Soft Skills sind die „weichen“, nicht unmittelbar fachbezogenen Fähigkeiten eines Menschen. Sie umfassen die Gesamtheit persönlicher Kenntnisse, Einstellungen und Werte, die ermöglichen, sich selbst zu organisieren und individuelles Handeln positiv mit den Zielen einer Gruppe zu verknüpfen. Moderne Teams sind ein sozialer Mikrokosmos, in dem es auf positive und produktive Interaktionen ankommt. Ihre Mitglieder müssen in der Lage sein, eigenverantwortlich zu handeln und sich aktiv in Teamprozesse einzubringen.

Soft Skills – von den Basics zu jobspezifischen „weichen“ Fähigkeiten

Einige Soft Skills – beispielsweise Zuverlässigkeit, Leistungsbereitschaft, Motivationsfähigkeit, Loyalität oder angemessene Umgangsformen – gehören zu den Selbstverständlichkeiten. Die sogenannten „Sekundärtugenden“ werden auch heute noch in jedem Job gefordert. Im Bewerbungsverfahren und in der Probezeit stehen sie immer auf dem Prüfstand.

Bei vielen anderen Soft Skills kommt es auf das Profil der angestrebten Stelle an. Kein Personalentscheider wird erwarten, dass jeder Bewerber hier in allen Bereichen gleichermaßen punktet. Eine Werbeagentur sucht vorrangig nach ebenso kreativen wie kommunikativen Kandidaten. Für eine Position im Vertrieb spielen gute Kommunikations- und Analysefähigkeiten und möglicherweise auch die Fähigkeit, ein Team zu motivieren, eine wesentliche Rolle. Ein introvertierter Bewerber ist vielleicht der optimale Kandidat für einen Job, in dem es auf Einfühlungsvermögen, die Fähigkeit zuzuhören und hervorragende Problemlösungsfähigkeiten ankommt.

Hard Skills versus Soft Skills

Hinter dem Begriff der Hard Skills eines Mitarbeiters verbergen sich die fachlichen Qualifikationen, die während der Ausbildung, durch Weiterbildungen oder durch „Training on the job“ erworben wurden. In diese Kategorie fallen auch die bereits vorhandene Berufserfahrung, Zusatzqualifikationen wie Sprach- oder IT-Kenntnisse, belegbare Erfolge und für einige Bereiche auch persönliche Kontakte zu anderen Marktteilnehmern. Dabei geht es immer um die „harten Fakten“ – zu den Hard Skills gehören ausschließlich Fähigkeiten, die durch Ausbildungs- und Arbeitszeugnisse oder andere Belege nachgewiesen werden können. Im Anschreiben und im Lebenslauf spielen die Hard Skills zunächst die zentrale Rolle. Schließlich will der potentielle Arbeitgeber beurteilen können, ob ein Bewerber den fachlichen Anforderungen der zu besetzenden Stelle auch gewachsen ist. Dazu benötigt er alle Informationen über die Ausbildung, die Qualifikationen und die berufliche Entwicklung des Kandidaten, sofern sie Bedeutung für die angestrebte Stelle haben.

Natürlich finden sich in der Bewerbungsmappe, der Aufbereitung ihres Inhalts und den Stationen eines Lebenslaufes auch Hinweise zu den Soft Skills des Bewerbers. Um sie zu ermitteln, werden die Recruiter durchaus etwas „zwischen den Zeilen“ lesen. Auch viele Stationen innerhalb eines Lebenslaufes, soziales Engagement oder bestimmte Hobbys lassen Rückschlüsse auf die Soft Skills zu. Im Vorstellungsgespräch stehen sie dann sehr stark im Fokus. Hier oder auch in Assessment Centern geht es den Personalentscheidern nicht zuletzt darum, einen möglichst komplexen Eindruck von den sozialen und kommunikativen Kompetenzen der Bewerber zu gewinnen.

Soft Skills spielen eine wichtige Rolle (Foto: gremlin - istock.com)
Soft Skills spielen eine wichtige Rolle (Foto: gremlin – istock.com)

Drei verschiedene Dimensionen von berufsbezogenen Soft Skills

In der Psychologie und in den Managementwissenschaften werden die diversen Soft Skills in drei große Gruppen unterteilt.

1) Persönliche (personale) Kompetenz

Diese Kategorie betrifft den Umgang eines Menschen mit sich selbst. Die hier eingeordneten Soft Skills sind wesentliche Strukturelemente der eigenen Persönlichkeit, gleichzeitig beeinflussen sie das soziale Umfeld. Ohne die entsprechenden Fähigkeiten wird ein Mitarbeiter weder in der Lage sein, die Team- und Unternehmensziele noch die eigenen Karriereziele zu erreichen. Zu dieser Gruppe gehören beispielsweise:

  • Selbstvertrauen / Selbstbewusstsein
  • Selbstreflektion
  • Selbstdisziplin
  • Leistungsbereitschaft, Engagement, Belastbarkeit
  • Motivation
  • Verantwortungsbewusstsein / Eigenverantwortung
  • Die Fähigkeit, sich auf neue Anforderungen in positiver Art und Weise einzulassen – produktive Neugier.

