Asset / Portfolio Manager

Asset und Portfolio Manager sollen das Vermögen ihrer Kunden mehren. Das ist eigentlich schon alles. Sie haben es entweder mit Privatleuten oder Unternehmen zu tun, für die sie Anlagestrategien ausarbeiten und das Geld in Fonds, Immobilien oder Versicherungen investieren. Der richtige Mix entscheidet über Rendite und Zufriedenheit des Kunden!

Asset / Portfolio Manager …

  • verwalten das Vermögen ihrer Kunden,
  • erarbeiten eine Anlagestrategie,
  • legen das Vermögen ihrer Kunden in diverse Anlageklassen an,
  • betreiben Marktbeobachtung,
  • führen Risikoanalysen durch.

Aufgaben & Anforderungen

In Zeiten von Robo Advisors bekommen Asset und Portfolio Manager vermehrt Konkurrenz. Sie müssen nachweisen, dass sie die bessere Anlagestrategie fahren als Kollege Roboter. Das erfordert Finanzwissen, Weitblick und Entscheidungsfreude – und vielleicht manchmal auch eine Prise Intuition. Asset und Portfolio Manager beobachten die Märkte ausgiebig.

Du musst einschätzen, wie sich welche politische Wahl auf die einzelnen Anlageklassen auswirkt. Und du musst den Kunden deine Prognosen und Entscheidungen kommunizieren – nicht selten musst du dich für eine falsche Entscheidung rechtfertigen. Dein eigenes Ding durchziehen kannst du aber nicht. Der eine Kunde will ins Risiko gehen, der andere bevorzugt Sicherheit. Das muss ein Asset und Portfolio Manager berücksichtigen. Trotzdem steckt in jedem auch zumindest ein kleiner Zocker. Vor allem aber bist du ein Dienstleister, der eine Verantwortung für das finanzielle Wohl seiner Kunden trägt.

Tipp: Spezialstudiengänge

  • Quantitative Asset and Risk Management (Master) – Fachhochschule des BFI Wien

Financial Analyst

Der Financial Analyst dreht nicht einfach nur die Zahlen von links nach rechts. Er bildet die finanzielle Gesundheit des Unternehmens ab. Er ist sozusagen der Arzt, der Diagnosen stellt und im Zweifel Alarm schlägt. Auf sein Urteil verlässt sich der Rest der Firma. Und er ist zugleich ein Therapeut, denn er sagt, was sich ändern muss, damit das Unternehmen wieder gesundet.

Ein Financial Analyst …

  • erstellt Budgets, Forecasts und Monatsabschlüsse,
  • bereitet statistische Auswertungen auf,
  • arbeitet eng mit der Buchhaltung und Accounting zusammen,
  • erstellt Reports für das Management,
  • entwickelt Planungs- und Reporting-Tools weiter,
  • analysiert die Performance einzelner Unternehmenseinheiten.

Aufgaben & Anforderungen

Die Position als Financial Analyst musst du dir erarbeiten. In der Regel gelingt der Aufstieg nur nach mehrjähriger Berufserfahrung.Drei bis fünf Jahre im Controlling oder Accounting eines Unternehmens sollten es schon sein.

Als Financial Analyst bringst du UGB-Wissen mit, das ist unabdingbar. Wer nicht weiß, dass UGB für Unternehmensgesetzbuch steht, sollte seine Jobwahl vielleicht noch mal überdenken. Und du kannst die wichtigsten Leistungskennzahlen im Schlaf berechnen. Neudeutsch spricht man von den Key Performance Indicators. Dass der Financial Analyst heutzutage vorwiegend mit IT-Tools arbeitet und nicht mehr mit Stift und Block, kann sich jeder denken. Die Finanzwelt spricht englisch, das solltest du als Financial Analyst auch – und zwar verhandlungssicher.


Investment Banker

Investment Banker haben anno 2019 einen denkbar schlechten Ruf. Sie werden für die Finanzkrise verantwortlich gemacht und als Heuschrecken beschimpft. Für viele bleibt Investmentbanker aber ein Traumjob. Sie arbeiten in Finanzinstituten, Hedgefonds oder Private-Equity-Firmen. Investmentbanker investieren Geld, um einen Gewinn zu erwirtschaften. Zum Beispiel kaufen sie Firmen, machen sie profitabler und verkaufen sie nach einigen Jahren mit Gewinn weiter. Auch klar: Die Rendite steht für den Investmentbanker im Vordergrund.

