BÜCHERBÖRSE

Expertentipp: So punktest du im Vorstellungsgespräch

Mark Frost, Managing Director von Hays ÖsterreichAls Spezialist für die Vermittlung von hochqualifizierten Fach- und Führungskräften beschäftigt Hays im deutschsprachigen Raum über 1.500 Mitarbeiter. Als schnell wachsendes Unternehmen werden stets Mitarbeiter im Key Account Management und den zentralen Fachabteilungen gesucht. Wir sprachen mit dem Managing Director von Hays Österreich, Mark Frost, über das Vorstellungsgespräch und worauf Bewerber achten sollten.

Das Vorstellungsgespräch beginnt bei der Vorbereitung – welche Tipps haben Sie für unsere Leser zur optimalen Vorbereitung?

Unerlässlich vor dem Gespräch ist der Blick auf die Unternehmenshomepage und die Karriereseite des Unternehmens: Hier erhält man Informationen zum Geschäftsmodell, zur Unternehmenskultur und zu den konkreten Tätigkeiten in der zu besetzenden Position. Auch findet man häufig Tipps zur Vorbereitung auf ein Gespräch beim konkreten Unternehmen. Darüber hinaus lohnt es sich, sich online auf Arbeitgeberbewertungsplattformen zu informieren oder auch Freunde und Bekannte zu befragen, die das Unternehmen kennen oder sogar dort arbeiten. Bewerber sollten zudem in jedem Fall den eigenen Lebenslauf und die Stellenanzeige im Kopf haben: Um welche konkrete Position handelt es sich? In welchem Unternehmensbereich ist sie angesiedelt? Wie würden meine täglichen Aufgaben aussehen? Wo habe ich die für die Stelle erforderlichen Kompetenzen bereits zeigen können? Je besser der Match mit den eigenen Kompetenzen und je konkreter das Bild, das ich von der zu besetzenden Position habe, umso besser.

Wie wichtig ist der erste Eindruck?

Der erste Eindruck ist wichtig, da er sich bei den Interviewern stark einprägt. Ein selbstsicheres, gepflegtes und in jedem Fall authentisches Auftreten sind daher ratsam. Wenn  sich Interviewer jedoch alleine aufgrund des ersten Eindrucks im Vorstellungsgespräch final für oder gegen einen Kandidaten entscheiden, begehen sie einen typischen Beobachtungsfehler in der Personalauswahl. Statt sich vom ersten Eindruck leiten zu lassen, müssen sie die Kompetenzen der Bewerber während des kompletten Gesprächs respektive des gesamten Auswahlprozesses beobachten und beurteilen.

Zum ersten Eindruck zählt natürlich auch der Kleidungsstil – worauf sollte ich achten?

Wenn man in Bezug auf die Kleiderwahl unsicher ist, kann man sich entweder an den Mitarbeiterfotos auf der Karriereseite des Unternehmens orientieren  oder bei der Terminvereinbarung erfragen, welcher Kleidungstil gewünscht ist – so verhindert man unangenehme Überraschungen beim Gespräch. In jedem Fall sollten Bewerber ein Outfit wählen, in dem sie sich wohl fühlen – schlecht sitzende oder zu große Kleidung kann sich negativ auf die eigene Ausstrahlung auswirken. 

Welche Personen sind bei Hays üblicherweise bei einem Vorstellungsgespräch dabei?

Im ersten Gespräch lernen unsere Bewerber entweder zwei Vertreter der Personalabteilung in Mannheim oder bereits zwei Führungskräfte aus unserem Key Account Management in Wien kennen, die einen konkreten Personalbedarf haben. Das zweite Gespräch findet in jedem Fall in unserem Büro in Wien statt mit zwei Führungskräften aus unserem Key Account Management. Hier haben unsere Bewerber auch die Möglichkeit, ihren zukünftigen Mentor und weitere Team-Kollegen kennenzulernen.

Was wollen Sie als erstes von einem Bewerber wissen?

Uns ist es wichtig, dass während des Gesprächs eine angenehme Atmosphäre herrscht und dass sich unsere Bewerber wohl fühlen. Wir starten unsere Gespräche daher für gewöhnlich mit einer „Warm up“-Phase, stellen uns vor und erläutern den Kandidaten unsere Interviewtechnik. Nach der Begrüßung bitten wir unsere Bewerber, sich uns vorzustellen. Die meisten Kandidaten sind auf diese Aufgabe vorbereitet und starten demnach lockerer in das Gespräch.

Wie ist der übliche Ablauf eines Vorstellungsgesprächs bei Hays?

Generell prüfen wir im Vorstellungsgespräch, ob unsere Bewerber die für die Stelle erforderlichen Kompetenzen mitbringen. Dabei stellen wir persönliche und soziale Kompetenzen wie zum Beispiel Zielorientierung und Authentizität in den Mittelpunkt. Auch die Motivation der Bewerber für Hays und die konkrete Stelle in unserem Unternehmen ist uns wichtig. Auch gehen wir näher auf Hays und die Bewerbungsposition ein. Uns ist es in den Gesprächen grundsätzlich sehr wichtig, Raum für die Fragen unserer Bewerber zu lassen, so dass sich das Interview zu einem offenen Gespräch entwickelt. Schließlich geht es darum, dass beide Seiten sich besser kennenlernen sollen.

Wie kann ich als Bewerber meine Stärken optimal präsentieren, wie soll ich mit meinem Schwächen umgehen?

Auf die Stärken / Schwächen-Frage bereiten sich heutzutage viele Bewerber vor, da sie in zahlreichen Bewerbungsratgebern aufgeführt wird. Wir bei Hays sehen von dieser Frage ab, da wir der Meinung sind, dass man auf eine solch bekannte Frage auch eine standardisierte, wenig authentische Antwort erhält. Andere Unternehmen greifen nach wie vor auf diese Frage zurück. Als Bewerber sollte ich mir vor einem Vorstellungsgespräch demnach überlegen, welche Stärken ich in Bezug auf die konkrete Position nennen und welche Schwächen ich besser für mich behalten sollte. Im Gespräch heißt es dann: Authentisch bleiben! Wenn ich konkrete Stärken habe, sollte ich diese anhand von Beispielen auch belegen können. Gleiches gilt für Schwächen: Es ist absolut legitim zu erläutern, wann genau man eine Schwäche erkannt hat, solange man es beim nächsten Mal besser machen würde. Das zeigt den Interviewern eine Selbstreflektion, die für viele Positionen unerlässlich ist.

Wie geht es nach dem Gespräch weiter?

Hat der Bewerber einen guten Eindruck hinterlassen, folgt die Einladung zu einem zweiten Gespräch – für gewöhnlich innerhalb von fünf Werktagen. Läuft auch das zweite Vorstellungsgespräch gut, erfolgt innerhalb von wenigen Tagen die telefonische Zusage. Den Arbeitsvertrag erhält der Bewerber im Anschluss per E-Mail, wenig später dann auch per Post. Im Falle einer Absage kontaktieren wir den Bewerber telefonisch und bieten ihm ein ausführliches Feedback zum Gespräch an.

 

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