BÜCHERBÖRSE

20 Jahre Akad. Forum für Außenpolitik

10 c AFAVorschlag Verhandlung ber einen  Harvard-Fall im Zuge des Business Negotiations ClubWas die Unis in Österreich nicht zu schaffen scheinen, nehmen Studierende und Jungakademiker selbst in die Hand: Das Akademische Forum für Außenpolitik (AFA) bietet seit 1991 ihren Mitgliedern einen Einblick in das Arbeitsleben, initiiert praxisbezogene Projekte und wagt dabei einen Blick über den Tellerrand.

„Es gibt kein Aufnahmeritual mit Blutvergießen oder Mutproben. Wir sind kein Schnöselklub. Jeder der mitmachen will, ist bei uns willkommen.“, stellt Michael Pfeifer, Präsident des AFA, klar. Das Akademische Forum für Außenpolitik sei eine überparteiliche Vereinigung, die sich mit internationalen Fragen beschäftigt und dabei an Studierende und Jungakademiker richtet. Mitgliedern bietet das AFA zahlreiche Unternehmungen an. Ein ganz besonderes Event stellt die UNO-Simulation dar. Jedes Jahr treffen sich Studierende aus aller Welt Anfang August in der Wiener UNO City, um die Arbeit der Vereinten Nationen nachzuahmen.

 Eine Woche mit dem AFA

Langweile hat man als AFA-Mitglied wohl nie, dafür sorgt ein breites Angebot an Projekten. Für besonders Engagierte beginnt die Woche mit dem „Global Advancement Programme“. Für 30 ausgewählte Bewerber bietet sich die Chance ein Jahr lang von hochrangigen Experten zu lernen. Für alle anderen der derzeitigen 4000 Mitglieder beginnt die Woche Dienstag abends mit einem informellen Treffen. Hier besteht die Möglichkeit, bei einem Glas Wein über jegliche politische Themen zu reden. „Das ist perfekt für neue Mitglieder“, erklärt Marc Melich, Vorsitzender des AFA Wien. Jeden zweiten Mittwoch trägt der Debattierclub seine 

rhetorischen Kämpfe aus. Wer sich nicht traut als Redner mitzumachen, kann auch im Publikum sitzen. Donnerstags findet der „Business Negotiation Club“ statt. Dort wird in zwei Teams zu Harvard-Fällen auf Englisch debattiert. Freitags kann man im Rahmen des „Economy Club“ den Vorträgen von Wirtschaftsgrößen lauschen. Woran und wie oft man teilnimmt, kann jeder selbst entscheiden. Man muss auch nicht zwingend Mitglied sein um an den Projekten teilzunehmen. Christoph Wiederkehr, Generalsekretär des Debattierclubs, dazu: „Wir sind nicht exklusiv. Bei uns geht es ganz locker zu.“

Pfeifer Melich"Wir machen keine Freunderl-Wirtschaft"

Michael Pfeifer ist seit 2000 Präsident des AFA und seit 2009 Generalsekretär des Muttervereins „ÖGAVN“. Marc Melich studiert Politikwissenschaft und engagiert sich seit 2008 ehrenamtlich beim AFA. Das UNIMAG traf sich mit den beiden Herren zum Gespräch in der Hofburg.

UNIMAG: Wie kamen Sie zum AFA?
Michael Pfeifer: Ich kam 1993 durch Zufall dazu. An der Uni hat mich eine Studienkollegin gefragt ob ich auf eine vom AFA organisierte Studienreise mit nach Budapest kommen wolle. Danach saß ich auch schon im Büro des AFA. Ich habe mich immer viel eingebracht. Als dann der einzige bezahlte Job frei wurde, habe ich ihn bekommen.

Marc Melich: Ich bin seit 2008 dabei. Ich bin darauf gestoßen als ich meinen Bundesheerdienst geleistet habe. Ich habe die Angebote durchgeschaut und dann gleich mitgemacht. Seit 2011 bin ich ehrenamtlicher Vorsitzender vom AFA Wien.


Inwiefern profitieren Studenten vom AFA?

Michael Pfeifer: Durch die verschiedenen Projekte haben Studenten die Möglichkeit ihre Organisationsskills zu verbessern, können im Team arbeiten und lernen verschiedene Führungsstile kennen. Bei uns erhalten sie die praktische Lehre die sie an der Uni nicht bekommen. Es gibt POWI Studenten, die noch nie in ihrem Leben einen Politiker gesehen haben. Das ist pervers.

Marc Melich: Letztes Jahr war ich als Generalsekretär bei der VIMUN dabei. Die Politiker dort erzählen viel Persönliches, aus dem echten Leben. Viele POWI Studenten blocken aber ab, weil sie das Konzept des AFA nicht verstehen.

11 1 2 c AFAVorschlag Im Gesprch mit dem Prsidenten von AFA- Michael PfeiferKooperieren Sie auch mit der Uni?

Michael Pfeifer: Wir kooperieren nicht mit der Uni, aber das geht nicht von uns aus. Bei den informellen Treffen reden wir schon über die Uni, die dienen ja auch dem Meinungsaustausch. Zum Beispiel haben wir schon zweimal über das Thema Studiengebühren debattiert.

Was darf man, was muss man?

Michael Pfeifer: Wir sind offen für alle die an internationale Fragen interessiert sind. Wir machen keine „Freunderl-Wirtschaft“. Das einzige echte Kriterium ist, dass man Student und im Alter von 18 bis 35 Jahre alt ist. Es gibt einen Mitgliedsbeitrag von 20 Euro im Jahr und dann wird man über alle Veranstaltungen und Projekte informiert und kann, wenn man will, daran teilnehmen.

Mehr Infos unter: www.afa.at.

 

Sabine Pusswald

Sabine Pusswald | Redakteurin & Content-Managerin

sabine.pusswald (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

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