BÜCHERBÖRSE

TU: Ende des offenen Hochschulzugangs

AUCH FÜR INFORMATIK GIBT ES NUN ZUGANGSBESCHRÄNKUNGEN (c) FACHSCHAFT INFORMATIK
AUCH FÜR INFORMATIK GIBT ES NUN ZUGANGSBESCHRÄNKUNGEN

Neben Medizin, Publizistik, Psychologie und anderen Studienrichtungen sehen sich seit diesem Semester auch Studierende der Informatik an der TU Wien mit de facto- Zugangsbeschränkungen  konfrontiert.

Am vergangenen Dienstag trauerten Studierendenvertreter um den offenen Zugang zum Informatikstudium an der Technischen Universität Wien, symbolisch wurden schwarze Stoffbahnen  aus den Fenstern des Institutsgebäudes heruntergelassen. Ab diesem Semester werden dort nach vier Wochen in jedem Fach des ersten und zweiten Semesters ca. die Hälfte aller Studierenden rausgeprüft. Die restlichen Studierenden müssen die restlichen Monate bis März aussetzen und ihr Studium verzögert sich somit um mindestens ein Semester.

Von den rund 800 Anfängern und Anfängerinnen können nur maximal 420 Studierende weiter machen und das obwohl „die AnfängerInnenzahlen schon lange rückläufig sind. Von 2001 bis 2011 sanken diese von 1311 auf lediglich 797 Studierende, die im Wintersemester ein Informatik- oder Wirtschaftsinformatikstudium an der TU Wien begonnen haben“, zitiert Thomas Danecker (Studienvertretung Informatik) die Inskriptionsstatistiken.

„Beschränkungen verlagern nur die Probleme von einer Studienrichtung in die nächste. In der Informatik ist schon jetzt ein eklatanter Fachkräftemangel zu beklagen. Aber auch in der Architektur besteht keine Garantie, dass der Bedarf sich wie erwartet entwickelt,“ so Klara Neugschwandtner, stellvertretende Vorsitzende der HTU Wien.

Gegenüber der APA zeigte Dekan Gerald Steinhardt Verständnis für die Kritik der Studierenden, betonte aber gleichzeitig, dass es sich weder um Zugangsbeschränkungen noch um KO-Prüfungen handle. „Auch ich bin alles andere als glücklich mit der Situation und würde gerne alle, die bei uns ein Studium beginnen wollen, ausbilden können". Allerdings sei es aber mit den derzeitigen Ressourcen unmöglich, einer unbegrenzten Zahl von Anfängern eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu garantieren. Und das sei weder den Studierenden noch den künftigen Abnehmern in der Wirtschaft gegenüber zu verantworten, so Steinhardt im APA-Gespräch.

c tu wien foto j. zinnerUNIMAG sprach mit Rektorin DI Dr. Sabine Seidler und fragte u.a., ob Sie die Traueraktion an der TU nachvollziehen könne.

Ich habe Verständnis für den Vorstoß der Studierenden an der Fakultät für Informatik, wo bereits seit einigen Jahren unter nicht optimalen Rahmenbedingungen versucht wird, qualitätsvolle Lehre zu betreiben. Das bedeutet konkret, wir haben in den Studien der Informatik derzeit eine Unterkapazität von mehr als 50 %, selbst bei ausschließlicher Berücksichtigung prüfungsaktiver Studierender. Die Studierenden sollen aber auch wissen, dass die TU Wien hart daran arbeitet, die Situation zu verbessern und Lösungen zu finden.

Werden weitere Studienrichtungen an der TU Wien quantitativ beschränkt?

Derzeit laufen die Budgetverhandlungen mit dem Wissenschaftsministerium und wir prüfen die rechtlichen Möglichkeiten. Das Beispiel der Informatik zeigt uns einmal mehr, dass es dringend notwendig ist, den Zusammenhang zwischen Leistungen und Ressourcen herzustellen. Dazu muss auch über Kapazitäten diskutiert werden, da eine Lösung des Problems von beiden Seiten möglich ist - Erhöhung der Ressourcen oder Beschränkung der Kapazitäten. Gleiches gilt für die Studienrichtung Architektur.

Wie bewerten Sie die Initiative MINT des Wissenschaftsministeriums? Wird diese durch Beschränkungen in den Fächern (z.B. Informatik) nicht ad absurdum geführt?

Als die MINT-Universität schlechthin, steht die TU Wien der Initiative positiv gegenüber. Sowohl die InitiatorInnen aber auch die AnbieterInnen von MINT-Bildungsangeboten müssen sich bewusst machen, wie viel die Ausbildungssysteme tragen. Sprich, wie viele Menschen eine Top-Ausbildung in einem vernünftigen Zeitraum erhalten können und wie viele gut ausgebildete AbsolventInnen der Arbeitsmarkt benötigt.

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Lukas Fischnaller

Mag. Lukas Fischnaller | Chefredakteur
Twitter: @lukfis1

Kontakt: lukas.fischnaller(ät)unimag.at

Webseite: www.unimag.at
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