Der Arbeitsvertrag für deine neue Stelle wurde dir vor allem wegen deiner fachlichen Kompetenzen angeboten. Erfolgreich wirst du in deinem Job jedoch auf lange Sicht nur sein, wenn du Vorgesetzte und Kollegen auch menschlich überzeugst. Nur: Wie stellst du fest, ob du noch Außenseiter oder im Unternehmen integriert bist?

Anhand des Ablaufs der ersten 100 Tage im neuen Job wurde es bereits mehr als deutlich – während der Anfangsphase im Unternehmen geht es vor allem um Integration und Beziehungsaufbau. Die Integration ins Team und die gesamte Firma hat fachliche ebenso wie persönliche Komponenten. An einigen Zeichen kannst du erkennen, in welchem Maß du sie bereits bewältigt hast.

Fachliche Integration: Welche Informationen und Projekte kommen bei dir an?

In der ersten Einarbeitungsphase geht es vor allem um die Orientierung in der Firma und das Sammeln von Basisinformationen. Welche internen Abläufe sind relevant? Worin bestehen deine Aufgaben innerhalb des Teams und in abteilungsübergreifenden Prozessen? Welche Verantwortlichkeiten gibt es und welche hierarchischen Konstellationen spielen dabei eine Rolle? Einige Antworten lassen sich durch aufmerksames Beobachten finden, in anderen Fällen hilft nur offensives Fragen. Einer der Gradmesser für deine Integration ins Team ist, ob deine Kollegen sich hier eher einsilbig geben oder dich aktiv unterstützen, wenn es nötig ist.

Ebenso wichtig ist, dass du alle Informationen erhältst, die du für deine Arbeit brauchst. Auf welchen E-Mail-Verteilern stehst du, zu welchen Meetings wirst du eingeladen? Geht es dabei um relevante Themen? In welchem Maß hast du die Möglichkeit, dich aktiv einzubringen? Wenn du diese Fragen positiv beantworten kannst, bist du auf einem guten Weg.

Geschafft hast du den fachlichen Einstieg, wenn dir das erste wichtige Projekt eigenverantwortlich übertragen wird und die Kollaboration mit anderen reibungslos und in einer positiven Atmosphäre funktioniert. Optimal ist, wenn du während der Einstiegsphase von deinen Vorgesetzten und auch von den Kollegen regelmäßiges, konstruktives Feedback sowie die Möglichkeit für eigene Rückmeldungen bekommst.

Persönliche Integration: Wie gestaltet sich dein persönliches Netzwerk in der Firma?

In dem Maße, in dem du in deine Position hineinwächst, entwickelt sich auch dein Netzwerk in der Firma. In der fachlichen Dimension sind viele dieser Beziehungen durch objektive Arbeitsabläufe vorgegeben – die Frage ist, ob sie auch auf einer persönlichen Ebene tragen. Ein nicht zu unterschätzender „Testlauf“ sind Begrüßungs- und Pausenrituale. Wer kennt und begrüßt dich bereits mit deinem Namen? Von wem kommen Aufforderungen zu einem gemeinsamen Mittagessen? Wirst du zu Unternehmungen der Kollegen in der Freizeit eingeladen?

Eine Voraussetzung für deine persönliche Integration ins Unternehmen ist, dass du für solche Angebote offen bist und andererseits auch selbst aktiv wirst. Aus einem intensiven fachlichen Austausch oder einer – anfangs bitte nicht allzu persönlichen – privaten Unterhaltung ergeben sich oft Gemeinsamkeiten, die auch außerhalb der eigentlichen Arbeitsprozesse weiterwirken. Auch gegen Fragen, ob du dich Kollegen zum Lunch oder zur After-Work-Party anschließen darfst, ist nichts einzuwenden – eine positive Antwort dürfte meist so gut wie sicher sein. Wirklich gebrochen ist das Eis, wenn du in die Aktivitäten deines Teams völlig selbstverständlich einbezogen wirst. Natürlich solltest du gleichzeitig eine gute Balance zwischen Firma und Privatem finden.

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