Immer mehr Menschen legen Wert auf eine gesunde Ernährung und entschließen sich dazu, einen vegetarischen oder sogar veganen Lebensstil zu praktizieren. Doch wie fühlt es sich an, von heute auf morgen komplett auf tierische Produkte zu verzichten? Ich verrate es euch!

„Was, DU willst zehn Wochen vegan leben? Das glaube ich dir nicht!“ Meine Mitmenschen sind irritiert, regelrecht geschockt. Zu Recht, denn ich esse nicht nur sämtliche Milchprodukte und Eier, sondern auch Fleisch und Fisch sind bis jetzt regelmäßig auf meinem Teller gelandet. Hin und wieder gönne ich mir sogar Fast Food – ich geb’s ehrlich zu.

Meine Voraussetzungen für dieses Experiment sind mehr als bescheiden: In der Küche bin ich eine komplette Niete – ich ernähre mich hauptsächlich von Tütensuppen und Fertiggerichten. Außerdem finde ich nie genügend Zeit, um mir etwas „Anständiges“ zu kochen, und ich habe mich bis jetzt nicht wirklich mit meiner Ernährung beschäftigt. Ich esse einfach das, worauf ich Hunger habe, egal ob es gesund ist oder nicht. Genau das wird sich ab jetzt ändern! Denn ich will zehn Wochen lang versuchen, mich ausschließlich vegan zu ernähren.

Warum das Ganze?

Die Gründe für meine Entscheidung sind vielseitig. Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass  Tiere in Massenhaltungen unter unwürdigen Lebensbedingungen leben müssen und gequält werden, nur damit wir jeden Sonntag unser Frühstücksei essen können. Reportagen und Fotos aus den Medien schockieren mich immer wieder. Vielleicht kann man ja auf tierische Produkte verzichten, ohne die Freude und den Genuss am Essen zu verlieren? Außerdem will ich endlich versuchen, mich bewusster zu ernähren. All der ungesunde Quatsch, den ich in den vergangenen Jahren gegessen habe, hat mir und meiner Gesundheit bestimmt nicht besonders gut getan. Ich habe mich vorher gründlich über die vegane Ernährung informiert und bin daher der Meinung, dass man auch ohne tierische Produkte gesund und ausgewogen leben kann. Warum also nicht? Let’s give it a try!

Voller Euphorie

Das wird super, da bin ich mir ganz sicher! Voller Zuversicht starte ich in die erste „vegane“ Woche meines Experimentes. Jeden Morgen esse ich ab jetzt Haferflocken, die ich in Wasser aufkoche und anschließend mit einer Banane vermische. Das ist ziemlich lecker und unkompliziert. Meinen Kaffee trinke ich mit Sojamilch. Schmeckt etwas komisch, aber es wird schon gehen. Ich kann jetzt sogar Bratkartoffeln machen und ich bin auf vegane Nudeln umgestiegen. Zwischendurch gibt es viel Obst und Gemüse. Außerdem esse ich oft Salat. Mein Mitbewohner, überzeugter Vegetarier und selbsternannter Ernährungsprofi, fiebert richtig mit mir mit und gibt mir gut gemeinte Tipps, wie lieb!

Beim Einkaufen muss ich ab jetzt genauer darauf achten, was ich in meinen Einkaufswagen lege. Doch ich hab‘ den Dreh schnell raus und, entgegen meiner Erwartungen, gebe ich für meinen veganen Einkauf nicht mehr Geld aus als normalerweise. Ich fühle mich schon fast wie ein „eingefleischter“ (Achtung, schlechter Wortwitz) Veganer.

Ich habe Hunger

In der ersten Woche geht alles noch mehr oder weniger gut. Ich esse matschige Haferflocken und knabbere an Salatblättern. Doch nach sieben Tagen habe ich Hunger! Ich will kein Gemüse mehr essen oder langweilige Kartoffeln anbraten. In der Küche will mir nichts mehr gelingen und ich bin ein wenig verzweifelt. Ich habe einfach keine Ahnung, was ich mir zu essen machen soll. Muss ich jetzt etwa die restliche Zeit mit knurrendem Magen verbringen? Schlecht gelaunt stehe ich im Supermarkt und beneide die Menschen, die kaufen, was sie wollen. Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass ich gar nichts mehr essen darf. Überall sind tierische Produkte enthalten und die meisten Lebensmittel sind für mich tabu. Auch wenn ich mit meinen Freunden unterwegs bin, fühle ich mich ein bisschen außen vor. Und das nur, weil ich nicht mehr alles esse und trinke.

