Nach dem Abschluss hast du die Wahl zwischen dem Direkteinstieg in den Job oder einem Traineeprogramm. Als Trainee wirst du gezielt auf eine Karriere im Unternehmen vorbereitet.

Noch vor wenigen Jahren galten Traineeprogramme als ein exklusives Angebot, das nur wenigen Hochschulabsolventen vorbehalten war. Die Hürden für den Einstieg lagen ausgesprochen hoch. Die Unternehmen erwarteten einen Prädikatsabschluss von einer besonders renommierten Uni, hochkarätige Praktika und Auslandsaufenthalte. Zudem waren die Programme relativ strikt auf Wirtschaftsabsolventen ausgerichtet. Wer sie erfolgreich durchlaufen hatte, konnte mit einem schnellen Aufstieg in die Chefetage rechnen.

Auch Bachelors sind als Trainee gefragt

Inzwischen haben sich die Anforderungen an Trainees und die Ziele von Traineeprogrammen graduell verändert. Nach wie vor bilden die Unternehmen damit ihren Fach- und Führungskräftenachwuchs aus. Erfolgreiche Trainees können nach dem Abschluss des Programms sehr oft mit einer Festanstellung rechnen. Das Ziel einer Traineeausbildung besteht in der Vorbereitung auf eine Position im mittleren Management, daneben gibt es fachspezifische Traineeprogramme. Beide Varianten stehen heute in der Regel allen Hochschulabsolventen offen.

Auch mit einem Bachelor hast du gute Chancen für eine Traineeausbildung. Oft werden Bachelorabsolventen sogar besonders gern in Traineeprogramme aufgenommen, um ihr Knowhow schnell, effizient und unternehmensbezogen zu entwickeln.

Was ist also ein Traineeprogramm?

Ein Traineeprogramm ist ein firmenspezifisches Ausbildungsprogramm für Hochschulabsolventen, das im Schnitt zwischen 15 und 24 Monaten dauert. In dieser Zeit durchläufst du mehrere Abteilungen im Unternehmen. In international tätigen Firmen ist in den Programmen meist auch ein Auslandsaufenthalt enthalten.

Natürlich hast du auch die Möglichkeit, dich von vornherein auf eine Traineestelle im Ausland zu bewerben. Im Englischen ist bei solchen Stellenausschreibungen sehr wahrscheinlich nicht von einem „trainee program“, sondern von einem „graduate program“ die Rede. Auch international aufgestellte Unternehmen mit einem Standort in Österreich bieten zum Teil Auslands-Traineeprogramme an.

Warum wünschen sich Unternehmen Trainees?

Traineeprogramme sind heute längst nicht mehr ein Angebot einiger weniger großer Unternehmen, sondern auch im Mittelstand ein etabliertes Instrument der Personalentwicklung.

Die Gründe dafür, dass sie in den letzten Jahren boomen und die Personaler damit einen deutlich größeren Bewerberkreis im Auge haben als vor 15 oder 20 Jahren, liegen einerseits im demografischen Wandel und dem prognostizierten „Kampf um die Talente“: Viele Branchen und Unternehmen suchen bereits heute in einem „Bewerbermarkt“ nach talentiertem Nachwuchs und müssen Hochschulabsolventen attraktive Angebote machen – Traineeprogramme sind hierfür eine optimale Möglichkeit. Für Bewerber ist ein erfolgreich absolviertes Traineeprogramm ein Karriereversprechen innerhalb des Unternehmens. Die Programme sollen junge High Potentials möglichst langfristig an die Firma binden. Durch die Kopplung von Ausbildung und Praxistraining steigerst du mit einer Traineeausbildung natürlich auch deinen Wert auf dem freien Arbeitsmarkt.

Zum anderen arbeiten Trainees während ihrer Ausbildung in verschiedenen Abteilungen und lernen das Unternehmen folglich aus unterschiedlichen Perspektiven kennen. Sie üben sich von Anfang an darin, „über den Tellerrand hinaus“ zu denken und in ihrer Arbeit der Komplexität der Unternehmensanforderungen und -prozesse gerecht zu werden. Hierdurch erwirbst du als Trainee wichtige Führungsqualitäten, was ebenfalls ein explizites Ziel der Unternehmen ist.

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Generalisiertes Traineeprogramm oder Fachtrainee-Ausbildung?

Bisher setzen die meisten Unternehmen vor allem auf generalisierte Traineeprogramme. In solchen Ausbildungsgängen durchlaufen Trainees unabhängig von der Fachrichtung ihres Studiums verschiedene Bereiche und eignen sich so ein generalisiertes Wissen über die Prozesse in der Firma an. Daneben gewinnen jedoch auch fachspezifische Traineeausbildungen immer stärker an Bedeutung. Trainees, die sich für einen solchen Ausbildungsweg entschieden haben, arbeiten beispielsweise an Projekten mit. Dabei können sie ihre Fachkenntnisse entwickeln und erweitern, gleichzeitig erwerben sie wichtige Projektmanagementkompetenzen.

Fachtrainee-Ausbildungen galten lange als eine Einstiegsoption für Absolventen technischer und naturwissenschaftlicher Studiengänge, die in ihrem Fachgebiet ein praxisbezogenes Profil als Spezialist gewinnen wollten. Heute werden sie auch für Wirtschaftsabsolventen und Studienabgänger anderer Fachrichtungen angeboten. Wenn du zum Zeitpunkt deiner Bewerbung als Trainee bereits weißt, dass du eine Vertriebskarriere anstrebst oder dass dein Herz dem Marketing gehört, bietet sich an, gezielt nach einem Traineeprogramm zu suchen, durch das du dich in den entsprechenden Unternehmensbereichen profilieren kannst.

Wie laufen Traineeprogramme ab?

Traineeprogramme sind grundsätzlich in verschiedene Stationen aufgeteilt. In vielen Unternehmen ist es üblich, dass du deine Traineeausbildung in einem Fachbereich beginnst, von dem du – zumindest bisher – meinst, dass du dort deine grundsätzliche Karriereperspektive siehst. Nach einigen Wochen oder Monaten ist dann ein Wechsel angesagt. Anfangs arbeitest du an Abteilungsprojekten mit, bereits nach kurzer Zeit hast du die Chance, kleinere Projekte eigenverantwortlich zu übernehmen. Vor allem im letzten Ausbildungsdrittel kann die Projektarbeit bereits mit Personalverantwortung verbunden sein.

Viele Firmen organisieren für ihre Trainees spezielle Weiterbildungsprogramme und bieten ihnen individuelle Coachings an. Üblich ist auch eine persönliche Betreuung durch einen oder mehrere Mentoren, die dir während der gesamten Traineeausbildung mit ihrer Fach- und Führungskompetenz zur Seite stehen.

Fotos: © PeopleImages, julief514 / iStock

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