Der Abschluss deines Studiums und damit die Bewerbungsphase rücken näher. Allerdings ist dir bisher nur in groben Zügen klar, bei welchen Unternehmen und auf welche Stellen du dich bewerben könntest. Um den richtigen Job zu finden, sind etwas Selbstreflexion und natürlich auch Recherchen nötig.

Die ersten Weichen für deine künftige Karriere hast du bereits mit der Wahl des Studienfaches gestellt, idealerweise waren dabei deine persönlichen Neigungen ausschlaggebend. Kurz vor dem Abschluss geht es nun darum, deine Qualifikationen und Fähigkeiten in konkrete berufliche Ziele zu übersetzen.

Unterschiedliche Voraussetzungen für die Berufswahl

Genau dieser Schritt fällt vielen Studierenden und Absolventen jedoch schwer. Den Arbeitsmarkt kennen sie bisher nur in sehr allgemeiner Form, auch über in Frage kommende Stellenprofile müssen sie sich erst informieren. Auch einige weitere Faktoren haben Einfluss darauf, ob die Phase der direkten beruflichen Orientierung einfach oder schwierig wird: Ingenieure, Naturwissenschaftler oder künftige IT-Experten bereiten sich oft sehr fokussiert auf ihre künftige Karriere vor. Wirtschaftswissenschaftler entscheiden sich dagegen oft erst spät für eine bestimmte Spezialisierung. Für Geisteswissenschaftler kann sich die Aufgabe, den passenden Job zu finden, besonders anspruchsvoll gestalten – sie müssen zunächst ein berufliches Profil entwickeln, das für Arbeitgeber außerhalb des akademischen Bereichs attraktiv ist.

Auch zwischen Uni- und Fachhochschulabsolventen gibt es im Hinblick auf ihre Berufsfindung Unterschiede. Fachhochschulen bieten ein Studium mit hohem Praxisbezug, in dem auch konkrete Anforderungen von Unternehmen eine Rolle spielen. Ein Universitätsstudium ist demgegenüber oft deutlich breiter angelegt, was möglicherweise die Berufswahl zunächst etwas komplizierter macht.

Welche Stelle ist persönlich optimal?

In jedem Fall steht vor der Bewerbungsphase eine Entscheidung über die persönlich optimalen Arbeitsmöglichkeiten und Karriereziele an. Siehst du dich als Generalisten oder strebst du eine Experten-Laufbahn an? Willst du für ein großes, internationales Unternehmen tätig werden oder kommt für dich auch ein Job im Mittelstand in Frage? Kannst du dir vorstellen, für deine erste Stelle auch „in die Provinz“ zu ziehen oder muss es zwingend eine Großstadt sein? Bachelor-Absolventen sollten für sich selbst auch klären, ob es ihnen aktuell um ihre langfristige Karriereplanung oder um eine Praxisphase vor dem Master geht.

Generell gilt: Mit einem bestimmten Job und im Unternehmen wirst du dauerhaft nur glücklich werden, wenn du deine Ziele und deine persönlichen Präferenzen kennst. Du bist also darauf angewiesen, ehrliche Antworten auf alle Fragen zu finden, die dir im Hinblick auf deine Karriere wichtig sind.

Hier geht es nicht nur um ein angemessenes Gehalt und Entwicklungsmöglichkeiten. Die angestrebte Stelle und dein künftiger Arbeitgeber müssen auch persönlich zu dir passen – bei der Stellensuche wird gerade dieser Punkt nur allzu oft vergessen. Wenn du bereits weißt, dass du dir einen Arbeitsplatz mit flachen Hierarchien und einer eher legeren Atmosphäre wünschst, macht eine Bewerbung bei einem konservativen Unternehmen wenig Sinn – in einem Start-up oder einer Agentur bist du dann wahrscheinlich deutlich besser aufgehoben.

Informationen über Unternehmen und Karrieremöglichkeiten sammeln

Für deine praktische Berufsorientierung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Der Königsweg für Studierende sind natürlich Praktika. Im Praktikum erlebst du ein Unternehmen aus einer Alltagsperspektive, erprobst dein Wissen und deine Fähigkeiten in Projekten, knüpfst Kontakte und lernst außerdem die Anforderungen der Firma an ihre Mitarbeiter kennen. Mit etwas Glück springt bei einem Praktikum der Funke über – du kennst deinen Traumjob und vielleicht auch schon deinen präferierten Arbeitgeber.

Sinnvoll ist, wenn du dir bereits vor dem Beginn der Bewerbungsphase die Karriereseiten unterschiedlicher Unternehmen anschaust. Hierdurch gewinnst du einen guten Überblick darüber, welche Stellenprofile für dich in Frage kommen und wie die Arbeitsmarktsituation in bestimmten Branchen ist. Die meisten Firmen geben auf ihren Internetseiten auch über längerfristige Karriereperspektiven Auskunft. Zudem entwickelst du ein Gefühl für unterschiedliche Unternehmenskulturen und die Anforderungen der Unternehmen an geeignete Bewerber.

Irgendwann musst du beginnen, gezielt nach passenden Stellenausschreibungen zu suchen. Optimal ist, wenn du dich parallel dazu auch aktiv als Bewerber präsentierst. In berufsbezogenen sozialen Netzwerken wie Xing oder LinkedIn sind inzwischen auch die Recruiter zahlreicher Unternehmen unterwegs.

Traineeprogramme – die 360-Grad Perspektive auf den Arbeitgeber

Traineeprogramme kombinieren Ausbildung und anspruchsvolle praktische Arbeit. Hierdurch ermöglichen sie innerhalb des Unternehmens eine intensive berufliche Orientierungsphase. Als Wirtschaftsabsolvent wirst du während deiner Traineezeit beispielsweise im Marketing, im Finanzbereich und in der Personalabteilung tätig, auf einer weiteren Programmstation lernst du Produktionsplanungsprozesse kennen oder wirkst an der Erarbeitung wichtiger Business Insights mit.

Die Programme sind eine optimale Einstiegsmöglichkeit, wenn du Erfahrungen in verschiedenen Unternehmensbereichen sammeln willst. Allerdings musst du bei einer Bewerbung als Trainee vor allem in großen, bekannten Unternehmen mit starker Konkurrenz und einem sehr anspruchsvollen Auswahlverfahren rechnen.

Karrieremessen – Informationsplattform und Netzwerkmöglichkeit

Auf Karrieremessen kommst du mit Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen ins Gespräch. Neben großen, bekannten Namen triffst du hier auch Firmen, die du bisher gar nicht kanntest, die in ihrem Arbeitsfeld jedoch zu den „Hidden Champions“ gehören. Gleichzeitig baust du dein berufliches Netzwerk aus. Oft ergeben sich am Messestand Kontakte, die der Auftakt zu einer erfolgreichen Bewerbung sind. Wertvolle Informationen für deine Karriereplanung erhältst du auch durch das Rahmenprogramm der Messen.

Deinen Messebesuch solltest du gut vorbereiten und vorab eine Auswahl treffen, welche Unternehmen du besuchen willst. Informationen über die teilnehmenden Firmen erhältst du im Internet. Wenn dich ein Unternehmen besonders interessiert, rufst du vorab in der Personalabteilung an und versuchst, einen persönlichen Gesprächstermin am Messestand zu erhalten.

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