Investment Banker …

  • beschaffen Informationen über Unternehmen, Branchen und Märkte,
  • erstellen Analysen,
  • verkaufen Finanzprodukte,
  • handeln mit Wertpapieren,
  • entwickeln Finanzierungskonzepte,
  • betreuen Portfolios,
  • kaufen Firmen oder restrukturieren sie um.

Aufgaben & Anforderungen

Gesucht werden echte Workaholics. Sie müssen Überstunden schieben und schuften bis zum Umfallen. So ist das Bild, das man gemeinhin vom Investmentbanker hat. Ganz falsch ist das nicht. Mit einer Nine-to-Five-Woche am Schreibtisch ist es nicht getan. 100-Stunden-Woche – das ist für einen Investmentbanker vielleicht nicht der Alltag, aber auch kein Fremdwort. Du musst im Job extrem belastbar sein und das Wörtchen Work-Life-Balance vorübergehend aus deinem Wortschatz streichen.

Merke: Im Job wird gnadenlos ausgesiebt. Investmentbanker sind immer auf der Suche nach dem nächsten Deal – auch für sich selbst. Die Verdienstaussichten sind noch immer gigantisch. Dafür musst du nach dem Studium aber auch einen Turbo-Start hinlegen. Am besten, du heuerst bei einem der Big Player in New York oder London an. Renommee ist alles im Investmentbanking. Darum solltest du weltmännisch auftreten, flüssig englisch sprechen und dich auch sonst gut verkaufen können.


Mergers and Acquisitions Manager

Die Kurzform von Mergers and Acquisitions Manager ist M&A Manager. Der M&A Manager bereitet die Übernahme (oder Beteiligung) von anderen Unternehmen vor und führt sie durch. Aber erst, nachdem er sie auf Herz und Nieren geprüft und ihren Wert richtig berechnet hat. Am Ende ist das Unternehmen um eine aussichtsreiche Einheit reicher.

Ein Mergers and Acquisitions Manager …

  • bereitet Unternehmenskäufe und Beteiligungen vor und führt sie durch,
  • betreibt nationale und internationale Steuerplanung,
  • übernimmt die steuerliche Betreuung von Kunden,
  • koordiniert Due-Diligence-Prozesse,
  • präsentiert Pläne und Ergebnisse vor dem Management.

Aufgaben & Anforderungen

Der Begriff, der dir als M&A Manager eher früher als später begegnet, lautet: Due Diligence. Damit ist die eingehende Prüfung eines Unternehmens, das zum Verkauf steht, gemeint. Wenn du bei der Prüfung versagst, könnte das deinen Arbeitgeber anschließend teuer zu stehen kommen.

Ein M&A Manager muss also vor allem wissen, wie man Unternehmen richtig bewertet. Dazu wendet er vielleicht die Discounted-Cash-Flow-Methode an oder führt eine Buyout-Analyse durch. Du musst eine Affinität zu Zahlen und analytische Fähigkeiten vorweisen und verhandlungssicher englisch sprechen – am besten noch eine weitere Fremdsprache. Das alles zeigt schon: In diesem Bereich ist Expertise überlebensnotwendig.

Als blutiger Anfänger musst du dich erst hocharbeiten. In den Unternehmensberatungen lernt man das Geschäft von der Pike, M&A Manager werden dann auch gerne von den Unternehmen abgeworben.


Kundenbetreuer im Banking- oder Versicherungsbereich

Nicht mal Banken und Versicherungen fliegen die Scheine einfach so zu. Sie müssen wie andere auch hart dafür arbeiten. Kundenbetreuer halten den Cashflow aufrecht. Das ist ihre Mission. Sie sollen potenzielle Kunden zu Kunden machen und neue Kunden zu zufriedenen Kunden. Das geht nur mit viel Expertise und Einfühlungsvermögen. Manchmal entsteht daraus eine On-off-Beziehung, manchmal auch eine langjährige Partnerschaft, die auf gegenseitigem Vertrauen basiert. Wenn beiden Seiten mit der Liaison happy sind, haben Kundenbetreuer ihr Ziel erreicht.

Kundenbetreuer im Banking- oder Versicherungsbereich…

  • akquirieren und betreuen Kunden,
  • pflegen Netzwerke,
  • wickeln Finanzierungen ab,
  • managen das Portfolio des Kunden.

