BÜCHERBÖRSE

Ilja Jay Lawal: "Wir von TrueYou vertreten die Ansicht, dass man zu sich stehen sollte."

Die vier kreativen Köpfe von TrueYou: Pedram Parsaian, René Svoboda, Roland Svoboda und Ilja Jay Lawal (von links nach rechts) (c) TrueYou/Max Spitzauer
Die vier kreativen Köpfe von TrueYou: Pedram Parsaian, René Svoboda, Roland Svoboda und Ilja Jay Lawal (von links nach rechts)

Seit mittlerweile drei Jahren verwirklichen Ilja Jay Lawal, Roland Svoboda, René Svoboda und Pedram Parsaian ihren persönlichen Traum von individueller Mode mit ihrem eigenen Modelabel TrueYou. Am 15. Dezember sperrt in Wien nun ihr erster eigener Laden auf, ein riesiger Meilenstein für die jungen Designer. UNIMAG hat sich vor der Eröffnung mit Ilja unterhalten und ihm ein paar Fragen über TrueYou gestellt.

UNIMAG: Wie fühlt es sich denn an, seinen eigenen Laden zu haben?
Ilja: Für uns ist das jetzt natürlich ein ziemlich großer Schritt! Vor allem, weil in den letzen drei Jahren seit unserer Gründung alles wirklich schnell gegangen ist. So richtig realisieren werden wir das glaube ich erst, wenn der Landen offiziell am 15. Dezember aufmacht und wir ein bisschen in die Routine reinkommen.

Wo kann man denn eure Mode momentan bekommen?
Man findet unsere Mode aktuell in den Filialen von KISSKISSBANGBANG und natürlich im Onlineshop unter shop-trueyou.com.

Was für Kleidung erwartet denn eure Kunden? Beschreib doch mal den Style eurer Klamotten und was an eurer Mode so besonders ist.
Also prinzipiell kann man unseren Stil mit dem Wort avantgardistisch sehr gut beschreiben. Wobei man das so verstehen kann, dass unsere Mode ein bisschen anders ist als das, was es normalerweise gibt. Wir setzen vor allem auf sehr reduzierte Designs, die den Fokus auf das Wesentliche richten, aber natürlich auch streetstyle-tauglich sind.

Hast du eigentlich ein persönliches Lieblingsstück, das man momentan bei euch im Shop finden kann?
Ich finde ja, dass unsere Hosen ziemlich cool sind! Die haben einen besonders tiefen Schnitt und eine Lederoptik. Und sie halten sehr sehr warm. (lacht)

Seit wann kennt ihr euch denn und wie seid ihr darauf gekommen, zusammen Mode zu machen?
Ich habe den Roland vor einigen Jahren beim Fortgehen kennengelernt. Wir zwei hatten schon immer ein ähnliches Verständnis davon, was die Mode in Wien betrifft. Wir sind damals dann sehr schnell zu dem Entschluss gekommen, dass wir nicht zufrieden mit dem sind, was die heimische Modebranche zu bieten hat. Dann ist da noch der Bruder vom Roland, der Rene dazugekommen und dann haben wir uns einfach getraut, etwas zu wagen und zu sehen, wie weit wir das Ganze bringen können. Und dann ist noch der Pedram dazu gestoßen. Jetzt ist das Team komplett.

Und wie sahen eure Anfänge als Designer aus? Wie beschreibst du euren bisherigen Weg bis hin zum eigenen Laden?
Nach unserer Gründung konnten wir relativ schnell erste eigene Events veranstalten. Das waren zum Beispiel Weihnachtsfeiern oder ein Pop-Up Store. Wir waren ja alle noch ziemlich jung und mussten zuerst auch ein Netzwerk aufbauen. Dann kamen noch das Finden der passenden Produktionsstätte in Paris und Teilnahmen an der Vienna Fashion Week dazu. Mein persönliches Highlight war aber ein Feature in der britischen Vogue. So konnten wir uns als Marke stark weiterentwickeln.

Habt ihr eigentlich eine bestimmte Arbeitsteilung beim Designen? 
Eigentlich verfließen unsere Kompetenzbereiche sehr stark. Wir haben aber eine grobe Aufteilung, das kann man schon so sagen. Roland ist derjenige, der gemeinsam mit unserer Produktionsstätte in Paris die Designs ausarbeitet. Rene achten auf die Produktionsabläufe, auf die Finanzen und auf die Logistik. Pedram macht das Branding und die Markenskalierung und ich kümmere mich um die Vermarktung, das Strategische und um unseren öffentlichen Auftritt.

Wer oder was inspiriert euch denn bei euren Kreationen?
Ich würde sagen, unsere Reisen inspirieren uns sehr stark. Außerdem schauen wir immer auf die Trends, die es momentan in der Welt gibt. Die Mode ist natürlich eine schnelllebige Branche, in der sich ständig etwas verändert, da muss man immer einen weltweiten Überblick behalten.

Was steckt eigentlich hinter eurem Namen TrueYou? Wie seid ihr darauf gekommen?
Da sind wir wirklich ziemlich lange dran gesessen (lacht). Wir wollten etwas, das aussagekräftig ist und keinen weiteren Slogan als Erklärung braucht. TrueYou drückt für uns aus, dass jeder sein wahres Selbst zeigen darf und sich so präsentieren soll, wie er wirklich ist. Das war uns schon immer ein wichtiges Anliegen. Wir sind sehr glücklich, dass wir jetzt sogar zusammen mit Toyota an einer Kampagne arbeiten dürfen, die dieses Motto unterstreichen soll.

Kannst du uns da schon etwas mehr drüber verraten?
Die Kampagne wird unter dem Motto „Reinvent Yourself“ stehen. Dafür werden wir dann eine Onlinekampagne produzieren. Es wird vor allem darum gehen, dass wir zeigen möchten, dass sich jeder ständig neu erfinden kann. Außerdem wird der neue C-HR von Toyota im Mittelpunkt stehen, der 2017 rauskommen wird.

Hat man als Designer eigentlich Vorbilder oder ist es wichtiger, seiner eigenen Linie treu zu bleiben? 
Wir schauen natürlich, dass wir uns bei niemandem etwas abschauen und dass wir zu uns selbst stehen. Was die Philosophie angeht, finden wir aber Rick Owens super. Er ist jemand, der zu sich selbst steht, egal was kommt. Den gleichen Gedanken möchten wir auch mit TrueYou verkörpern.

Wenn du als Modedesigner auf der Straße unterwegs bist, schaust du dir dann die Klamotten von den anderen Menschen genauer an und bewertest ihre Looks?
Ja und nein. Natürlich entwickelt man ein gewisses Bewusstsein und eine Aufmerksamkeit, was die Mode im Alltag betrifft. Wir von TrueYou vertreten allerdings die Ansicht, dass man zu sich selber stehen sollte und dass es dabei völlig egal ist, was man für eine Kleidung trägt. Wenn man sich dabei wohlfühlt, dann ist es zweitrangig, was andere Leute darüber denken.

Das ist eine tolle Message von euch! Danke Ilja, für das Interview. Wir sind wirklich sehr gespannt, was wir in Zukunft noch von euch hören werden. 

 

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