BÜCHERBÖRSE

Endlich: Psychologie-Master an der Uni Wien

Therapieplan für Studienrichtung überfällig Mike Relund
Therapieplan für Studienrichtung überfällig

Ab dem kommenden Wintersemester soll es an der Universität Wien einen regulären Master in Psychologie mit drei Schwerpunkten geben. Bisher konnten Bachelor-Absolventen ein individuelles Masterstudium absolvieren.

Mit dem Bologna-Prozess wurde den Diplomstudien ein Ablaufdatum gesetzt. Ziel war die Umstellung auf die Studienstruktur von Bachelor und Master. Studierende, die vor dem 01. Oktober 2010 (Start Bachelor Psychologie an der Uni Wien) inskribierten, müssen ihr Diplomstudium bis 30. April 2016 abschließen, um nicht automatisch umgestellt zu werden.

An anderen Universitätsstandorten wurden sehr bald Psychologie-Master geschaffen, um den Studienanschluss zu gewährleisten. An der Uni Wien soll es ab dem Wintersemester 2013/14 soweit sein. Dr. Harald Werneck, SPL für Psychologie, meint dazu, „dass das (reguläre) Mastercurriculum Psychologie später als ursprünglich geplant starten wird, hängt vor allem damit zusammen, dass es aus Sicht des Senats in der damaligen Version nicht abdeckbar war.“ Für Studierende, die schon im laufenden Studienjahr auf Masterebene in das Psychologie-Studium einsteigen wollten, gab bzw. gibt es die Übergangslösung eines „Individuellen Masterstudiums Psychologie“ (IMP).

Wie schaut der Master Psychologie aus?

Der Master wird künftig drei Schwerpunkte mit vorgegebener prozentualer Aufteilung umfassen: „Angewandte Psychologie: Arbeit, Bildung & Wirtschaft“ (35%),  „Psychologische Grundlagen: Geist & Gehirn“ (20%) und „Gesundheit, Entwicklung & Förderung“ (45%). Die Zahlen orientieren sich an der bisherigen Nachfrage im Rahmen des Diplomstudiums bzw. an den vorhandenen personellen Ressourcen und nicht zuletzt auch an der zu erwartenden Arbeitsmarktsituation der potentiellen Master-Absolventen. Wie viele Plätze tatsächlich geschaffen werden, weiß bisher noch niemand.

Test vs. Quote

Professor WerneckWerneck betont, dass der Zugang frei bleiben und das Kriterium für die Zuteilung zu einem der drei geplanten Schwerpunkte die persönliche Präferenz sein wird. „Jene Studierende, die das Bachelorstudium Psychologie an der Uni Wien abgeschlossen haben, sollen ohne weitere Voraussetzungen zugelassen werden.“ Daneben sind 50 Plätze für Studierende von anderen Universitäten reserviert, die aber ein Auswahlverfahren durchlaufen müssen. Wenn sich die Präferenzen mit dem Anteil der Plätze nicht decken, dann wird ein Testergebnis für die Entscheidung herangezogen. Es können aber dennoch Lehrveranstaltungen des „gemeinsamen Kerns“ aller Vertiefungen besucht werden. Der Test kann im darauffolgenden Semester wiederholt werden, um sich so den präferierten Platz zu sichern.

Die Studierendenvertretung spricht hingegen von Quoten und meint: „Entweder die Zwangszuweisung kommt weg oder wird abgeändert.“ Auch eine Einzelklage oder Dienstaufsichtsbeschwerde steht im Raum. Des weiteren wird argumentiert, dass das Zuteilungsverfahren der Lernfreiheit widerspricht, da ganze Schwerpunkte mit mehreren LVs durch einen Test „zwangszugewiesen“ werden. Die Studierendenvertretung wünscht sich mehrere Master und nicht einen mit mehreren Schwerpunkten.

Wie geht es nun weiter?

Endgültig beschlossen wird das Curriculum am 4. März. Zu Redaktionsschluss war das Ergebnis nicht bekannt, es ist aber anzunehmen, dass der Senat den Beschluss in der jetzigen Form annehmen wird. Die studentische Vertretung wird, wie angekündigt, dagegen Einspruch erheben.

„Nach einem ersten kompletten Durchlauf wird das Curriculum wahrscheinlich zu evaluieren und gegebenenfalls notwendige Anpassungen vorzunehmen sein“, so Werneck abschließend. Bleibt also nur zu hoffen, dass ein möglichst unbürokratischer Umstieg in den regulären Master bewerkstelligt wird und genügend Plätze geschaffen werden.

 

Lukas Fischnaller

Mag. Lukas Fischnaller | Chefredakteur
Twitter: @lukfis1

Kontakt: lukas.fischnaller(ät)unimag.at

Webseite: www.unimag.at
 

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