TRAINEEPROGRAMME

Pressegespräch an der Universität Wien

Nach den gestrigen Besetzungen des Rektorats am Vormittag und des Audimax am Nachmittag (UNIMAG berichtete) wurden Medienvertreter heute zu einem Pressegespräch in den Senatssaal der Universität geladen. UNIMAG war für euch dabei.

Rektor Engel schilderte den Ablauf des gestrigen Tages, wonach sich Studierende "gewaltsam Zutritt zu den Büroräumen der Universität Wien verschafften und dabei eine Mitarbeiterin und einen Professor leicht verletzten". Nachdem die Polizei das Büro räumte und die Besetzer die Uni verließen – in keiner Silbe wurde auf das aggressive Verhalten der Polizei eingegangen - wurde nach einer Demonstration am Ring gegen 17 Uhr das Audimax besetzt und eine darin stattfindende Prüfung verunmöglicht. Bis Mitternacht wurde das Audimax polizeilich geräumt und daraufhin die Universität geschlossen. Laut Rektorat wurde das Vorsitzteam der HochschülerInnenschaft der Uni Wien zu einem Gespräch eingeladen, indem zwei Lösungsvorschläge besprochen werden sollten. Nach Rückfrage an das Vorsitzteam der ÖH der Uni Wien wird klargelegt, dass „wir als ÖH die Proteste der Studierenden der IE zwar absolut unterstützen, diese aber von den Studierenden selbst ausgegangen ist und wir uns deswegen zu keiner Zeit in Verhandlungen mit dem Rektorat befunden haben. Die vom Rektorat eingebrachten Lösungsvorschläge wurden dann in weiterer Folge an die das Audimax besetzenden Studierenden vermittelt, in einem Plenum diskutiert und abgelehnt.“

Die Vorschläge des Rektorats sind folgende: am 23.04. wird im Juridicum (U10) ab 16: 30 Uhr eine Diskussionsveranstaltung stattfinden, wo es um Studiengebühren und die allgemeine finanzielle Situation der Uni gehen soll; am 30.04. findet eine Veranstaltung statt, wo es um die IE gehen soll. Beide Termine sind für alle Interessierten öffentlich zugänglich.

 

Universität bleibt geschlossen

Nachdem das Audimax geräumt wurde, veranlasste das Rektorat die vorübergehende Schließung des Hauptgebäudes, bis alle Beschädigungen behoben und Verunreinigungen beseitigt sind. Somit sind Lehrveranstaltungen und Prüfungen heute und auch morgen im Hauptgebäude abgesagt. Der Zutritt ist nur für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Universität nach Identifikation/Ausweisleistung möglich. Laut Rektor Engl soll der Universitätsbetrieb am Montag, 23.04. wieder aufgenommen werden. Sowohl Mag. Kothbauer, Vorsitzender des Universitätsrates, als auch Prof. Fuchs, Vorsitzender des Senats, unterstützen die Vorgangsweise des Rektors; allen dreien ist bewusst, dass die Studienplatzfinanzierung ein hochwichtiges Thema ist und auch die Forderungen der Studierenden legitim sind, nicht aber in Form von Besetzungen. Engl meinte dazu „Dialogbereitschaft und reden ja, aber nicht unter den Umständen, wie es gestern passierte.“ Warum die Universität am heutigen und auch morgigen Tag geschlossen bleibt, ist völlig unverständlich. Anstatt die Schließung auf der Homepage der Universität zu kommunizieren, hätten man besser eine E-Mail an alle Studierenden ausschicken können. Verärgerung, Zorn und Unverständnis der heute vor verschlossenen Türen Wartenden war groß. Will man mit dieser unglückliche Aktion seitens der Universität die Studierenden gegenseitig ausspielen? Oder hat die Uni einfach Angst vor einer neuerlichen Besetzung?

Lukas Fischnaller

Mag. Lukas Fischnaller | Chefredakteur
Twitter: @lukfis1

Kontakt: lukas.fischnaller(ät)unimag.at

Webseite: www.unimag.at
 

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