Der Lebenslauf ist dein berufliches Profil in komprimierter Form und das Herzstück der Bewerbung. Er enthält die „harten Fakten“ zu deiner Qualifikation und deiner persönlichen Entwicklung, die dem Recruiter erlauben, eine Eignung für eine Stelle zu bewerten.

In die Bewerbungsmappe wird der Lebenslauf an zweiter Stelle – eventuell hinter einem Deckblatt – einsortiert, das Anschreiben zur Bewerbung liegt lose auf. Bei der Sichtung von Lebensläufen verfolgen Personalentscheider unterschiedliche Strategien: Manche vergleichen deine persönlichen Stärken, die du im Anschreiben umrissen hast, mit deinen Ausbildungsstationen und deiner beruflichen Erfahrung, andere machen sich ihr relevantes Bild fast ausschließlich anhand des Lebenslaufes. Falls du der Meinung bist, dass für die angestrebte Position wichtige Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen in beiden Dokumenten nicht ausreichend zur Geltung kommen, empfiehlt sich, deine Bewerbung mit einem Motivationsschreiben zu komplettieren.

Der Aufbau eines Lebenslaufes

Früher wurden Lebensläufe chronologisch aufgebaut, inzwischen hat sich jedoch die „amerikanische Methode“ durchgesetzt, den Lebenslauf gegenchronologisch zu verfassen, also mit den jeweils aktuellsten Informationen zu beginnen. Ausbildungsurkunden, Arbeitszeugnisse und Praktikumsbescheinigungen werden im Anlagenteil in der gleichen Reihenfolge abgeheftet. Standard ist heute der tabellarische Lebenslauf, der Personalentscheidern die Orientierung in diesem Dokument erleichtert.

Der Lebenslauf wird in die folgenden Abschnitte untergliedert:

  • Überschrift – „Lebenslauf“ und / oder Name des Bewerbers.
  • Kontaktdaten, persönliche Daten und Bewerbungsfoto, sofern diese nicht bereits auf dem Deckblatt enthalten sind.
  • Berufserfahrung – Arbeitsverhältnisse, Praktika, für die Stelle relevante Nebenjobs.
  • Ausbildung – Schule, Berufsausbildung, Studium. Falls du dein Studium direkt nach der Matura oder einer Berufsausbildung begonnen hast, stehen die Ausbildungsinformationen idealerweise vor dem Abschnitt zur Berufserfahrung.
  • Spezielle Kenntnisse (Computer, Sprachen).
  • Gegebenenfalls Informationen zu Hobbys und persönlichem Engagement.
  • Gegebenenfalls Informationen zu Auszeichnungen, eigenen Publikationen sowie Referenzen – letztere mit den entsprechenden Kontaktinformationen und grundsätzlich nur mit dem Einverständnis der betreffenden Personen.
  • Ort, Datum Unterschrift.

Den Lebenslauf gestalten

Ein übersichtlicher, gut strukturierter und präzise formulierter Lebenslauf freut den Recruiter, da er seinen Arbeitsalltag leichter macht. Den gleichen Zweck erfüllen visuelle Anker – beispielsweise Zeitangaben und Detailinformationen, die jeweils auf derselben Fluchtlinie erscheinen sowie fett gedruckten Eckdaten für die einzelnen Stationen. Die Dauer von Ausbildungs- und Beschäftigungsverhältnissen wird jeweils mit Jahr und Monat angegeben. Länger als zwei bis maximal drei A4-Seiten darf ein Lebenslauf nicht werden.

Welche Informationen sind obligatorisch für den Lebenslauf?

In deinen Lebenslauf gehören alle wichtigen Stationen deiner beruflichen Entwicklung. Oft gilt hier jedoch: Weniger kann mehr sein. Es ist wenig hilfreich, sämtliche Praktika und Nebenjobs vollständig aufzuzählen – wichtig sind ausschließlich Tätigkeiten, aus denen für die angestrebte Position relevante fachliche und soziale Kompetenzen resultieren. Bei Absolventen werden im Lebenslauf auch Angaben zum höchsten erreichten Schulabschluss verlangt. Detailliertere Angaben zur Schul- laufbahn sind jedoch überflüssig.

Die Angaben zu den einzelnen Stationen müssen ein klares Profil erkennen lassen – bloße Aufzeichnungen reichen also auch hier nicht aus. Auf die Nennung jeder Ausbildung oder Tätigkeit sollten vier bis fünf Stichpunkte mit Informationen zu Zuständigkeiten und Kompetenzen folgen. Selbstverständlich gehören bei Absolventen auch das Thema und die Note der Abschlussarbeit in den Lebenslauf. Angaben zu Sprach- und Computerkenntnissen erfordern auch eine Bewertung des erreichten Sprachniveaus oder die konkrete Bezeichnung der genutzten Software.

Was ist fakultativ, was sollte weggelassen werden?

Fakultative Informationen im Lebenslauf sind Angaben zum Familienstand, zur Staatsangehörigkeit oder zu Hobbys. Der erste Punkt dürfte unproblematisch sein, von den meisten Arbeitgebern im Lebenslauf jedoch erwartet werden. Informationen zur Staatsangehörigkeit können bei einem ausländischen Familiennamen sinnvoll sein. Hobbys solltest du nur dann erwähnen, wenn sich daraus ein Mehrwert für dein berufliches Profil ergibt – das Betreiben einer Mannschaftssportart lässt beispielsweise auf ausgeprägten Teamgeist schließen. Risikoreiche Freizeitaktivitäten sollten dagegen ausgeblendet werden.

Nicht in den Lebenslauf gehören Angaben zu den Eltern sowie zu einer konfessionellen Bindung – außer bei einem konfessionellen Arbeitgeber, der diese Information voraussetzt.

Die Sache mit dem „roten Faden“

Vom „roten Faden“ ist im Zusammenhang mit Lebensläufen oft die Rede. Früher war damit gemeint, dass Unternehmen einen sauberen „lückenlosen“ Lebenslauf verlangten, dessen einzelne Stationen nahtlos aufeinander folgten. Ausbildungs- und Arbeitsbiografien haben sich seitdem stark verändert. Ein soziales Jahr, ein „Travel & Work“-Programm oder ein Sprachaufenthalt im Ausland belegen Eigeninitiative und Engagement für die persönliche Entwicklung. Auch eine explizite Auszeit ist für die Personalentscheider in der Regel kein Problem. Größere Lücken lassen sich in der  Regel ebenfalls produktiv erklären. Als „roter Faden“ ist vor allem wichtig, dass dein Lebenslauf Schwerpunkte erkennen lässt, die auf das jeweilige Unternehmen und die gewünschte Stelle zugeschnitten sind. Schon aus diesem Grund solltest du nicht einfach einen Standard-Lebenslauf verschicken, sondern für jede Bewerbung ein individuelles Dokument verfassen.

Auf den Lebenslauf folgt oft die „dritte Seite“, das Motivationsschreiben

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