BÜCHERBÖRSE

Probleme im Bildungssystem bestehen weiter fort

DIE PROBLEME NEHMEN KEIN ENDE Bild: wordle.net
DIE PROBLEME NEHMEN KEIN ENDE


Pünktlich zu Studienbeginn befragte UNIMAG unterschiedlichste Studierendenvertretungen an österreichischen Bildungseinrichtungen zu aktuellen Problemen an ihrer Universität im Allgemeinen und in Studienrichtung(en) im Konkreten. Hier eine kleine Auswahl.

„Hauptproblem ist und bleibt die mangelnde Ausfinanzierung, welche aber durch den Bund bedingt ist. Vor Ort kränkt es noch bei so manchen verschulten Bachelorstudien, diese müssen in zahlreichen Sitzungen und mit den konstruktiven Inputs der Studierendenvertretungen gelöst werden“. Florian Heiß, ÖH Universität Innsbruck

„Die vordergründigsten Probleme, die unsere Studierenden an einem rechtzeitigen Studienabschluss hindern, sind allesamt an die von der MUW geforderte beinahe 100%ige Anwesenheitspflicht geknüpft. Darunter leiden besonders sozial benachteiligte Studierende, die neben ihrem Studium arbeiten müssen aber auch junge Mütter und Väter. Probleme bereiten auch die fehlende Anrechenbarkeit zwischen einzelnen Studienrichtungen oder Medizinischen Universitäten. Akut versuchen wir bei der Implementierung des klinisch-praktischen Jahres eine sozialverträgliche und qualitätsgesicherte Variante zu erwirken“. Birgit Ludwig, stv. Vorsitzende der ÖH Medizin Wien 

„Die Situation bei uns ist wunderbar, ja gerade zu perfekt. Unsere Studierenden sind leistungswillig, outputorientiert und integrieren sich vorbildlich in den Arbeitsmarkt. Wir sind begehrt wie warme Semmeln. Wir sind die dampfenden Teigwaren, frisch aus dem Ofen der Verwertung. Wir sind Jacks vollkommenes Defizit an Überraschung“. Die satirische Antwort der Studienvertretung „Umwelt- und Bioressourcenmanagement“ der Universität für Bodenkultur Wien 

„Wiederkehrende Schwierigkeiten sind Anerkennungsprobleme bei absolvierten Lehrveranstaltungen, ungleiche Fristen für Studierende außerhalb des EWR-Raums sowie die rigide Umsetzung der STEOP, die Studierende durch Knock-Out Multiple-Choice-Tests selektiert. Die Unterfinanzierung führt dazu, dass die Infrastruktur mangelhaft ist und z.B. für spezielle Förderprogramme für Studierende mit Hörbeeinträchtigung immer aufs Neue gekämpft werden muss. Es braucht dringend umfassende Gesetzesreformen, mit kurzfristigen Mitteln kommt man nicht weit“. Kathrin Hildegard Gloesel, ÖH Uni Wien, Referat für Öffentlichkeitsarbeit 

„Das größte Problem an den Unis ist deren eklatante Unterfinanzierung. Die Blockade-Politik der Regierung und das ständige herumwursteln sorgen dafür, dass wir im internationalen Wettbewerb noch weiter abrutschen. Auch die halbherzigen Reformen haben wenig Sinn, solange nicht eine ausreichende Basis-Finanzierung sichergestellt ist. Diskussionen über Studiengebühren dienen dazu, von der Finanz-Misere abzulenken“. Stefan Sagl, Vorsitzender der ÖH Klagenfurt 

„Die BOKU hat weder ausreichend große Hörsäle noch genügend Lernplatz für die Studierenden. Bei LBT ist die Aufrechterhaltung des hohen Lehrniveaus nur durch ideell motivierten Mehreinsatz der Lehrenden möglich. Gerade für JungwissenschaftlerInnen fehlen oftmals vernünftige Zukunftsaussichten“. Fabian Frommelt im Namen der Studienrichtung LBT (Lebensmittel- und Biotechnologie), Universität für Bodenkultur


„Die österreichischen Hochschulen kämpfen heute vor allem mit den schlechten Rahmenbedingungen, die von Seiten der Politik gesetzt werden. Minister Töchterle hat sich hier als klarer Fehlgriff erwiesen: von der verpatzen Voranmeldung bis hin zu rechtswidrigen Studiengebühren: Erst wenn ein zuständiger Minister seinen Job wieder ernst nimmt, können Studierende auf jene Rahmenbedingungen hoffen, die sie auch verdienen“. Hannes Halak, ÖH Johannes Kepler Universität Linz

Lukas Fischnaller

Mag. Lukas Fischnaller | Chefredakteur
Twitter: @lukfis1

Kontakt: lukas.fischnaller(ät)unimag.at

Webseite: www.unimag.at
 

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