BÜCHERBÖRSE

Die Universitäten rebellieren

Die Universitäten rebellieren BIld: (c) TU Wien

Ab kommenden Wintersemester werden das TU-Studium Architektur sowie das NaWi-Studium Molekularbiologie an der TU Graz zugangsbeschränkt. Für beide Studien gibt es Registrierungsfristen. Sollten hier die Schwellenwerte überschritten werden, kommt es zu einem 2-stufigen Zulassungsverfahren, das voraussichtlich aus dem Upload eines Motivationsschreiben oder Durchführung eines Self-Assessment-Centers online und einem schriftlichen Test bestehen wird. Für die Studien im Feld Informatik (Telematik, Softwareentwicklung-Wirtschaft, Informatik) hat sich der Senat gegen eine Regelung ausgesprochen - es bleibt derzeit abzuwarten, wie das Rektorat entscheidet. In einem offenen Brief an den Senat der TU Graz kritisiert die HochschülerInnenschaft die Beschränkung der Informatik-Fächer als kontraproduktiv und unnötig, zudem stünden rechtliche Unklarheiten im Raum. Die Studierendenvertretung verlangt mehr Zeit und gewissenhaftes beleuchten derartiger Entscheidungen dieser Größenordnung.

Auch die TU Wien entscheidet sich gegen Aufnahmeverfahren in der Architektur und der Informatik. Die Mindestzahl an Studienplätzen, die die TU Wien laut Vorschreibung des BMWF anbieten müsste, ist viel zu hoch, unrealistisch und hat mit den tatsächlichen Kapazitäten nichts zu tun. So verfügt die Uni in Architektur und Raumplanung in etwa über Kapazitäten für rund 535 StudienanfängerInnen, vorgesehen sind jedoch 1.030. In der Informatik können realistisch 509 Studierende betreut werden, die Vorgabe des BMWF liegt bei 980. Die TU Wien unterzeichnete deshalb den Zusatz zur Leistungsvereinbarung als einzige Universität nicht. "Ich unterschreibe nicht, weil wir nicht bestätigen können, dass wir für dieses verpflichtende Angebot von Studienplätzen auch die Ressourcen haben. Das ist Fairness gegenüber zukünftigen Studierenden", bekräftigt Rektorin Sabine Seidler. Gegenüber der APA meinte Wissenschaftsminister Töchterle "Die Entscheidung der TU Wien liegt in ihrer Eigenverantwortung, jedoch gerade im Bereich der Architektur ist sie nicht nachvollziehbar". Die Studierenvertretung jubelte: „Die Entscheidung unseres Rektorates ist ein Schritt, der von anderen Universitäten jetzt wiederholt werden sollte“, so Martin Olesch, Vorsitzender der HTU Wien, die Aufnahmeverfahren nicht durchzuführen.

Nach Entscheidung der TU Wien hat auch das Rektorat der Uni Wien entschieden, dass das Aufnahmeverfahren in den Bachelorstudien Informatik und Wirtschaftsinformatik im Studienjahr 2013/14 ausgesetzt wird.

Lukas Fischnaller

Mag. Lukas Fischnaller | Chefredakteur
Twitter: @lukfis1

Kontakt: lukas.fischnaller(ät)unimag.at

Webseite: www.unimag.at
 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook