BÜCHERBÖRSE

Erfolgreich auf der Career Calling - Expertentipps

Peek & Cloppenburg (P&C) gehört zu den größeren Ausstellern der Career Calling. Melisa Gibovic und Susanne Wagner verrieten uns im Interview u.a. Tipps, was bei Gesprächen auf essen zu beachten ist.

Nehmen wir an, ich habe mich zu Hause perfekt auf die Messe vorbereitet und Informationen über interessante Unternehmen eingeholt. Wie stelle ich den ersten Kontakt her? Was gilt es zu beachten?

Melissa Gibovic: Wir können gar nicht erwarten, dass sich die Messebesucher, die eine Vielzahl von potentiellen Arbeitgebern kennenlernen werden, sich mit jedem einzelnen vorher auseinandersetzen. Das wäre aus unserer Sicht insofern nicht sinnvoll, als dass jedes Unternehmen ganz unterschiedliche Schwerpunkte hat. Es gibt natürlich Besucher der Karrieremesse, die ihre Top 3 Unternehmen haben und wissen was sie wollen, aber auch Studierende, die sich allgemein informieren möchten. Wir gehen auf alle zu und bieten speziell auf den Karrieremessen die Möglichkeit, sich mit Mitarbeitern von P&C auszutauschen.

Susanne Wagner: Generell sind wir sehr offen, mit vielen Führungspersonen und Recruitern vor Ort und sprechen selbst die Leute an und helfen natürlich den Interessierten weiter. Messebesucher können sich natürlich auch erst einmal umschauen; wir haben nämlich sämtliche Infos und Broschüren über Karriere- und Einstiegsmöglichkeiten bei P&C vor Ort und beantworten gerne alle Fragen.

Also sind auch Führungskräfte von P&C auf der Messe?

Susanne Wagner: Ja, insgesamt sind wir zu Neunt auf der Messe, gut die Hälfte davon sind Führungskräfte.

Welche Möglichkeiten gibt es bei P&C?

Susanne Wagner: Es gibt zahlreiche Praktika, unser Junior - Traineeprogramm für Studierende und das Fashion-Management-Programm für Absolventen. Natürlich ist auch der Direkteinstieg möglich.

Wie bringe ich eine eventuelle Nervosität in den Griff?

Susanne Wagner: Ich finde Nervosität gar nicht schlimm, weil das zeigt, wie ernst die Kandidaten das nehmen. Natürlich muss man jetzt nicht nervös sein um bei mir Eindruck zu machen (lacht), aber ich empfinde das als einen sympathischen Charakterzug. Wir wollen eine angenehme Gesprächsatmosphäre schaffen, lassen alle Fragen zu und fragen neugierig nach. Die erste Nervosität legt sich dann sehr schnell. Zudem fällt und steht ein Einstieg bei P&C nicht mit dem ersten Treffen, sondern die Bewerber durchlaufen anschließend noch andere Bewerbungsschritte.

Welche Informationen über mich sollte ich dem Firmenvertreter gleich zu Beginn geben, damit er mich besser einordnen kann?

Melissa Gibovic: Wir wollen die Bewerber kennenlernen: Was studieren sie? In welchem Semester? Das hilft uns, Bewerber besser einzuschätzen, z.B. kommt für Studienanfänger eher ein Praktikum in Frage oder für Studierende am Studienende eher ein Traineeprogramm.

Welche Fragen sollten Bewerber stellen und welche besser vermieden werden?

Melissa Gibovic: Bewerber können und sollen alles fragen. Egal ob gefragt wird welche Führungsaufgaben übernommen werden können, was das Traineeship umfasst, welche Weiterbildungsmöglichkeiten es gibt, wie der Einstieg funktioniert usw. Wir sehen die Messe nicht als Bewerbungssituation, deshalb ist es uns ist lieber, jemand fragt umfassend viel als jemand der nur fragt: „Was kann man bei euch machen?“

Gibt es für Studierende von allen Universitäten Angebote bei P&C oder suchen Sie eher Studierende von wirtschaftlichen Richtungen?

Melissa Gibovic: Es ist sicher so, dass P&C zu 85-90 Prozent an Wirtschaftswissenschaftern interessiert ist, weil das eine gute Grundbasis für eine Kennzahlen basierte Arbeit ist, egal ob im Ein- oder Verkauf, es zählen analytisches Denkvermögen und unternehmerisches Verständnis. Dennoch nehmen wir auch sehr gerne Quereinsteiger auf und freuen uns auf Diversity im Unternehmen.

Als Vertreter eines Modehauses achten Sie vermutlich ganz besonders auf Kleidung und Stil – was ist auf einer Karrieremesse angebracht?

Melissa Gibovic: Uns ist sehr wichtig, dass sich unsere Mitarbeiter in dem wohlfühlen, was sie tragen. Bei uns ist wirklich alles erlaubt und wir sind auch ein Unternehmen, dass sämtliche Stile abbildet. Wenn sich jemand im Anzug wohlfühlt und das auch seine Persönlichkeit widerspiegelt dann geht das ebenso in Ordnung wie Jeans und T-Shirt. Aber die passende Kleidung ist natürlich auch stark von der Branche abhängig, so ist im Banken- oder Versicherungssektor eine Jeans beispielsweise nicht angebracht.

Susanne Wagner (Associate Manager Employer Branding Peek & Cloppenburg) und Melisa Gibovic  (Leiterin HR People & Talent Management HQ Peek & Cloppenburg)

Welche Unterlagen sollte ich auf einer Karrieremesse unbedingt dabei haben?

Susanne Wagner: Am besten keine. Es ist bei uns nicht so, dass uns die Bewerber ihren CV geben und damit hat es sich. Wenn man sich in einem Erstgespräch kennenlernen durfte, die Interessen geklärt sind, dann verweisen wir auf unsere Kontaktdaten und auf unser Online-Tool, wo dann der CV, Zeugnisse, Referenzen usw. hochgeladen werden können.

Melissa Gibovic: Zudem soll es ja eine Bewerbung sein und kein Austeilen von Lebensläufen. Natürlich spielt auch der Datenschutz eine große Rolle. Bei so vielen Menschen auf einer Messe sollten sensible Daten nicht einfach so herumgereicht werden, das kann man auch noch im Anschluss an das Erstgespräch unter vier Augen klären und auf Nachfrage nachschicken.

Ist alles gesagt, gilt es das Gespräch zu beenden und nach der Messe in Kontakt zu bleiben. Wie geht es nach der Karrieremesse weiter?

Melissa Gibovic: Es kommt darauf an, wofür sich sie Personen interessieren. Für die unterschiedlichen Bereiche gibt es noch ein Auswahlverfahren: Wenn jemand beispielsweise ein Praktikum machen möchte, gibt es ein zweistündiges Gruppengespräch und ein anschließendes Gespräch mit einem Fachbereichsleiter, wenn jemand Junior-Trainee oder das Fashion Management Programm machen möchte, dann ist das Verfahren mit einem computerbasierten Test mit anschließenden Einzelinterviews verbunden.

Was Unternehmen von einer Karrieremesse erwarten und wie sie sich vorbereiten erfährst du in unserem Interview mit Accenture

 

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