BÜCHERBÖRSE

Movember: Ein Schnauzer erobert die Welt

Movember: Ein Schnauzer erobert die Welt (CC) https://www.flickr.com/photos/ap-photographie/

Bald kommt sie wieder. Die Zeit, in der in vielen jungen Leuten das Schnauzer-Fieber entfacht. Eigentlich als schrullig und etwas seltsam abgestempelt erfreut sich der Oberlippenbart im November großer Beliebtheit. Warum? Ganz einfach: Es ist Movember-Zeit.

Mov ... was? Das fragen sich viele, wenn sie erstmals von diesem Trend hören, der um die Jahrtausendwende in Australien entstand. Das „Wort Movember“ steht für eine Wortschöpfung aus „Moustache“, dem englischen Begriff für Schnauzbart, und „November“, welcher die zeitliche Begrenzung des Trends markiert. So weit, so klar. Doch warum die ganze Sache? Das Schönheitsideal schlechthin verkörpert er ja nicht gerade, der Schnauzer.

Der Grund ist, genau genommen, die Beratungsresistenz vieler Männer regelmäßig zu ärztlichen Kontrollen zu gehen. In vielen Fällen bleiben so ernst zu nehmende Krankheiten unentdeckt – so auch Prostatakrebs. Während andere Krankheiten eine starke Spendencommunity im Rücken haben – man denke beispielsweise an Aids, den Lifeball und Brustkrebs mit ihren Symbolen „red“ bzw. „pink ribbon“ – wurde die Bekämpfung des Prostatakrebses lange Zeit wenig unterstützt. Der Oberlippenbart im November soll daher auf diesen aufmerksam machen und die Leute zum Spenden animieren – mit seinem Bart setzt jeder Unterstützer ein Zeichen.

Um den Movember ist überall auf der Welt ein riesen Hype entstanden. Studenten, Politiker, Künstler, ... sie alle lassen sich für einen ganzen Monat einen Schnauzbart stehen. Pflege und Wachstum folgen dabei genauen Regeln. Wer auch als Movember-Neuling mit seinem Schnauzer glänzen möchte, sollte nicht unüberlegt Hand anlegen – Mann möchte schließlich nicht auf der Liste „Movember’s 20 Weakest Moustaches“ landen. Tipps, wie man sich den perfekten Oberlippenbart trimmen kann, finden sich etwa bei dem Rasur-Portal „Perfect Shave“, aber auch auf den Erfahrungsschatz von manch erfahrenem „Mo Bro“ (Movember-Anhänger) aus dem Freundeskreis sollte nicht verzichtet werden.

Mit der haarigen Angelegenheit alleine ist es aber noch nicht getan, denn auch das eigene Verhalten gegenüber den Mitmenschen soll sich in der Zeit des Movembers ändern: So ist eine der Auflagen für Mo Bros, sich den gesamten November über wie absolute Gentlemen zu verhalten. Also dann, auf geht’s: eins, zwei, drei, Schnauzbart. Und nicht vergessen: höflich sein.

 

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