Die Direktorin des International Office der Universität Wien im Interview.

Studieren in Amerika, Australien oder Asien? Das Non-EU Student Exchange Programm der Universität Wien macht es dir möglich, bis zu einem Jahr an einer der Partneruniversitäten im Ausland zu studieren. Doch wie kommt man dazu? Bereits ein Jahr vor dem geplanten Auslandsaufenthalt geht es los mit dem Bewerbungsprozess. Wie vor allem das Bewerbungsgespräch dabei aussieht, haben uns die Direktorin des International Office der Universität Wien, Frau Dr. Moser, und Frau Mag. Palatin in einem Interview erzählt.

Tipps für dein Bewerbungsgespräch

Was erwartet die BewerberInnen beim Vorstellungsgespräch und worauf achtet die Jury besonders?

Die BewerberInnen erwartet ein qualitativ hochwertiger Auswahlprozess mit Jury-Mitgliedern, die die Themen der Zieluniversitäten sehr gut kennen und sich in die wissenschaftliche Exzellenz dieser Universitäten eingearbeitet haben, das heißt, sie haben ein großes Wissen. Daraus folgt wiederum auch das, worauf wir Wert legen: die Leute müssen sich gut überlegen, welche Universitäten sie anstreben, was an den Universitäten angeboten wird, was ein Mehrwert für sie ist, welche Kurse sie belegen wollen und auch begründen können, warum dies wichtig für sie und ihr Studium ist.

Für die Stipendien werden eine halbe Million Euro von der Universität Wien aus ihrem Globalbudget verwendet, um die Auslandsplätze zur Verfügung zu stellen.

Da die Universität viel Geld in die Stipendien steckt, sind die Kandidaten oder die, die ausgewählt werden, auch Botschafter der Universität Wien. Das bedeutet, dass sie ein gutes Wissen über die Universität haben sollen, wie z.B. welche Studien gibt es, wo sind unsere Stärken, was heißt Universität Wien im europäischen Kontext.

Nennen Sie Ihren Nummer 1-Tipp für das Vorstellungsgespräch!

Eine wichtige Voraussetzung, um ins Interview zu kommen, sind gute Sprachkenntnisse, die mit dem TOEFL nachgewiesen werden müssen. Die Jury will sehen, dass sie sehr engagierte Studierende sind. Man sollte schon gute Noten haben.

Außerdem müssen sie sich mit dem akademischen Angebot der Zieluniversität vertraut machen, denn es ist der Jury wichtig, zu sehen, sie haben sich den Kurs ausgesucht, weil sie sich beispielsweise für ihre Masterarbeit noch weiterbilden wollen.

Was ist ein sogenanntes „NO-GO“ beim Gespräch?

Wenn man mit einer „Ich probiere es einmal“-Einstellung hingeht und die Bewerbung auf die leichte Schulter nimmt. Die Jury sitzt oft viele Stunden in Interviews, und wenn dann Leute kommen, die den Bewerbungsprozess nicht ernst nehmen, verstehe ich, dass man da ungeduldig wird.

Ein sogenanntes NO-GO ist außerdem, wenn man nur eine Universität auswählt. Wir haben ja sehr viele tolle Unis in unserem Portfolio, wenn man z.B. sagt nur NYU, dann geht das nicht. Man muss eine gewisse Flexibilität zeigen, was die Zieluniversität betrifft.

Findet das Gespräch ausschließlich auf Deutsch statt?

Die BewerberInnen müssen einen guten sprachlichen Ausdruck haben, denn die Jury-Mitglieder sprechen in den jeweiligen Sprachen der Gastuniversitäten und nicht auf Deutsch. In manchen Interviews wird in 6 bis 7 Sprachen gesprochen, das zeigt die Vielfalt der Universität Wien.

Natürlich wird Rücksicht genommen, denn ein Philologe hat andere Fähigkeiten als ein Wirtschaftsstudent. Man muss sich aber mit der Sprache vertraut machen und eine internationale Ausrichtung der KandidatInnen muss schon im interview rauskommen.

Wie können sich die BewerberInnen bestmöglich auf das Gespräch vorbereiten?

Man muss sich gut über die Stärken der Zieluniversität informieren, denn es geht schon in die Feingliedrigkeit. Es ist beeindruckend, wenn sich die StudentInnen schon mit der Partneruniversität von einzelnen Kursen bis hin zu ProfessorInnen vertraut gemacht haben.

Das Wichtigste ist, sich zu überlegen und im Interview aufzuzeigen: was bringt mir dieser Aufenthalt an der Partneruniversität für mein Fach und meine Spezialisierung.

