Talente aus dem Bereich Technik & IT verfügen über umfassendes Fachwissen in ganz unterschiedlichen Schlüsselbereichen. Das befähigt sie, den technologischen Fortschritt in vielen Bereichen der Wirtschaft mit voranzutreiben. Wir zeigen, welche Branchen derzeit besonders gute Perspektiven für den Berufseinstieg und die weitere Karriere bieten und auf welche Kompetenzen es bei MINT-Absolvent:innen besonders ankommt.

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Trotz zuletzt schwacher Konjunktur – die Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften in Österreich bleibt hoch. Zum einen sorgt die demografische Entwicklung dafür, dass der konjunkturelle Abschwung die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt nicht sinken lässt. Zudem benötigen die Unternehmen aufgrund der technischen Umwälzungen – Stichworte Digitalisierung und nachhaltige Transformation – ehrgeizige Talente, die den Wandel mitgestalten wollen. Spezialist:innen aus dem Bereich Technik & IT sind deshalb über zahlreiche Branchen hinweg sehr gefragt.

So meldet die Wirtschaftskammer Österreich (WKO), dass 82 Prozent der österreichischen Unternehmen vom Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel betroffen sind, 56 Prozent über Umsatzeinbußen aufgrund fehlenden Personals klagen und für knapp die Hälfte der Unternehmen der Fachkräftemangel bereits zur Einschränkung von Innovationen geführt hat. Hier werden besonders Absolvent:innen aus den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) gesucht, die über das erforderliche umfassende Fachwissen verfügen, um in Schlüsselbereichen den technologischen Fortschritt voranbringen zu können.

Unterschiedliche Branchenentwicklungen

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Nach Beobachtung von Julia Hainitz, Geschäftsführerin des Career Centers der Technischen Universität Wien, hat sich der Arbeitsmarkt für Technik- und IT-Absolvent:innen in den vergangenen ein bis zwei Jahren je nach Branche unterschiedlich entwickelt: „Während einige Sektoren, wie die IT-Branche, weiterhin eine hohe Nachfrage verzeichnen, haben andere Branchen unter den Auswirkungen von Krisen und der schwächeren Konjunktur gelitten. Die Nachfrage nach gut qualifizierten Technik- und IT-Absolvent:innen ist besonders in Branchen wie IT, Consulting, Energie und Automotive/E-Mobility weiterhin hoch. Hier sieht man deutlich, wie die Digitalisierung voranschreitet. Für mich etwas überraschend spüren wir trotz schwächelnder Konjunktur auch noch keinen Rückgang in der Bauindustrie. In anderen Bereichen, etwa dem Maschinenbau, ist jedoch ein leichter Rückgang zu bemerken.“

Digitalisierung des Energiesektors

Der Energiesektor ist ein besonders markantes Beispiel für eine Branche, die sich im Zuge der Digitalisierung erheblich verändert. Digitale Technologien helfen hier, schwindende Energiereserven intelligent und möglichst ressourcenschonend einzusetzen. Das verändert auch das Profil, nach dem die Unternehmen bei ihren Bewerberinnen und Bewerbern suchen.

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„Das Thema Digitalisierung wird in den nächsten Jahren noch mehr an Bedeutung gewinnen. Es gibt immer mehr hybride Jobprofile, bei denen sowohl technisches Wissen als auch IT-Know-how gefragt ist. Deshalb ist es wichtig, auch in diesem Bereich die Kompetenzen zu erweitern. Gute Kommunikationsfähigkeit ist ebenso wertvoll, da immer mehr Mitarbeiter:innen in Schnittstellenfunktionen eingesetzt werden“, sagt Claudia Tabacco-Buchta, Leiterin des Teams Recruiting & Employer Branding beim Energiekonzern EVN.

