖ (Verband Sozialistischer Student_innen in Österreich) schickt die 24-Jährige Lucia Grabetz als Spitzenkandidatin für den VSStÖ ins Rennen.

Was studierst du, wo, seit wann und warum?
Ich studiere seit 2011 Deutsch und Französisch auf Lehramt an der Universität Wien, und möchte später einmal Deutsch als Zweitsprache unterrichten. Ich finde Bildung ist ein extrem wichtiger Schritt um eine gleichberechtigte Gesellschaft zu erreichen.

Wie finanzierst du dein Studium?
Über die ÖH bekomme ich eine Aufwandsentschädigung und außerdem unterstützen mich meine Eltern finanziell.

Was war die letzte Prüfung, bei der du durchgefallen bist?
Puh, das war noch im Jus Studium - Rechtsgeschichte beim Brauneder.

Die Hauptaufgabe der ÖH ist… ?
Die ÖH ist die Interessenvertretung aller Studierenden. Als VSStÖ setzen wir mit unserer Arbeit in der ÖH dort an, wo die Probleme der Studierenden liegen. Und was die Probleme sind, sehen wir bei unserer tagtäglichen Sozialberatung. Da gehts nämlich nicht nur um den Platz im Hörsaal, sondern eben gerade auch um sichere Arbeitsverhältnisse, um leistbares Wohnen und eine lückenlose soziale Absicherung. Für uns als VSSTÖ ist es am wichtigsten, dass alle Menschen studieren können - egal was für eine Staatsbürger_innenschaft oder was für ein finanzieller Background da ist.

Warum engagierst du dich gerade bei der ÖH?
Zu Studienbeginn war ich, wie der Großteil der Studierenden, ehrlich gesagt, etwas orientierungslos. Mangels einer echten Orientierungsphase, für die der VSStÖ übrigens schon vor Jahren ein Konzept erstellt hat, hab ich mich anfangs nicht so richtig zurecht gefunden. Ich habe mich für irrsinnig viele Studienrichtungen interessiert, inskribiert habe ich mich dann erst mal für Jus an der Uni Wien. Bei meiner ersten Lehrveranstaltung bin ich dann in einem überfüllten Hörsaal am Boden gesessen und auch inhaltlich war das Jus-Studium nicht das was ich mir vorgestellt habe. Zu dieser Zeit fand auch die Uni Brennt Bewegung statt – da war mir klar, wir sind ganz viele, die mit den derzeitigen Bedingungen an den Hochschulen nicht zufrieden sind. Durch die Beratung des VSStÖ zu meinem Studienwechsel, war mir dann ziemlich schnell klar, dass ich da mitmachen möchte – weil der VSStÖ nämlich für eine freie Hochschule und offene Gesellschaft steht, und es schafft Politik mit Service zu verbinden.

Warum sollte man euch wählen?
Als VSStÖ ist es uns wichtig, dass alle Menschen, unabhängig ihrer finanziellen Situation oder ihrer Staatsbürger_innenschaft studieren können – und zwar sozial abgesichert, selbstbestimmt und sorgenfrei. Wir wollen, die Voraussetzungen dafür schaffen, damit wir Studierende ein ganzes Leben während des Studiums haben können. Als Sozialreferentin an der ÖH, sehe ich durch die Sozialberatung immer wieder wo die Problemfelder für uns Studierende liegen: das sind Teure Mieten, schlecht bezahlte Jobs und ein lückenhaftes Beihilfensystem.
Genau da möchten wir als VSStÖ ansetzen, um die Lebenssituation der Studierenden zu verbessern. Dazu haben wir konkrete Projekte entwickelt, die wir auf der ÖH umsetzen werden, um direkt im Studienalltag zu helfen, wie z.B. den Plagiatscheck oder die Check-Your-Job-Plattform.

Was sind die drei wichtigsten Punkte für dich?
Durch unsere bundesweiten Sozialberatung, sowohl als VSStÖ, als auch in den Sozialreferaten der Hochschulvertretungen vor Ort, konnten wir in den letzten Jahren feststellen, dass die größten Sorgen der Studierenden sich immer wieder um die gleichen drei Themen drehen – Wohnen, Arbeiten und Beihilfen. Die Mieten sind so teuer, dass sie kaum noch leistbar sind. 84% der Studierenden arbeiten neben ihrem Studium– und das meist in prekären, unterbezahlten Jobs. Der Großteil der Studierenden arbeitet aus finanzieller Notwendigkeit, weil das Beihilfensystem nicht mehr unserer Studi-Realität entspricht und kaum greift. Wir sehen es als unsere Aufgabe, Gegenstrategien und Projekte zu entwickeln, die diesen Fehlentwicklungen entgegentreten und den Studierenden wieder ein ganzes Leben ermöglichen – ohne Sorgen und Existenzängste. Auf der ÖH wollen wir deshalb einen Heizkosten- und Kautionskostenzuschuss einrichten, für Studierende die sich diese Wohnkosten nicht leisten können. Wir wollen eine Check-Your-Job Plattform umsetzen, die einen Überblick über alle Infos und Rechte, die wir als Arbeitnehmer_innen haben, schaffen soll und eine Möglichkeit bietet den Arbeitsvertrag durch die GPA.djp checken zu lassen. Außerdem werden wir einen Plagiatscheck für alle Studierenden zur Verfügung stellen, damit wissenschaftliche Arbeit schnell und unkompliziert auf Zitierfehler etc. überprüft werden können.

Ich als Spitzenkandidatin trete dafür ein, dass..?
..alle studieren können, unabhängig vom Geldbörserl der Eltern oder der Staatsbürger_innenschaft. Ich gehe mit konkreten Konzepten und Vorstellungen in die ÖH und finde es wichtig Service und Politik miteinander zu verbinden. Als ÖH müssen wir nämlich da sein, wenn Studierende finanzielle Sorgen haben oder Hilfe im Studium brauchen, auf der anderen Seite soll es aber gar nicht erst dazu kommen. Es geht mir nicht nur um den Platz im Hörsaal, sondern auch um den Platz im Studiwohnheim und den Arbeitsplatz – mir geht’s ums ganze Leben.

Unser Wahlziel ist... ?
20 Prozent der Stimmen wären super!

Mögliche Koalitionspartner sind...?
Über Koalitionsvarianten werden wir wohl erst nach der Wahl nachdenken. Jetzt ist es uns einmal wichtig, unsere Forderungen und Projekte für ein "ganzes Leben" vorzustellen. Nach der Wahl wird sich dann zeigen, mit welcher Fraktion diese Konzepte am Besten umgesetzt werden können.
Klar ist aber, mit dem RFS wird es niemals zu einer Zusammenarbeit kommen, in welcher Form auch immer.

 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook