Funktionierende Lieferketten sind das Herzstück ganzer Wirtschafsbereiche und Branchen. Wie wichtig sie für die Wirtschaft unser alltägliches Leben sind, zeigt sich, wenn sie durch äußere Einflüsse unterbrochen sind. Technologische Fortschritte verändern die Branche grundlegend. Das eröffnet zahlreiche Karrieremöglichkeiten für Talente aus den unterschiedlichsten Bereichen, die die Umsetzung von Innovationen aktiv mitgestalten wollen.

Logistik und Transport
© iStockphoto / Kosal Hor

„Logistik und Lieferkettenmanagement sind das Rückgrat der Wirtschaft und auch bei LKW WALTER tägliche Realität. Sie stellen sicher, dass Produkte und Dienstleistungen effizient und pünktlich von ihrem Ursprung bis zum Endverbraucher gelangen“, stellt Andreas Ehrenhöfer fest, der seit 20 Jahren in unterschiedlichen Funktionen bei dem österreichischen Transportunternehmen tätig ist. Als Senior Management Director liegt sein Schwerpunkt heute auf dem Thema „Intermodal Transport“ – dem kombinierten Transport über verschiedene Verkehrsträger, um die Transportprozesse nachhaltiger zu gestalten. Das Unternehmen spart nach eigenen Angaben auf diese Weise pro Jahr rund 340.000 Tonnen CO2 ein.

„Von der Verfügbarkeit alltäglicher Güter im Supermarkt bis hin zur termingerechten Lieferung wichtiger Ersatzteile für Produktionsanlagen – fast alles, was wir täglich nutzen, hängt direkt oder indirekt von funktionierenden Lieferketten ab“, betont er.

Lieferketten sichern und optimieren

Felix Lang, Supply Chain Manager bei HOFER
© HOFER

Aufgabe der Logistik ist, Lieferketten und die Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungsketten zu gewährleisten und ständig zu optimieren. Das gilt für die Logistik- und Transportbranche genauso wie für die Logistikbereiche in den einzelnen Unternehmen. Die komplexen Prozesse in der Beschaffung, der Produktion, dem Vertrieb und der Entsorgung werden erst durch eine funktionierende Logistik ermöglicht. Dabei überwachen automatisierte Prozesse die Lieferketten, selbststeuernde Systeme identifizieren kontaktlos Güter und Waren.

Wie wichtig, aber auch krisenanfällig funktionierende Lieferketten sind, beschreiben das Beratungsunternehmen Deloitte Consulting und die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) in ihrer 2024 erschienenen Studie „Österreichs Industrie im Wandel“: „Trotz der langsamen Entspannung der globalen Lieferkettensituation im Vergleich zur Zeit der Corona-Pandemie unterstreichen Einzelereignisse im letzten Jahr, wie die Angriffe auf Containerschiffe im Golf von Aden oder die eingeschränkte Schifffahrt im Panamakanal aufgrund extremer Trockenheit, dass die globalen Lieferketten auch zukünftig durch unerwartete Ereignisse unter Druck geraten können.“

Verständnis für unterschiedliche Märkte

Andreas Ehrenhöfer, Senior Management Director bei LKW Walter
© LKW Walter

Besonders spannend macht die Logistik, dass sich hier eine Vielzahl von Branchen und die verschiedenen Bereiche der Wertschöpfung begegnen. Einstiegschancen gibt es deshalb sowohl für Wirtschafts- als auch Technik- und IT-Expert:innen. Dabei geht es um viel mehr als um den Transport von Gütern von A nach B.

„Unsere Kunden kommen aus einer enormen Bandbreite von Branchen: von der Automobilindustrie und Chemie über Elektronik und Konsumgüter bis hin zu Papier-, Stahl- und Metallverarbeitung. Diese Vielfalt macht den Job spannend und erfordert ein breites Verständnis für unterschiedliche Märkte“, erklärt Andreas Ehrenhöfer.

Breit gefächert sind auch die Einstiegsmöglichkeiten in der Branche. „Bei LKW WALTER gestalten Einsteiger:innen schon früh Prozesse mit, die direkten Einfluss auf den Geschäftserfolg und die Nachhaltigkeit haben, sei es durch Routenoptimierungen, digitale Lösungen oder den Einsatz umweltfreundlicher Transportkonzepte“, so der Logistik-Experte.

Rollout eines neuen Systems

Felix Lang studierte berufsbegleitend BWL an der Fachhochschule Salzburg und entschied sich dort für Logistik als Schwerpunkt. Sein Know-how vertiefte er im Master-Studium „Operations Management“ an der Fachhochschule Steyr und stieg schließlich beim Lebensmitteleinzelhändler HOFER als Supply Chain Manager ein, als dort gerade ein neues System im Bereich „Outbound Logistics“ eingeführt wurde. Am Handel faszinierte ihn die Nähe zu den Kund:innen und die enorme Dynamik: „Gerade im Lebensmitteleinzelhandel ist die Lieferkette das Herzstück. Die Filialen müssen zuverlässig und effizient mit einem breiten Sortiment beliefert werden, gleichzeitig sind Frische, Verfügbarkeit und Kostenoptimierung entscheidend.“

Diese Systemeinführung bei HOFER war mit grundlegenden Prozessänderungen und Zentralisierungsmaßnahmen verbunden. „Um die Abläufe zu verstehen, verbrachte ich die ersten zwei Monaten direkt im Lager und unterstützte die Tätigkeiten vor Ort. Im Anschluss begleitete ich den österreichweiten Rollout des Systems“, erinnert sich Lang.

