Ich gehöre zu den Frauen, die es nicht besonders angenehm finden, ungeschminkt das Haus zu verlassen. Mir fehlt das Selbstbewusstsein, mich komplett ohne Make-Up und Wimperntusche in der Öffentlichkeit zu zeigen. Natürlich bewundere ich die Mädels, die natürlich hübsch durch die Welt marschieren und komplett ohne die Wunderkraft der Schminke auskommen. Aber ich gehöre einfach nicht dazu. Jeden Tag brauche ich mindestens 30 Minuten, bis der Lidstrich sitzt und Rouge aufgetragen ist. Meist habe ich sogar Lippenstift und Wimperntusche in der Handtasche, um eventuelle Fehlstellen zu korrigieren. Es hört sich sicher so an, als hätte ich eine verstecke Make-Up-Sucht und einige werden mich für meine Einstellung auch belächeln, aber glaubt mir: Vielen Frauen geht es so wie mir!

Startschuss

Mein Make-Up ist vollkommen leer und auch meine liebste Wimperntusche geht langsam aber sicher aus – der perfekte Moment also, um mit einem neuen Selbstversuch zu beginnen und zwei Wochen lang „Oben ohne“ zu verbringen. Wie wird es mir gehen, wenn ich komplett auf Schminke verzichte? Ich bin neugierig und will es versuchen. Andere schaffen das ja auch!

Der erste Tag

Unter der Woche stehe ich jeden Tag um sieben Uhr auf, um genügend Zeit im Bad verbringen zu können. Momentan mache ich ein Volontariat und muss täglich um neun Uhr im Büro sein. Da muss am Morgen jede Minuten sinnvoll genutzt werden. Eigentlich hetze ich zwischen Spiegel und Kleiderschrank umher, während ich meine Schminke auftrage und mir nebenbei noch versuche, die Haare zu machen. Heute ist das alles ein bisschen anders. Ganz entspannt kann ich noch 15 Minuten länger schlafen und mich dann in Ruhe fertig machen. Schließlich spare ich nun zirka 30 Minuten, in denen ich mich normalerweise mit Make-Up und Rouge bepinselt hätte.

Reaktionen auf meinen neuen Look

Als ich heute das Büro betrete, schaut mich meine Kollegin neugierig über ihren Bildschirm hinweg an. „Na, hast du heute verschlafen? Alles okay bei dir, oder warum hast du dir heute keinen Liedstrich gezogen?“ „Ach, ich hab mich gar nicht geschminkt“, antworte ich ihr lässig. Sie ist erstaunt, fragt aber nicht weiter nach. Sonst bemerkt aber niemand meinen veränderten Look. Oder es scheint einfach nicht bemerkenswert zu sein. Das finde ich aber eigentlich gut! Auch ein Bekannter hat nach drei Tagen ein paar nette Worte für mich übrig- mehr oder weniger. „Hey, Alessa. Du bist heute weniger geschminkt, oder? Sieht auch ganz okay aus.“ Ich beschließe es als Kompliment zu sehen und freue mich.

Super Vorteile

Während der ersten Woche bemerke ich immer mehr positive Dinge, die mir wirklich ausgesprochen gut gefallen. Ein kleines Nickerchen am Nachmittag kann ich machen, ohne mich vorher abzuschminken. Danach sehe ich auch nicht mehr so aus, wie ein Panda mit schwarzen Wimperntusche-Ringen unter den Augen. Auch am Abend dauert es nicht mehr so lange, mein Gesicht zu waschen. Mir bleibt einfach viel mehr Aufwand erspart und auch das Geld für die Schminke kann ich anderweitig verprassen.

Nachteile? Auch die gibt es!

Das hört sich doch alles ziemlich super an, oder? Naja, fast… Denn ich erwische mich dabei, wie ich allgemein etwas nachlässiger mit meiner Optik werde. Natürlich geh ich duschen, wasche meine Haare und trage Deo, doch meine Haare und auch meine Kleidung bekommen von mir weniger Aufmerksamkeit, als normalerweise. Ich sehe einfach keinen Sinn darin, mir eine schicke Frisur zu machen oder eine Bluse anzuziehen, wenn ich nicht sorgfältig geschminkt bin. Ohne Make-Up und Co. verfalle ich in einen „Heute-bin-ich-ganz-gechillt-Look“, den ich normalerweise nur am Wochenende trage oder an Tagen, an denen ich verkatert, krank oder beides zusammen bin.

Warum schminke ich mich eigentlich?

Die Tage gehen vorbei und ich genieße meine „entspannte“ Phase, in der mich meine Optik einfach nicht so sehr beschäftigt, wie normalerweise. Warum schminke ich mich eigentlich jeden Tag? Für mich, für die Anderen oder einfach nur aus Routine? Meine Antwort: Irgendwie alles zusammen. Ich mag es, mich zu schminken. Es gibt mir ein gutes Gefühl und wenn ich genug Zeit habe und mich nicht stressen muss, dann finde ich es sogar entspannend und kann dabei relaxen. Andere Leute tun sich etwas Gutes, wenn sie sich ein leckeres Essen kochen oder ein Buch lesen. Für mich ist ein gutes Make-Up eine Belohnung an mich selber und macht mich ein Stück weit selbstsicherer. Das möchte ich eigentlich auch weiterhin beibehalten. Obwohl es meinen Freunden schlichtweg egal ist, ob mein Gesicht nun mit Schminke vollgeschmiert ist oder nicht, werde ich mich nach meinem Selbstexperiment weiter schminken. Vielleicht werde ich aber mal wieder eine Ausnahme machen und auf das Make-Up verzichten.

Ach ja, und was ist mit meiner Haut

Manche werden sich vielleicht fragen, ob sich meine Haut verändert hat (falls nicht, erzähle ich es trotzdem). Durch den Verzicht auf Schminke hatte meine Haut schließlich Zeit, sich von Rouge und Co. zu erholen und mal richtig durchzuatmen. Trotzdem hat sich nicht viel getan, das ist jedenfalls meine eigene Einschätzung. Ich würde sagen, dass ich nach wie vor kein perfektes Hautbild habe, ich kann mich aber durchaus sehen lassen. 

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