Die Studienbeihilfe Österreich ist für viele Studierende ein wichtiger Baustein der Studienfinanzierung. Heuer können Studierende bis zu 923 Euro pro Monat erhalten – aber nur, wenn sie alle Voraussetzungen erfüllen und den Antrag richtig stellen. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du an deine Studienbeihilfe kommst.

Wer hat Anspruch auf Studienbeihilfe?

Die Studienbeihilfenbehörde prüft mehrere Kriterien. Du musst österreichischer Staatsbürger sein oder seit mindestens fünf Jahren in Österreich leben. Ausnahme: EU-Bürger brauchen nur zwei Jahre Aufenthalt.

Dein Alter spielt auch eine Rolle. Bei Studienbeginn darfst du maximal 30 Jahre alt sein, bei Masterstudien 35 Jahre. Für jedes Kind erhöht sich diese Grenze um zwei Jahre.

Das Einkommen deiner Eltern ist entscheidend. Bei zwei Kindern liegt die Grenze bei etwa 70.000 Euro Jahreseinkommen. Verdienen deine Eltern mehr, gibt es keine Studienbeihilfe. Die genauen Grenzen findest du auf stipendium.at.

Du musst außerdem einen günstigen Studienerfolg nachweisen. Das bedeutet: Nach dem zweiten Semester mindestens die Hälfte der ECTS-Punkte, nach dem vierten Semester alle ECTS des ersten Studienjahrs.

Welche Dokumente brauchst du für den Antrag?

Sammle diese Unterlagen, bevor du den Antrag stellst:

  • Meldezettel (nicht älter als drei Monate)
  • Einkommensnachweise deiner Eltern aus dem vorletzten Kalenderjahr
  • Studienblatt oder Inskriptionsbestätigung
  • Matura-Zeugnis oder gleichwertige Dokumente
  • Studienerfolgsnachweis (ab dem zweiten Semester)
  • Bei Selbsterhalterstipendium: Nachweis über vier Jahre Berufstätigkeit

Tipp: Lass dir alle Dokumente digital zusenden. Das spart Zeit beim Ausfüllen des Online-Antrags.

So stellst du den Antrag richtig

Den Antrag stellst du ausschließlich online über stipendium.at. Registriere dich mit deiner Handysignatur oder Bürgerkarte. Ohne digitale Identität geht nichts.

Der Antrag hat mehrere Abschnitte: persönliche Daten, Studiendaten, Einkommensverhältnisse der Eltern und deine eigenen Einkünfte. Fülle alles gewissenhaft aus. Falsche Angaben können zu Rückforderungen führen.

Lade alle Dokumente als PDF hoch. Die Dateigröße darf 10 MB nicht überschreiten. Schicke den Antrag bis spätestens 15. Dezember ab, sonst verlierst du Monate der Förderung.

Nach dem Absenden bekommst du eine Bestätigung per E-Mail. Bewahre diese auf – sie ist dein Nachweis für die fristgerechte Antragstellung.

Wie viel Geld bekommst du?

Die Höhe der Studienbeihilfe hängt von mehreren Faktoren ab. Der Höchstsatz liegt bei 923 Euro monatlich. Diesen Betrag erhältst du, wenn deine Eltern sehr wenig verdienen und du nicht zu Hause wohnst.

Wohnst du bei deinen Eltern, reduziert sich der Betrag um etwa 400 Euro. Hast du eigene Einkünfte über 15.000 Euro jährlich, wird die Beihilfe gekürzt.

Studierst du an einer privaten Uni oder FH, gibt es Zuschläge. An der Paracelsus Universität Salzburg beispielsweise bis zu 363 Euro extra pro Monat.

Die Studienbeihilfe wird zehn Monate pro Studienjahr ausgezahlt – von September bis Juni. In den Sommermonaten Juli und August gibt es kein Geld.

Was passst nach der Antragstellung?

Die Studienbeihilfenbehörde braucht etwa drei bis vier Monate für die Bearbeitung. In dieser Zeit kann sie weitere Unterlagen anfordern. Reagiere schnell darauf, sonst verzögert sich die Bearbeitung.

Bei positivem Bescheid wird die Studienbeihilfe rückwirkend ab Oktober ausgezahlt. Das Geld kommt auf dein Bankkonto – stelle sicher, dass deine Kontodaten stimmen.

Bei negativem Bescheid kannst du binnen vier Wochen Berufung einlegen. Das lohnt sich oft, wenn die Ablehnung knapp war oder du neue Dokumente hast.

Während des Studiums musst du jedes Jahr einen neuen Antrag stellen. Vergiss nicht darauf – die Studienbeihilfe läuft nicht automatisch weiter.

Tipps für mehr Erfolg beim Antrag

Stelle den Antrag so früh wie möglich. Optimal ist der September für das Wintersemester. Dann bekommst du das Geld schon im Oktober.

Prüfe deine Angaben mehrfach. Ein Zahlendreher beim Elterneinkommen kann den ganzen Antrag kippen. Bei Unsicherheiten ruf die Hotline an: 0810 205 220.

Dokumentiere alle Änderungen sofort. Ziehen deine Eltern um oder ändert sich ihr Einkommen, melde das der Behörde. Sonst drohen Rückforderungen.

Nutze die Beratung der ÖH. Jede Hochschülerschaft hat Experten für Studienbeihilfe. Sie helfen kostenlos beim Ausfüllen des Antrags.

Falls du finanzielle Engpässe hast, während dein Antrag läuft, informiere dich über Möglichkeiten zum Geld verdienen als Studierender. Auch unser UNI + FH Survival Guide gibt dir wertvolle Tipps für den Studienalltag.

Die Studienbeihilfe ist nur eine von vielen Finanzierungsmöglichkeiten. Kombiniere sie mit Stipendien, Nebenjobs oder Unterstützung der Familie. So kommst du entspannter durch dein Studium.

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