Wer ist in einer Vorstellungsrunde anwesend?

Von der Jury sind mindestens 3 Personen dabei. Von der Studierendenanzahl her ist es unterschiedlich und es hängt stark von der Anzahl der Anträge ab, ob ein Gruppen- oder Einzelgespräch geführt wird.

Es werden die Bewerber derselben Zieluniversität zusammengefasst, aber grundsätzlich können auch Studierende verschiedener Studienrichtungen in einer Gruppe sitzen.

Die Jury hat Länderschwerpunkte. Es sind immer Leute, die für diese Länder ein wissenschaftliches Know-How haben. Wir versuchen dabei ExpertInnen heranzuziehen, was bei etwa 6000 Lehrenden schwierig ist, aber sehr lohnend für die BewerberInnen.

Werden Master- bzw. Magister-Studierende jenen im Bachelor–Studium gegenüber bevorzugt?

Ja, wie es auch in unseren Unterlagen geschrieben steht, wird das schon berücksichtigt und zwar ist es so, dass es sich um sehr teure Mobilitätsprogramme handelt und man da schaut, dass man zunächst die höheren Semester im Master oder Magister berücksichtigt.

Die Strategie sieht so aus, dass wir die Bachelor-Studierenden eher mit Erasmus ins Ausland senden wollen, denn es ist gut, schon einmal Auslandserfahrung zu haben, um dann ins außereuropäische Ausland zu gehen.

Wie viele Studierende werden im Durchschnitt pro Bewerbungsphase zu den Gesprächen eingeladen und wie viele davon werden schlussendlich an der Partneruniversität zugelassen?

Es werden nicht alle zum Interview eingeladen, weil nicht alle den grundsätzlichen Voraussetzungen der Zieluniversität entsprechen. Aber es werden 90 Prozent der BewerberInnen zum Interview geladen, nach dem eine Auswahl seitens der Jury getroffen wird, und zuletzt entscheidet die Zieluniversität, wen sie tatsächlich auswählt und wer zur 100 Prozent ihren Richtlinien entspricht. Zu 90 Prozent aber werden die Vorschläge der Jury angenommen. Die Letztentscheidung liegt also bei der Zieluniversität im Ausland.

Wir haben zwischen 80 und 90 Prozent Bewilligungsquote. Es kommt auch auf die Universität an, denn manche sind überbucht, z.B. die berühmten Plätze in Amerika oder Australien.

Die asiatischen Universitäten sind nicht so gefragt, wobei wir uns bemühen, da mehr Bewerbungen zu bekommen. Die Bewerbung ist ein sehr aufwändiger Prozess, der bereits ein Jahr im Voraus losgeht. Das wollen viele nicht auf sich nehmen, was schade ist, denn alle, die im Ausland waren, sind nachher hellauf begeistert über die Gastfreundlichkeit der Partneruniversität.

UNIMAG bedankt sich recht herzlich für das ausführliche Interview inklusive wertvoller Tipps!

 

Spannende Artikel für dich:

Thees Uhlmann
Thees Uhlmann im Interview

Fünf Jahre hat Thees Uhlmann für sein neues Album „Junkies und Scientologen“ gebraucht. Zwischenzeitlich hat er seinen ersten Roman veröffentlicht und bereits viele Songs für die neue Platte geschrieben, die er jedoch komplett verworfen hat. Was den einstigen Sänger von Tomte dazu gebracht hat, warum er Wien und St. Pölten liebt und wieso er Avicii auf seinem Album verewigt hat, erfährst du in unserem...[weiterlesen]

Unimag Network
WANDA im Interview

Warum singen Wanda über Gerda Rogers, Domian und vom nach Hause gehen und was würden Marco Michael Wanda und Manuel Poppe studieren, wären sie keine Rockstars? Das alles erzählen sie uns im Interview und verraten außerdem Details über Ciao!, ihr kürzlich erschienenes viertes Album. Es geht da oben immer um Leben und Tod. Früher habt ihr davon gesungen, wo man spät nachts noch saufen gehen kann – heute, im S...[weiterlesen]

BWL Studium: Lohnt es sich?
BWL-Studium: Lohnt es sich?

