BÜCHERBÖRSE

Assessment Center für Trainees

Bestandteil des Bewerbungsverfahrens für ein Traineeprogramm ist oft ein Assessment Center. Die Unternehmen prüfen Bewerber hiermit "auf Herz und Nieren". Je nach Konzept und Inhalt können die Tests ein bis drei Tage dauern.

Wenn du dich für ein Traineeprogramm bewirbst, hast du neben der schriftlichen Bewerbung und der Einladung zu einem ersten persönlichen Vorstellungstermin oft noch eine weitere Hürde zu überwinden. In großen internationalen Konzernen, aber auch in vielen mittelständischen Unternehmen ist es recht wahrscheinlich, dass die Entscheidung über die Einstellung von Trainees im Rahmen eines Assessment Centers getroffen wird. Studien zeigen, dass ein Assessment Center in rund 50 Prozent der Firmen Bestandteil des Auswahlverfahrens für die Traineeprogramme ist.

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Was ist ein Assessment Center?

Die ersten Assessment Center gab es beim Militär. Die ersten Tests dieser Art wurden in den 1920er-Jahren zur "ganzheitlichen Beurteilung" von Offiziersanwärtern eingesetzt. In der Mitte des 20. Jahrhunderts fand das Auswahlverfahren allmählich seinen Weg in die Wirtschaft, seit den 1970er-Jahren ist es zur Beurteilung von Bewerbern in den Unternehmen weit verbreitet.

Bei einem Assessment Center handelt es sich um eine komplexe und auch für die Firmen aufwändige Form der Personalauswahl. Die Tests können zwischen ein und drei Tagen dauern, mehrtägige Veranstaltungen sind bei der Auswahl von Trainees die Regel. Vertreter der Personalabteilung, der Fachabteilungen und oft auch des Managements prüfen die Bewerber dabei "auf Herz und Nieren". Zum Teil werden auch externe Personalberater mit psychologischer Qualifikation hinzugezogen. Bei einem Assessment Center geht es nicht nur um die Bewertung der fachlichen Kompetenz der Kandidaten, sondern auch um ihre sozialen Fähigkeiten sowie ihr Verhalten in gruppendynamischen Prozessen.

Welche Rolle spielen Assessment Center bei der Auswahl von Trainees?

Mit ihren Traineeprogrammen verfolgen die Unternehmen langfristige Ziele: Sie bilden im Rahmen der Programme ihren Führungsnachwuchs aus, sind also daran interessiert, dass ihre Trainees über ein entsprechendes Potential verfügen. Ein herkömmliches Bewerbungsgespräch liefert im Vergleich zu einem Assessment Center nur eine Momentaufnahme – im Rahmen der mehrtägigen Tests haben die Personalentscheider die Möglichkeit, eine 360 Grad Perspektive auf die Kandidaten zu entwickeln.

Bestandteile eines Assessment Centers

Ein Assessment Center ist in unterschiedliche Aufgabenblöcke unterteilt. Üblich sind:

– Vorstellung in der Gruppe
– Einzel- und Gruppenpräsentationen
– Die sogenannte Postkorbübung
– Gruppendiskussionen
– Rollenspiele
– Fallstudien
– Einzelinterviews

Mit diesen sieben Programmpunkten muss jeder Teilnehmer eines Assessment Centers rechnen. Je nach Konzept des Auswahlverfahrens können sich die Personalverantwortlichen auch für weitere Tests entscheiden. In Frage kommen hier beispielsweise IQ- und Persönlichkeitstests, Planspiele, Kreativspiele, ein Aufsatz zu einem vorgegebenen oder frei gewählten Thema sowie Leistungstests.

Wie erfolgt die Auswertung?

Assessment Center zielen auf eine direkte und möglichst objektive Vergleichbarkeit der Kandidaten. Die Bewertung ihrer Leistungen respektive ihrer Performance in den Tests erfolgt auf der Grundlage sogenannter psychometrischer Verfahren, die es erlauben, die einzelnen Testergebnisse im Hinblick auf vorgegebene Standardanforderungen an geeignete Bewerber zu skalieren.

 

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