Aufgaben & Anforderungen

Deine Kunden werden dich mit Fragen bombardieren. Je mehr du davon beantworten kannst, desto besser. Selbstverständlich kannst du immer die optimale Finanzierung oder die richtige Versicherung – je nach Arbeitgeber – anbieten. Von großem Vorteil ist, wenn du auch juristisch etwas auf der Pfanne hast. Das kann bei vielen kniffligen Rechtsfragen helfen, in Steuerangelegenheiten oder bei der Immobilienfinanzierung zum Beispiel. Der Umgang mit Menschen liegt dir, im besten Fall geht dir die Servicementalität deines Arbeitgebers in Fleisch und Blut über. Im Alltag sprichst du aber nicht nur mit Kunden, sondern sitzt auch viel vor dem Rechner. Wenn du schon mit SAP-Software oder wenigstens MS Office umgehen kannst, macht es die Einarbeitung leichter.


Risk Manager

Risk Manager findet man nicht nur in Banken und Versicherungen. Ohne Risikomanagement kommt heute kein größeres Unternehmen mehr aus. Der Risk Manager will Schaden vom Arbeitgeber fernhalten. Dafür muss er vor allem die Risiken im Blick behalten. Davon gibt es jede Menge: Zins-, Währungs- oder Rohstoffrisiken, strategische und Compliance-Risiken. Seine Analysen sind die Entscheidungsgrundlage fürs Management – und damit immens wichtig.

Risk Manager…

  • untersuchen das wirtschaftliche Umfeld und konjunkturelle Entwicklungen
  • führen Chancen-Risikoanalysen durch
  • erstellen Risikoberichte
  • erarbeiten Entscheidungsgrundlagen für das Management
  • beurteilen die Bonität von Kunden
  • setzen regulatorische Anforderungen um

Aufgaben & Anforderungen

Den Risk Manager könnte man als Sicherheitsfanatiker beschreiben. Er will die Risiken gering und den Ertrag hochhalten. Dafür braucht er Zusatzkenntnisse. Er muss zum Beispiel Simulationsverfahren durchführen oder mathematisch-statistische Methoden anwenden können. Berufseinsteiger bringen das nötige Knowhow nur selten mit. Die meisten schaffen erst nach mehreren Jahre Berufserfahrung den Sprung ins Risikomanagement. Der Einstieg gelingt vor allem, wenn man zuvor im Controlling oder der Revision gearbeitet hat. Aber nur, wenn der Risk Manager Widerstände aushält. Denn Risk Manager sind im Unternehmen Bedenkenträger – und die sind bekanntlich nicht immer beliebt.


Versicherungsmathematiker

Versicherungsmathematiker sind die heimlichen Stars in der Finanzwelt. Ohne sie gäbe es all die raffinierten Versicherungen nicht, die vor Handybruch oder Berufsunfähigkeit schützen. Eine Versicherung muss natürlich so konzipiert sein, dass sie Geld in die Kasse spült. Eine kurze Rechnung auf dem Bierdeckel reicht da nicht aus. Versicherungsmathematiker sind Rechenkünstler. Sie sind aber auch Erfinder und Entdecker, denn sie erschaffen neuartige Produkte und entdecken ganz neue Geschäftsfelder. Wenn die Policen mehr einbringen als sie kosten, haben die Versicherungsmathematiker richtig gerechnet.

Versicherungsmathematiker…

  • entwickeln neue Versicherungsprodukte,
  • führen Hoch- und Projektionsrechnungen durch,
  • erstellen Statistiken und Produktanalysen,
  • unterstützen das Risikomanagement.

Aufgaben & Anforderungen

Laien glauben gerne, dass alle Versicherungsmathematiker reine Zahlennerds mit Nickelbrille seien. In Wahrheit müssen sie verdammt kreativ sein und immer am Puls der Zeit. Immerhin gibt es mittlerweile sogar Versicherungen, die bei einer Zombie-Apokalypse oder Alien-Entführung einspringen sollen – kein Witz! Ein Versicherungsmathematiker will wissen, was die Menschen da draußen bewegt, wovor sie Angst haben und wofür sie bereit sind, wie viel Geld auszugeben. Wenn du einer werden willst, musst du schwere Geschütze auffahren. Jura, Statistik, Mathe, Risikomanagement. Eine Wahrscheinlichkeitsrechnung wirst du definitiv mehr als einmal durchführen. Dafür verdienst du auch unverschämt gut. Als Versicherungsmathematiker kannst du dich spezialisieren, auf die Kranken- oder Lebensversicherung zum Beispiel.

Tipp: Spezialstudiengänge

  • Finanz- und Versicherungsmathematik (Master) – TU Wien

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