Doch, wirklich: Es gibt Babys in Österreich, die kommen ganz ohne Skier oder Snowboard unter den Füßchen zur Welt. Und dann gibt es junge Leute, die kommen aus Bangalore oder Barcelona und kannten Schnee vor ihrem Auslandsstudium in Wien nur aus dem Fernseher. Damit Anfänger genauso wie routinierte Skifahrer gut durch den Winter kommen, haben wir alles Wesentliche kurz zusammengestellt. UNIMAG eröffnet offiziell die Ski-Saison.

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Anfänger-Guide

Blutiger Anfänger auf dem Ski? Dann erlaube uns einige Schlauheiten, damit du nicht mit der Nase im Schnee landest. Lehne dich bei der Fahrt nicht so weit nach hinten — die berüchtigte Rücklage sieht man bei Anfängern häufig — sonst entgleitet dir die Kontrolle. Verlagere deinen Körperschwerpunkt nach vorne, um stabil auf dem Ski zu stehen. Dabei hilft dir, die Arme und Ellbogen vor den Oberkörper zu bringen und Knöchel, Knie und Hüfte zu beugen. Konzentriere dich auf deine Bewegungen mit dem Sprunggelenk! Auch wirst du zu Beginn ganz automatisch nach unten auf deine Skier schauen. Versuche, den Blick nach vorne in Fahrtrichtung zu lenken, um Hindernisse zu scannen und den Überblick zu wahren. Definitiv ratsam ist es, die ersten Fahrversuche mit einem Skilehrer — oder einem versierten Kommilitonen — und nicht auf eigene Faust zu unternehmen. Die blaue Piste ist die richtige für dich. Weil sie relativ flach ist, übst du hier ganz locker deine ersten Schwünge. Rote Pisten sind mittelschwer, schwarze steil und geübten Skifahrern vorenthalten. Bitte als Anfänger niemals abseits der markierten Pisten fahren, das hat schon so manches Unglück verursacht.

Waschbären-Challenge

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Als Tourist in den Skiurlaub, als Waschbär wieder nach Hause. Der Waschbären-Look entsteht, wenn die Höhensonne voll in dein Gesicht knallt, es braun färbt und nur der Bereich um die Augen, durch die Skibrille geschützt, blass bleibt. Ein absoluter Hingucker — und Garant dafür, dass dich dein heimlicher Schwarm in der Mensa nicht länger ignoriert. Versprochen! Die grotesken Bräunungsstreifen sind legendär, einfach mal im Netz nach „Goggle Tan“ googeln. Es soll Spaßvögel geben, die gar einen Bräunungs-Battle ausrufen — die imposanteste Goggle Tanline gewinnt! — und daher auf jeglichen Sonnenschutz sowie Schlauchschal oder Buff um den Hals verzichten, ihre Skibrille prinzipiell nicht absetzen, nirgends. Empfehlen können wir den Waschbären-Wettkampf freilich nicht. Die starke Sonneneinstrahlung ist Gift für deine Haut, pubertäres Gehabe brandgefährlich. Aber auch Eingecremte machen vor dem Spiegel nicht selten Augen, nachdem sie eine Woche mit Skibrille die Piste hinuntergebrettert sind.

Hals- und Beinbruch

Mit einer dicken Schiene am Bein will niemand aus dem Skiurlaub heimkommen. Dass man sich auf Skiern oft die Knie verdreht und Bänder reißt, wissen selbst Nordfriesen. Weniger bekannt ist, dass speziell der Daumen eine Skifahrt nicht immer heile übersteht. Bleibt der Skistock nämlich im Boden hängen, reißt es den Daumen nach hinten. Autsch! Das verhinderst du, indem du deinen Daumen nicht gerade ausstreckst, sondern um den Skistock wickelst. Hochgradig gefährdet sind außerdem deine Sehorgane. Schnee reflektiert die Sonnenstrahlen stark, die UV-Strahlen schädigen die Hornhaut der Augen. Das kann höllische Schmerzen verursachen. Ein Phänomen, das als Schneeblindheit bekannt ist und glücklicherweise meist nach wenigen Tagen ausheilt, im schlimmsten Fall aber irreparable Schäden hinterlässt. Darum wirklich nie, nie, nie ohne Augenschutz auf die Bretter steigen. Eine Sonnenbrille gehört auf die Nase, und zwar eine mit Stufe 3 oder 4, weil sie dann einen hohen UV-Schutz garantiert. Darauf achten, dass die Sonnenbrille auch vor Sonnenstrahlen schützt, die von unten oder von der Seite kommen. Hinweis für alle, die ihre Augen schon durch zu viele Videospiele, äh, Bücher zu Kurzsichtinstrumenten downgegradet haben: Es gibt auch extragroße Skibrillen, die du einfach über deiner Sehbrille trägst.