Interkulturelles Fingerspitzengefühl

Wer sich noch nicht näher mit dem Logistikbereich beschäftigt hat, ist oft überrascht von seiner Komplexität und strategischen Bedeutung. „Viele verbinden Logistik nur mit Lkw-Transporten. Tatsächlich steckt viel mehr dahinter: strategische Planung, internationale Koordination, Einsatz digitaler Tools und kontinuierliche Prozessoptimierung“, erläutert Andreas Ehrenhöfer. „Bei LKW WALTER arbeiten wir täglich mit Kunden und Transportpartnern aus über 40 Ländern zusammen. Das erfordert Kreativität, Problemlösungskompetenz und interkulturelles Fingerspitzengefühl.“

Felix Lang half nach der Systemeinführung bei HOFER, im Unternehmen die Abteilung „Outbound Logistics“ aufzubauen, um nach dem Rollout die gesamte Filialbelieferung in Österreich zu zentralisieren, inklusive Transportplanung, Frachtabrechnung und Dienstleistermanagement. Heute plant der Bereich sämtliche Filialbelieferungstouren für ganz Österreich, stellt die Verfügbarkeit von Dienstleister:innen in geforderter Qualität und zu wettbewerbsfähigen Preisen sicher und rechnet die Touren zentral ab. „Für die Kund:innen sichtbar sind Aspekte wie stets gefüllte Regale und frische Produkte. Hinter den Kulissen spielen dabei viele Faktoren eine entscheidende Rolle: effiziente Transportplanung, exakte Lagerbestände, die Auswahl zuverlässiger Dienstleister:innen und Prozessoptimierung.“

All diese Elemente müssen reibungslos zusammenspielen, damit die Lieferkette funktioniert. „Eine gut funktionierende Lieferkette entscheidet über Erfolg oder Misserfolg“, hebt der 29-Jährige hervor.

Digitalisierung der Branche

Eine wichtige Voraussetzung für den Einstieg in das Supply Chain Management ist prozessorientiertes Denken. Wirtschaftsabsolvent:innen sollten schon ein gewisses technisches Verständnis mitbringen, besonders hilfreich ist ein Studienschwerpunkt in Logistik. Gute Fremdsprachenkenntnisse sind ebenfalls erforderlich, denn die Logistik funktioniert buchstäblich grenzüberschreitend. Dazu wirkt sich die digitale Transformation massiv auf die Logistik aus. Speziell die Entwicklungssprünge mithilfe von KI sind oft genug atemberaubend.

„KI, Machine Learning, Automatisierung, Blockchain: All das verändert die Branche. Wir setzen auf modernste digitale Plattformen, um komplexe Transporte effizient zu steuern. Wer bei uns arbeitet, benötigt daher nicht nur Logistik-Know-how, sondern auch digitale Kompetenz und die Bereitschaft, sich ständig weiterzubilden“, so Andreas Ehrenhöfer von LKW WALTER. „Neben Logistik-, BWL- und Wirtschaftsingenieurwesen-Absolvent:innen suchen wir verstärkt IT-Spezialist:innen, die digitale Lösungen optimieren, entwickeln und umsetzen können.“

Zu den erforderlichen fachlichen Skills zählen laut Ehrenhöfer neben fundiertem Fachwissen in Logistik, BWL und relevanten Technologien analytische Fähigkeiten und strategisches Denken. „Persönlich sind Kommunikationsstärke, Teamfähigkeit, interkulturelle Kompetenz und Entscheidungsfreudigkeit in dynamischen Situationen wichtig, gerade wenn europaweit Transporte koordiniert werden.“

Lösungsorientiert handeln

Felix Lang und sein Team sind derzeit damit beschäftigt, nach dem erfolgreichen Zentralisierungsprojekt von HOFER in Österreich den Rollout auch in Italien, Ungarn, Slowenien und der Schweiz vorzubereiten. „Die Arbeit im Supply Chain Management ist ausgesprochen abwechslungsreich und wir decken eine Vielzahl von Tätigkeiten ab. Wer Prozesse versteht, analytisch denkt und gerne digitale Tools nutzt, ist fachlich gut aufgestellt“, sagt er über die Anforderungen. Ebenso wichtig sind für ihn Teamgeist, Kommunikationsstärke und die Fähigkeit, auch in dynamischen und manchmal herausfordernden Situationen lösungsorientiert zu handeln.

Senior Management Director Ehrenhöfer empfiehlt möglichen Bewerber:innen: „Baut euch ein gutes Verständnis für globale Zusammenhänge auf und bleibt neugierig – nicht nur gegenüber Technologien, sondern auch gegenüber Kulturen und Märkten. In einem internationalen Unternehmen wie LKW WALTER sind Offenheit, Lernbereitschaft und der Blick über den Tellerrand entscheidend.“

Auch Felix Lang kann den Einstieg in den Bereich nur empfehlen: „Lieferketten sind dynamisch und oft unvorhersehbar – umso spannender ist es, gemeinsam im Team Lösungen zu entwickeln und Prozesse stetig zu verbessern. Jeder Tag ist bei uns anders.“ Oder wie Andreas Ehrenhöfer es zusammenfasst: „Logistik und Supply Chain Management sind dynamisch, zukunftsorientiert und systemrelevant.“

Umfrage unter Österreichs Industrieunternehmen (2024): Wie stark beeinträchtigen Lieferkettenprobleme aktuell Ihr Unternehmen?

gar nicht 11 %

wenig 40 %

moderat 33 %

stark 12 %

sehr stark 4 %

Quelle: Deloitte Consulting GmbH 2024

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