BÜCHERBÖRSE

Gesichtet: Die große Liebe

Spotted: University of Vienna
Spotted: University of Vienna

Mit anonymen Beiträgen soll die Facebook-Seite "Spotted: University of Vienna" schüchternen Studierenden unter die Arme greifen.

An ihr kam fast keiner vorbei in den letzten Tage: Die Facebook-Seite "Spotted: University of Vienna". Seit ihrer Gründung am 12. Dezember gewinnt die Initiative stündlich neue Fans. Momentan hält sie bei 11.061 "Likes".

Das Prinzip "ist ganz einfach", wie die Initiatoren schreiben. Wenn man das Geschöpf seiner Träume irgendwo zwischen Campus und Lesesaal erblickt, kann man ihm über "Spotted" anonym eine Nachricht zukommen lassen. Beleidigende Beiträge werden nicht veröffentlicht, denn das Hauptaugenmerk der Seite liegt schließlich auf "Liebe, Romantik und Anonymität" wie die Gründer UNIMAG berichten. Und tatsächlich treiben die Beiträge der Suchenden mitunter literarische Blüten:

"Ey diese lernerei, man mich kotzt es an/ seit Stunden in der hauptunibib und ermittle kosten Mann /Es gibt keinen Lichtblick, es is kein Ende in Sicht / Studentenleben ohnmann wie elendig es is/ Doch dann schaue ich hoch und nehm ihr Gesicht wahr/ Mir wird heiß wie beim Hitzschlag, so als ob mich ein Blitz traf/ Die Ohrringe sie glitzern, und ihr brauner Zopf/ Reißt mich aus den Gedanken als hätte jemand meinen Traum gestoppt/ Und ihn vor mich gesetzt sie ist so zierlich süß/ Sie ist so hübsch das zum verlieben nur ein Blick genügt/ Ich muss dich kennenlernen du süße in dem Lila Top /"

Innerhalb kurzer Zeit hat sich die Seite auch als eine beliebte Unterhaltungsplattform unter ihren Verfolgern etabliert. Und so gestalten sich auch die Kommentare unter den Gesuchen sehr humorvoll.

Die Gründer der Seite sind selbst alle Studenten, doch möchten auch sie ihre Anonymität wahren. Seinen Anfang nahmen die Kuppelseiten in den USA und England und nun verbreitet es sich auch auf Universitäten im deutschsprachigen Raum. Die Version der Wiener Universität der Facebook-Seite gilt als Vorreiter für andere Hochschulen in Österreich. So mischen mittlerweile auch die Salzburger Universität, die TU Wien und die WU bei der Kontakvermittlung zwischen Studierenden mit.

Die Motivation der Gründer ist es "dem Unialltag eine schöne Abwechslung zu verschaffen". Und so wird neben dem Lernen für die nächste Prüfung auch fleißig im Hörsaal geflirtet wie man den Postings entnehmen kann. Es gab auch schon glückliche Zusammenführungen von Gesuchten und Suchenden. Ein besonderer Höhepunkt laut der Spotted-Betreiber war eine versteckte Telefonnummer in einem Bibliotheksbuch, welche in weiterer Folge zu einem Date führte.

Täglich tauchen nun weitere Spotted Seiten auf, die das Konzept aufgreifen und auf ihre eigene Umgebung umlegen. So zählen mittlerweile auch Spotted: Vienna Nightlife und Spotted: Wiener Öffis zu beliebten Seiten. Die Seite Enemy Spotted: University of Vienna hat sich zum Glück noch nicht durchgesetzt und so heißt es weiterhin "Share the love", für ein bisschen mehr Liebe im Unialltag.

Marie Salzmann

Marie Salzmann | Redakteurin

marie.salzmann (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: September 2012

 

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