Vegan Vienna

Einer meiner Freunde erkennt meine absolute Notlage und bringt mich auf eine super Idee: „Probier doch mal die veganen Restaurants in Wien aus!“ Ein Hoffnungsschimmer für mich! Und wirklich, ich beginne meine kulinarische Reise und bin begeistert. Mein Hunger wurde gestillt und ich bin wirklich überrascht über die Vielfalt der veganen und vegetarischen Küche. Egal ob Tofu, Reispfannen und Soja-Steak, es gibt etwas für jeden Geschmack und für jeden Geldbeutel. Mit neuen Inspirationen stehe ich ab jetzt wieder in meiner eigenen Küche und koche vegane Gerichte, die ich mir im Internet aussuche. Auch hier wimmelt es nur so von Ernährungsgurus, die mir ihre Rezepte erklären und mir Tipps geben. Vielleicht ist meine Lage ja doch gar nicht so hoffnungslos, wie ich gedacht habe.

Wie vegan will ich sein?

Bergfest! Ich habe nun fünf Wochen vegan gelebt und auf sämtliche Produkte verzichtet, die tierische Inhaltsstoffe haben. Es war schwer, doch bis jetzt habe ich gut durchgehalten. Aber lebe ich wirklich komplett vegan? Nicht wirklich… Nach einer kurzen Recherche bin ich ein wenig geschockt. So viele Dinge enthalten versteckte tierische Inhaltsstoffe, von denen ich bisher keine Ahnung hatte. Mir ist natürlich vollkommen klar, dass eine Jacke mit Daunenfedern nicht vegan ist. Aber auch um Säfte und Chips sollte man als Veganer einen großen Bogen machen. Ehrlich gesagt frage ich mich, warum diese Produkte nicht besser gekennzeichnet sind. Kosmetika, Pflegeprodukte und Medikamente werden außerdem an Tieren getestet. Soll ich nun auf all das verzichten? Ich schlafe auf einem Kissen mit Federn und besitze auch eine Daunenjacke. Ist das jetzt also alles für die Tonne? Ich bin etwas ratlos und frage mich, wie es mit meinem Selbstversuch weitergehen soll. Wie konsequent will ich sein? Ich entscheide mich schließlich dafür, die letzten Wochen genauer auf die Lebensmittelbeschreibungen zu achten und beim Einkaufen noch aufmerksamer zu sein. Schminke, Duschgels und Cremes werde ich aber weiterhin so verwenden wie immer. Der ein oder andere mag das vielleicht inkonsequent finden, aber ich werde das Experiment nur auf meine Ernährung beschränken.

Wie geht es nach 10 Wochen weiter?

Mein Experiment ist vorbei und ich bin wirklich froh, dass ich wieder Eier, Schokolade und den ganzen Rest essen darf. Die zehn Wochen haben mir jedoch auf jeden Fall gezeigt, dass man auch ohne tierische Produkte lecker und günstig essen kann. Manchmal war es zwar wirklich schwer und ich habe mit dem Gedanken gespielt, das Ganze abzubrechen. Doch trotzdem habe ich es geschafft. Ich will nicht sagen, dass ich nach 10 Wochen ein Experte auf dem Gebiet der veganen Ernährung bin, aber ich habe definitiv viel für mich selbst dazugelernt. Ich werde zwar nicht dauerhaft vegan oder vegetarisch leben können, doch ich habe mir vorgenommen, mehr darauf zu achten, was ich esse und wo es her kommt. Außerdem werde ich mit anderen Augen in den Supermarkt gehen und genauer überlegen, was ich einkaufe. Und das kann bestimmt jeder von uns!

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