BÜCHERBÖRSE

ÖH-Wahlen 2011

  • geschrieben von Andreas Zommer
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Alle zwei Jahre ist es wieder soweit. Die ÖH-Wahl steht vor der Tür und ist im universitären Umfeld schwer zu übersehen. An allen Ecken und Enden stehen Plakatständer und die vielen Informations-Flyer und Broschüren drohen uns zu erschlagen. Doch um was geht es bei der Wahl eigentlich und warum ist die Wahl so wichtig?

Ende Mai dürfen wieder rund 280.000 Studierende ihre Vertreter in der Hochschülerschaft wählen. Die Wahlbeteiligung in den letzten Jahren war extrem niedrig. So gaben 2009, trotz e-Votings, nur 25,7% ihre Stimme ab.

Wen wähle ich eigentlich?

Anders als vor einigen Jahren wird bei der ÖH-Wahl die Bundesvertretung, das bundesweite Studentenparlament, nicht mehr direkt gewählt. Mittlerweile dürfen wir nur noch die Universitätsvertretung wählen, wo unterschiedliche Listen antreten. Die Uni-Vertretungen entsenden dann Mandatare in die Bundesvertretung. Zusätzlich dazu werden auch die Vertretungen für die Studienrichtungen gewählt. Hier treten jedoch einzelne Personen an. Diese gewählten Studienvertreter wählen wiederum die Fakultätsvertretung.

Welche Listen treten an?
Die stärkste Fraktion war 2009 die Aktionsgemeinschaft (AG) mit 33,27 %, gefolgt von den „Grünen und Alternativen StudentInnen“ (GRAS) und den Fachschaftslisten (FLÖ). Trotz Wahlsieges konnte die AG nicht den ÖH-Vorsitzenden stellen, diese ist zurzeit die Tirolerin Sigrid Maurer von den GRAS.
Neben den drei stimmenstärksten Listen treten auch weitere an, wie der „Verband Sozialistischer StudentInnen“ (VSSTÖ), der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) oder die Jungen Liberalen (JuLiS) an. Trotz ähnlicher Wahlprogramme sind die kommunistischen Studierenden gespalten, nämlich in den „Kommunistischen StudentInnenverband“ (KSV) und den „Kommunistischen StudentInnenverband Linke Liste“ (KSV LiLi).

Desweiteren findet man auf den unterschiedlichsten Universitäten immer wieder Listen, die als „Blödel-Listen“ angesehen werden. Als gutes Beispiel seien hier die seit 1997 existierenden „No Ma’am“ genannt, die mit Sexismus und Bier-Klischees punkten und Stimmen holen. Bei der diesjährigen Wahl kandidieren jedoch bis auf die genannte keine exotischen Listen.

Warum wählen?
Seit 1945 existiert die Österreichische Hochschülerschaft in ihrer heutigen Form und setzt sich für die Interessen der Studierenden ein. Bis in die späten Siebziger war die Wahlbeteiligung bei 70% und die ÖH konnte durch Einsatz und Kampfwillen das universitäre Umfeld mitbestimmen. Mit der sinkenden Wahlbeteiligung sank auch der Einfluss der ÖH auf den Universitäten. Tiefpunkt waren die Studentenproteste letztes Jahr. Nicht die ÖH konnte mehr Geld für die Universitäten ausverhandeln, sondern die Studierenden selbst durch die Besetzung von Hörsälen.

Vermeintlich trotzdem wichtig, dass wieder mehr Studierende wählen gehen, denn nur durch eine hohe Wahlbeteiligung scheint die ÖH eine Vertretungslegitimation zu besitzen.

 

 

 

 

 

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