Nicht immer werden die Entscheidungen getroffen, die dem Unternehmen den größten Nutzen versprechen. Das schrieb Herbert A. Simon schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg 1947 in „Administrative Behavior“. Das Werk ist ein Klassiker der Betriebswirtschaftslehre, der US-Amerikaner Simon Wirtschafts-Nobelpreisträger. „Jedes Verhalten beinhaltet die bewusste oder unbewusste Selektion bestimmter Handl...[weiterlesen]

Digitale Transformation
Digitalisierung: 20 Branchen im Check

Automatisierung In Südkorea kommen auf 10.000 Arbeiter in der Produktion schon 710 Roboter. Das ist weltweite Spitze. Der globale Durchschnitt liegt nach Angaben der International Federation of Robotics (IFR) bei 85. Und der Roboteranteil steigt weiter – und damit auch der Automatisierungsgrad. Roboter sollen immer mehr Arbeitsschritte übernehmen, Unternehmen wollen so schneller un...[weiterlesen]

Traineeprogramme
Direkteinstieg oder Traineeprogramm

„Das Traineeprogramm bot mir die Möglichkeit, ein Unternehmen über Jobrotations ganzheitlicher kennenzulernen als bei einem Direkteinstieg in einer Fachabteilung.“ So begründet Marlene Huber, warum sie sich nach ihrem Studium für einen Einstieg als Trainee bei der Erste Group Bank AG entschied und ihre Karriere nicht direkt auf einer festen Position startete. „Außerdem hatte ich Gelegenhe...[weiterlesen]

Unimag Network
Das große UNI & FH ABC

Die Matura in der Tasche, hinter dir liegt der Sommer deines Lebens und jetzt ist es endlich soweit: Die Uni beginnt. Herzlichen Glückwunsch! Dir stehen ein paar richtig coole Jahre bevor! Um dir den Einstieg etwas zu erleichtern, haben wir den ultimativen Survival-Guide inklusive praktischer Checklisten für dich erstellt. So bist du für jede Situation gerüstet! PS: Auch ältere Semester können hier...[weiterlesen]

Catherine The Great (S01)
Serienstarts im Herbst 2019

Der Sommer ist vorbei und der Herbst meldet sich mit kühlen Temperaturen und wenigen Sonnenstunden. Perfekt! Denn die kalten Jahreszeiten sind prädestiniert für den einen oder anderen Serien-Marathon. Wir stellen euch Highlights für Oktober und November vor – viel Spaß beim Binge Watching! The Walking Dead (S10A) Die Zombies sind wieder los! Das Fortbestehen der Gemeinschaft der Überlebenden steht auf...[weiterlesen]

WG, Studentenwohnheim oder Wohnung?
WG, Studentenheim oder Wohnung?

Das Budget – ein ausschlaggebender Faktor bei der Suche nach einem passenden Studentenquartier. Zur Wahl stehen den Studierenden neben Wohnungen und WGs auch Studentenheime mit unterschiedlichen Standards. Natürlich ist das Hotel Mama während des Studiums die mit Abstand günstigste Form zu wohnen – sehr wahrscheinlich werden deine Eltern in diesem Fall die Miete finanzieren und auch sonst für einige Anne...[weiterlesen]

Erstes zu Hause - Survival Guide
Deine erste eigene Wohnung – Der ultimative Survival-Guide

1. Die erste eigene Wohnung – Deine Ausgangssituation Muss ich überhaupt ausziehen oder soll ich einfach bei meinen Eltern wohnen bleiben? Du verstehst dich super gut mit deinen Eltern und es kommt regelmäßig vor, dass du dich Sonntagmorgen nach einer durchzechten Nacht zu ihnen an den Frühstückstisch setzt – aktuelles Gspusi inklusive? Du und deine Eltern habt denselben ...[weiterlesen]

Im Vorstellungsgespräch punkten
Expertentipp: So punktest du im Vorstellungsgespräch

Als Spezialist für die Vermittlung von hochqualifizierten Fach- und Führungskräften beschäftigt Hays im deutschsprachigen Raum über 1.500 Mitarbeiter. Als schnell wachsendes Unternehmen werden stets Mitarbeiter im Key Account Management und den zentralen Fachabteilungen gesucht. Wir sprachen mit dem Managing Director von Hays Österreich, Mark Frost, über das Vorstellung...[weiterlesen]

Unimag Network
Career Calling: Die optimale Vorbereitung

Den Besuch einer Karrieremesse, wie der Career Calling, bereitest du im Idealfall über einen längeren Zeitraum hinweg vor. Wie du das Projekt Karrieremesse angehst, weiß Brigitte Kuchenbecker vom WU ZBP Career Center. Im Vorfeld 1. Welche Unternehmen möchte ich kennenlernen? Wohin soll die Karrierereise gehen? Welche Branchen interessieren dich? Welches Fachgebiet hat schon imm...[weiterlesen]

UNIMAG in deinen Posteingang?

Gewinnspiele, Karrieretipps, Studentenleben, Festivals uvm,

UNIMAG-Handy
UNIMAG Lap Top
UNIMAG Magazin