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No-Gos beim Après-Ski

Eine Après-Ski-Party ist nicht der Wiener Opernball! Hier erscheint man in sportlicher Kluft, nicht in feiner Schale. Aufbrezeln ist unauthentisch. Hauptsache, warm und kuschelig. Zwiebellook ist zu empfehlen, um Schichten abtragen zu können, wenn es zwischen Tresen und Tisch immer heißer wird. Nur die klobigen Skistiefel darfst du gerne vorher austauschen, weil sie schwer und rutschig sind. Allerdings ist es so, dass das echte, originale Après-Ski hoch oben auf der Berghütte abgeht, du also ohnehin gar nicht mehr die Möglichkeit hast, dich umzustylen. So oder so: Ein gastronomisches No-Go ist es, Spirituosen mitzubringen oder einen mit Jagertee gefüllten Flachmann aus der Tasche zu zaubern. Der Überlieferung nach taugt Après-Ski als hervorragende Singlebörse, klar, aber eben auch als Jobbörse. Informelle Gespräche in heiterer Runde sollen hier schon den einen oder anderen zum Wechsel animiert haben. Siezen muss in der Partyhütte ohnehin niemand niemanden. Lege ungefragt mit Du los, auch gegenüber älteren Semestern. Letzter Hinweis: Es heißt Après-Ski, nicht Avant-Ski. Nach der Party solltest du nicht mehr auf die Piste gehen, schon gar nicht in volltrunkenem Zustand. Das kann böse enden!

Skifahren und sparen

Wecken schmieren und Thermoskanne mit Tee oder Kaffee füllen und alles in den Rucksack stecken. So umfährst du die teils sündhaft teuren Preise in den Skihütten. Eine Trinkblase im Rucksack ist eine prima Idee. Wenig Gewicht, viel Getränk. Halte nach Studentenrabatten und anderen Ermäßigungen Ausschau. Und nach Gruppentickets, mit denen ihr im Rudel günstiger auf die Piste kommt. Wer früh bucht, spart meist auch. Und wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist. Beispiel Obertauern: Das Skigebiet im Salzburger Land, wegen seiner Höhenlage eines der schneesichersten in ganz Österreich, erreicht man aus allen Himmelsrichtungen gut mit der Bahn. Am Bahnhof Radstadt umsteigen, die restlichen 20 Kilometer mit dem Postbus fahren. Nicht gleich kaufen müssen Gelegenheitsskifahrer ihre Ausrüstung. In den Skiorten bieten die Sportfachgeschäfte üblicherweise einen Verleihservice an. Ein Paar Skier oder Snowboard gibt es meist für zirka 30 Euro pro Tag, Schuhe für zwanzig Euro, einen Helm für einen Zehner.

Skipass

Der Skipass ist die Eintrittskarte, mit der du auf die Piste darfst. Nur fünf Euro pro Nase kostet ein Skipass in Maria Schmolln, ab 15 Uhr sogar nur drei Euro. Das Miniatur-Skigebiet in Oberösterreich ist damit laut Filterfunktion der Plattform Bergfex das günstigste Skiressort in Österreich. Dafür gibt es Gründe. Die Piste ist nur 200 Meter kurz, ausschließlich für Anfänger geeignet und es gibt nur einen einzigen Lift. Am anderen Ende des Spektrums liegen die Skigebiete Spieljoch-Fügen im Zillertal und das Hochzillertal, wo jeweils 77 Euro für einen Skipass fällig werden. Im Skigebiet Obertauern im Salzburger Land kostet der Skipass 65 Euro.

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