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Studentenkonten

WELCHE BANK BIETET DIE BESTEN KONDITIONEN? (c) FLICKR KENTEEGARDEN
WELCHE BANK BIETET DIE BESTEN KONDITIONEN?

Dir fehlt bei all den Angeboten an verschiedenen Studentenkonten langsam der Durchblick? Wir haben uns die Anbieter genauer angesehen. 

Wenn in diesen Herbsttagen das neue Studienjahr langsam in die Gänge kommt, haben andere bereits Hochsaison. Neben zahlreichen Medien-, Fruchtsaft- und Kontaktlinsenanbietern tummeln sich auch österreichische Bankenvertreter am Uni-Gelände, um ihre Produkte unters Studierendenvolk zu bringen. Dabei begegnet man dem Gratis-Testabo einer Tageszeitung weit weniger zurückhaltend als dem Anbieter eines Studentenkontos. Verständlich, wenn man bedenkt, dass die primäre Dienstleistung dieser Anbieter darin besteht, ihnen unser Geld zu überantworten. Aus diesem Grund greifen die Banken in diesen Tagen zu kreativen Lockangeboten und werben mit Gutscheinen, Gewinnspielen, Konzert- und Kinokarten, Ermäßigungen und Gutschriften, bis hin zu gratis Studentenausweisen und Band T-Shirts. Um bei all diesen Angeboten den Überblick zu bewahren, lohnt sich ein Vergleich.

Auf Soll- und Habenzinsen achten

Ein Angebot, das animieren soll, hat die Erste Bank/Sparkasse. Mit einem in die Bankomatkarte integrierten internationalen Studentenausweis mit Lichtbild hat man hier für ein besonders nützliches Zuckerl gesorgt. Die anderen Anbieter unseres Vergleichs (Volksbank, Bank Austria, Easy Bank, Raiffeisen, Bawag/PSK) setzen hier primär auf altbewährte Unterhaltungsangebote und Gewinnspiele. Während die Kontoführung bei allen Anbietern kostenlos erfolgt, lohnt sich ein Blick auf die verschiedenen Konditionen bei den Zinsen. Für Sparsame, die stets ein Plus am Konto ihr Eigen nennen dürfen, empfehlen sich vor allem die Raiffeisen Bank und die Bawag/PSK. Bei den Habenzinsen bieten sie mit bis zu 0,75 und 0,5 % die besten Konditionen. Chronische Überzieher seien zwar generell gewarnt  – da ein über Monate hinweg andauerndes Minus schnell zum Problem werden kann – dennoch bietet derzeit die Volksbank mit 8 % Sollzinsen den besten Wert. Beim unbedachten Überziehen des Kontos liegen laut Arbeiterkammer die größten Gefahren für Studenten. „Wenn man überzieht, ist es wichtig zuvor einen Überziehungsrahmen vereinbart zu haben, andernfalls kostet dies fünf Prozent extra“, so Konsumentenschützerin Michaela Kollmann gegenüber UNIMAG. Auch Daueraufträge können bei einem nicht gedeckten Konto zur Gefahr werden, da Banken in diesen Fällen zusätzliche Spesen für Rückbuchungen verrechnen.

bankomattastatur   flickr redspottedAlterslimits zwischen 27 und 30
Acht geben sollte man auch auf die unterschiedlichen Alterslimits für Studentenkonten, da nach Ablauf dieses Limits das Konto zu einem normalen Gehaltskonto wird und somit zusätzliche Kosten anfallen. Die AK berichtet von Fällen, in denen Personen vergessen haben, dass ihr altes Studentenkonto noch immer läuft, obwohl sie damit längst keine Transaktionen mehr durchführen. Durch Spesen kommen diese Konten oft von selbst ins Minus. Ist der Inhaber, beispielsweise aufgrund eines nicht gemeldeten Wohnungswechsels nicht mehr erreichbar, so können sich einige hundert Euro Schulden anhäufen. In punkto Alterslimit zeigen sich Bank Austria und Erste Bank mit 30 Jahren am großzügigsten.

EU-Vereinbarung erleichtert Kontowechsel

Beim Kontowechsel zeigt sich der Österreicher dennoch als ein sehr scheues Reh. Die Banken versuchen junge Leute an die Bank zu binden, weil die Österreicher kaum das Konto wechseln. Eine EU-Vereinbarung, wonach die jeweilige Bank beim Kontowechsel zu einer Konkurrenzbank behilflich sein muss, ermutigt dennoch zum zeitweiligen Wechsel des Geldinstituts. Kontoschließungsgebühren dürfen übrigens seit einiger Zeit keine mehr eingehoben werden. Unter diesen gesetzlichen Voraussetzungen und bei weiterhin kreativen Angeboten darf also durchaus öfter gewechselt werden.

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Stefan Weiss

Stefan Weiss | Freier Journalist

Studiert Politikwissenschaft und Kunstgeschichte an der Uni Wien. Er betreibt einen Blog für Politik, Kunst und Kultur und schreibt für verschiedene Print- und Onlinemedien.

stefan.weiss (ät) unimag.at

 

Webseite: stefanweiss.at
 

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