2) Soziale Kompetenz

In die Dimension der sozialen Kompetenz fallen alle Fähigkeiten und Persönlichkeitseigenschaften, die Einfluss auf die Interaktion mit anderen haben und in Kollaborationsprozessen wirksam werden. Übergreifend geht es dabei um die Fähigkeit zu positiven/produktiven sozialen Interaktionen und auch um das Agieren in gruppendynamischen Prozessen. Zu den wichtigsten sozialen Komponenten im beruflichen Kontext zählen:

  • Teamfähigkeit
  • Kooperation / Kollaboration
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Integrationsbereitschaft
  • Kritik- und Konfliktfähigkeit
  • Einfühlungsvermögen / Empathie
  • Menschenkenntnis
  • Interkulturelle Fähigkeiten.

In den Bereich der sozialen Kompetenzen fallen außerdem Eigenschaften, wie Toleranz, Wertschätzung und Respekt, die unmittelbar wertebezogen sind – sie sind sowohl als individuelle Handlungsgrundlage als auch innerhalb der Kultur von Unternehmen wichtig.

3) Methodenkompetenz

Diese Kategorie besetzt eine Schnittstelle zwischen Soft Skills und fachlichen Qualifikationen. Viele der hier eingeordneten Fähigkeiten lassen sich gut trainieren und mit „hartem“ Wissen unterlegen. Wichtige methodische Kompetenzen sind:

  • Strukturierte, zielorientierte Arbeitsweise
  • Problemlösungsfähigkeiten
  • Logisches Denken, analytische Fähigkeiten
  • Präsentationstechniken
  • Rhetorik
  • Umgang mit den digitalen Medien
  • Organisatorische Fähigkeiten
  • Selbstmanagement, Zeitmanagement
  • Stressresistenz.

Emotionale Intelligenz als Bindeglied

Das Bindeglied zwischen den einzelnen Soft Skills ist emotionale Intelligenz – ein Begriff, der erst relativ spät Eingang in die Managementwissenschaften fand. Zu seiner Popularisierung hat maßgeblich das gleichnamige Buch des US-amerikanischen Psychologen und Wissenschaftsjournalisten Daniel Goleman aus dem Jahr 1995 beigetragen.

Emotionale Intelligenz ist – übrigens ebenso wie Kreativität – keineswegs eine Schicksalsgabe, die nur bestimmten Menschen mitgegeben wurde. Sie beruht auf der Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen, auf Empathie und Selbstwahrnehmung, auf Selbstregulierung, Motivation und auf der Fähigkeit, diese in konkrete Interaktionen umzusetzen. Die Karriere-Experten Hesse und Schrader schreiben, dass emotionale Intelligenz alle Bereiche einschließt, die zur Verarbeitung intra- und interpersoneller Informationen nötig sind.

Und was sind „Führungsqualitäten“?

Häufig wird emotionale Intelligenz als eine explizite Führungseigenschaft betrachtet, in offenen und flexiblen Teams ist sie jedoch für jeden Mitarbeiter wünschenswert. Viele Mitarbeiter trauen sich den Wechsel in eine Führungsposition jedoch erst nach mehreren Arbeitsjahren zu oder meinen, dass sie auf einer Spezialistenposition ohne Führungsverantwortung grundsätzlich besser aufgehoben sind.

Auch die Sicht der Unternehmen auf Führung hat sich in den letzten Jahren jedoch stark verändert. Die früheren langjährigen Aufstiegsroutinen sind in vielen Firmen nicht mehr vorgesehen. Oft bestehen die Anforderungen des Managements sogar darin, das ausnahmslos jeder Mitarbeiter über „Leadership“ verfügt. Zudem kommt es vielen Unternehmen darauf an, ihren Führungsnachwuchs im Rahmen kurzer Karrierewege aufzubauen – von jungen High Potentials wird erwartet, dass sie so bald wie möglich auch formale Personalverantwortung übernehmen können.

Im Kern geht es bei der Entwicklung von Führungseigenschaften um einen Perspektivenwechsel. Neue Führungskräfte müssen lernen, nicht nur selbst in Teamstrukturen zu agieren, sondern mittels ihrer sozialen Kompetenzen, ihrem Wissen um gruppendynamische Prozesse und idealerweise auch mit emotionaler Intelligenz ein Team so zu steuern, dass es in der Lage ist, die Gruppenziele und die Ziele des gesamten Unternehmens zu erreichen.

Soft Skills entwickeln sich im Alltag

Auf den ersten Blick lesen sich diese Anforderungen an die Soft Skills von Mitarbeitern und Bewerbern äußerst anspruchsvoll. Aber: Auch bei den Soft Skills muss nicht jeder alles gleich gut können. Zudem lassen sich viele dieser Fähigkeiten hervorragend trainieren. Mit jedem Referat und der aktiven Teilnahme an Diskussionen entwickelst du auch deine kommunikativen und rhetorischen Fähigkeiten weiter. Selbstorganisation, Zeitmanagement oder die Entwicklung von Stressresistenz sind nicht nur im Beruf, sondern auch im Studienalltag wichtig.

Generell gilt: Soft Skills entwickeln sich im Alltag – vieles davon geschieht unbewusst. Vor und während der Bewerbungsphase ist es jedoch sinnvoll, auch das Thema „Soft Skills“ etwas stärker zu reflektieren. Worin bestehen die Erwartungen der Unternehmen? Wie gestaltet sich dein persönliches Bewerberprofil in dieser Hinsicht? Was kannst du tun, um im Bewerbungsverfahren auch mit deiner sozialen Kompetenz und deinen „weichen“ Fähigkeiten zu überzeugen?

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