BÜCHERBÖRSE

Sparen - aber wie?

Sparen - aber wie? Bild: Joyous!
Sparen - aber wie?

Die nächste Krise kommt bestimmt: Sparen ist cool geworden. Hatte es zeitweise einen eher spießigen Ruf, ist das Thema nun auch bei den Jugendlichen voll akzeptiert. Es ist nicht so, dass die Heranwachsenden nur im Hier und Jetzt leben, sich vor allem mit sich selbst und weniger mit der Zukunft beschäftigen. Dennoch wird das Ersparte eher in Luxusgüter investiert als auf Sparbüchern deponiert. Warum?

Das Sparschwein für Party & Co.

Laut dem Jugendmonitor vom April 2012 legt sich mehr als die Hälfte der Jugendlichen jeden Monat etwas Geld zurück. Dabei denken aber nur Wenige weiter als bis zum nächsten Party-Wochenende. Es wird Geld für Kleidung oder Alkohol gespart. Die Jugendlichen horten ihr Geld also, doch es bleibt nichts für das Alter übrig. Das liegt vor allem daran, dass man nicht über genügend Einkommen verfügt. Offenbar scheint der Gedanken vorzuherrschen, dass man erst mit hohen Einnahmen eine Sparform realisieren kann.

Wie die Erste Bank herausfinden ließ, halten zwar 90% der Jugendlichen Vorsorge für wichtig, doch das Geld dafür würde fehlen. Grund für diese Spar-Taktik dürfte die Uninformiertheit sein. Denn es reichen oft schon ein paar Euro aus, um gut vorzusorgen. Wer denkt, dass er mit 20 Euro rein gar nichts anfangen kann, der liegt falsch.

Das neue Sparen

"Bei der Lebensversicherung kann man bereits mit einer monatlichen Prämie von 20 Euro beginnen. Derzeit erhält man eine Verzinsung von 3,75% - auf den Sparanteil der Prämie – und damit deutlich mehr als für ein Sparbuch. Bei einer Laufzeit von 30 Jahren hätte man somit einen voraussichtlichen Auszahlungsbetrag von 9.000 Euro zu erwarten", so Experte Hanns-Ulrich Brockhaus vom Direktversicherer der ERGO.

Ein weiterer Vorteil der Lebensversicherung ist, dass im Falle des Ablebens des Versicherungsnehmers die Hinterbliebenen ausbezahlt werden. So sind die gezahlten Prämien in jedem Fall gesichert.

Konservatives Sparen liegt allgemein hoch im Kurs, waghalsige Aktiengeschäfte sind eher unbeliebt. Sie versprechen zwar eine höhere Gewinnchance, genauso tief kann man aber fallen. Vielen geht es um krisensicheres Investieren und dazu zählen eben auch Lebensversicherungen.

Laut einer Umfrage der Erste Bank hat jeder zweite Österreicher eine Lebensversicherung. Nur Sparbuch und Bausparer sind beliebter. Das risikoreiche Sparen mit Aktiengeschäften ist weniger gefragt. Lediglich 30 Prozent setzen auf diese Sparform, wobei hier auch die sichere wertgebundene Lebensversicherung hineinspielt. Man kann also davon ausgehen, dass der Prozentsatz der spekulativen Geschäfte weitaus niedriger ist.

Österreicher als Sparfüchse

Österreich hat, was das Thema Sparen betrifft, im europäischen Vergleich prinzipiell die Nase vorn: 22% sparen regelmäßig – nur Rumänien, Tschechien und die Türkei sind da gewissenhafter. Dabei setzt die Bevölkerung auf die unterschiedlichsten Anlageformen, auch der Gold-Kauf oder Immobilien-Investitionen sind beliebt. Doch vor allem das Anlegen seines Geldes in eine Wohnung kann problematisch werden. Wird das Wohnviertel in zwanzig Jahren immer noch so beliebt sein? Liegen verdeckte Baumängel vor, die sich erst nach einer gewissen Zeit bemerkbar machen? Deshalb sollte man eher den Weg zum Versicherungsvertreter oder zur Bank suchen.

Noch begehen aber viele den Fehler, das Bargeld zu horten, entweder an einem sicheren Ort zu Hause oder in einem Bankschließfach. Das bringt den Nachteil mit sich, dass sich das Geld so nicht vermehrt. Somit ist man der Inflation ausgeliefert. Dabei gibt es, wie beschrieben, sichere Sparvarianten. Das sollte sich auch bis zur Jugend durchsprechen.

 

 

 

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