BÜCHERBÖRSE

Vorortreportage: Rektorat und Audimax besetzt

  • geschrieben von Stefan Weiss & Lukas Fischnaller
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Foto: Ines Burzic (links) und Simon (rechts)
Foto: Ines Burzic (links) und Simon (rechts)

Die Proteste gegen die geplanten Einschnitte beim Studium Internationale Entwicklung (IE) an der Uni Wien gehen weiter. Über 100 Studierende besetzten in einer geplanten Aktion das Rektoratsbüro der Universität. Am späten Nachmittag wurde auch das Audimax besetzt.

„Wir sind hier und wir sind laut, weil ihr uns den Bachelor klaut!“

Mit Sprüchen wie diesem machten heute Vormittag über 100 Studierende der Internationalen Entwicklung und unibrennt-Anktivisten ihrem Unmut Luft. Im Mittelpunkt des Protests standen neben der geplanten Einstellung des IE-Bachelors auch die Studieneingangsphasen (STEOPS) und der Kampf gegen Studiengebühren.

Unverständnis über „IE-Streichung“

"Es ist für mich völlig unverständlich, dass ein Studium wie IE gestrichen werden soll, wenn es jedes Jahr hunderte neue Interessenten gibt. IE ist aufgrund seiner Transdisziplinarität eine Bereicherung in einer globalisierten Welt. Die daraus resultierenden vielfältigen Möglichkeiten bieten zahlreiche Denkanstöße, die unbedingt gebraucht werden", schildert einer der Protestierenden seine Beweggründe für die Teilnahme an der Aktion.

Rektor für Dialog mit Aktivisten nicht erreichbar

Die Ankündigung des Rektorats, den Bachelor Internationale Entwicklung in naher Zukunft einzusparen und stattdessen nur noch einen Master-Lehrgang anzubieten wollten die Studierenden nicht einfach hinnehmen. Man habe mit dem Rektor über den Fortbestand des Bachelors reden wollen, so eine Besetzerin gegenüber UNIMAG. Dieser habe das Rektorat allerdings bereits verlassen gehabt.

Polizei löst Besetzung auf. Verfassungsschutz filmt.

Die Uni-Leitung reagierte umgehend und veranlasste die Polizei zur Räumung des besetzten Rektorats. Laut Zeugenberichten kam es zu kleineren Verletzungen Protestierender im Zuge der Räumung durch die Exekutive. Ebenso soll eine Angestellte der Universität beim Aufdrücken einer Tür leicht verletzt worden sein. Dies wurde von den Aktivisten bestätigt. Mehreren Twitter-Meldungen zufolge filmte der Verfassungsschutz die Protestaktion.2 - Kopie

Besetzer angezeigt

Gegen die verbliebenen Besetzer wurde Anzeige nach dem Verwaltungsstrafrecht erstattet, wie ein Sprecher der Polizei gegenüber UNIMAG bestätigte. Vor der Universität formierte sich im Anschluss an die Rektorats-Besetzung ein neuerlicher Protestzug, der auf der Universitätsstraße, über das neue Institutsgebäude bis zum Universitäts-Campus zog.

Audimax besetzt - Aktivisten formulieren Forderungen

Am späten Nachmittag besetzten 200 bis 300 Aktivisten das Audimax der Uni Wien. Weitere Personen schlossen sich der Besetzung an, ehe die Polizei das Gebäude abriegelte und sogar Medienvertretern den Zutritt verwährte. Unterdessen formulierten die Aktivisten im Plenum ihre Forderungen: Die Beibehaltung des Bachelors Internationale Entwicklung, die Abschaffung der umstrittenen Studieneingangsphasen bei gleichzeitiger Erhöhung der Prüfungsantritte und ein Nein zu Studiengebühren.

Während sich die Besetzer angesichts massiver Präsenz von Polizei und Verfassungsschutz unbeeindruckt zeigten, signalisierte die Uni-Leitung zuletzt Gesprächsbereitschaft.

 

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