Intelligente Netze

Während früher große Kraftwerke das Bild der Energiebranche prägten, arbeitet sie heute an vielen ausgesprochen „smarten“ Projekten. Um eine stabile und sichere Stromversorgung zu gewährleisten, müssen etwa die Einspeisung und der Verbrauch der Energie in intelligenten Netzen („Smart Grids“) gesteuert werden. Allein Wärmepumpen und E-Autos werden in Zukunft große Mengen Strom beanspruchen. So ist der Energieversorger EVN auch größter Betreiber von Ladestationen in Österreich. Und die Haushalte sollen künftig ihren Energieverbrauch via Internet oder App selbst genau analysieren und steuern können. „Smart Meter“ machen zu diesem Zweck die Verbrauchsdaten nicht nur für den Energieversorger, sondern auch für Stromkund:innen transparent.

Weitere Projekte im Energiesektor finden sich in Bereichen wie Geothermie, klimaneutral mit „grünen“ Gasen betriebenen Kraftwerken, Agrarphotovoltaik-Anlagen in der Landwirtschaft, Solarparks, Fernkälte-Lösungen für eine umweltfreundliche Gebäude-Klimatisierung oder Großwärmepumpen. So entstehen im Energiesektor laufend neue Jobs mit sich verändernden Schwerpunkten.

Jobs mit Sinn

Fachlich sind die Technik-Absolvent:innen meist schon gut auf die Anforderungen eingestellt. „Im Studium wird häufig ein breites und solides Basiswissen vermittelt. Bei uns geht es dann darum, die Besonderheiten der Energiebranche kennenzulernen und sich in industriespezifische Bereiche einzuarbeiten. Dabei unterstützen natürlich erfahrene Kolleg:innen die neuen Mitarbeiter:innen“, so Claudia Tabacco-Buchta.

„Die EVN nimmt eine wesentliche Rolle bei der Gestaltung der Energiezukunft in Niederösterreich ein“, betont die Personalexpertin. „Daher ist bei uns die Nachfrage nach Technik- und IT-Absolvent:innen weiterhin hoch. Wir sind laufend auf der Suche nach motivierten Talenten für ganz unterschiedliche Bereiche. So bieten wir Jobs mit Sinn von den Berufsfeldern Elektrotechnik und Maschinenbau über erneuerbare Energien und Automatisierungstechnik bis hin zu Applikationsbetreuung und Software-Architektur.“ Gerade solche „Green Jobs“ machen die Energiebranche inzwischen für viele Technik- und IT-Talente attraktiv.

Ganzheitlich denken

Die digitale Transformation, die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit sowie andere Trends beeinflussen maßgeblich die Anforderungen an Technik- und IT-Absolvent:innen, stellt Karriereexpertin Julia Hainitz fest. „Unternehmen erwarten zunehmend interdisziplinäre Fähigkeiten, um innovative Lösungen zu entwickeln, die sowohl technologische als auch ökologische und gesellschaftliche Aspekte berücksichtigen. Daher sind Absolvent:innen gefragt, die in der Lage sind, ganzheitlich zu denken, komplexe Herausforderungen anzugehen und Lösungen zu entwickeln, die sowohl ökonomisch als auch ökologisch nachhaltig sind.“

Durchbruch für E-Autos

Die Automobilwirtschaft ist nach Maschinenbau sowie Metallerzeugung und -bearbeitung die drittwichtigste Exportbranche Österreichs. Sie beschäftigt jeweils mehr als 37.000 Menschen in der Kraftfahrzeug- und der Zulieferindustrie, meldet der Fachverband der Fahrzeugindustrie Österreichs, und ist eine der beliebtesten Einstiegsbranchen für Technik-Absolvent:innen. Die Fahrzeug- und Zulieferindustrie sucht – ähnlich wie der Energiesektor – hervorragend qualifizierten Nachwuchs, der hilft, den CO2-Ausstoß drastisch zu reduzieren und gleichzeitig intelligente Systeme zu integrieren.

Die traditionellen Verbrennungsmotoren müssen durch alternative Antriebssysteme ersetzt und E-Mobilität vorangebracht werden, damit E-Autos die Nische verlassen und ihnen der Durchbruch auf dem automobilen Massenmarkt gelingt. Die intelligenten Systeme sollen helfen, sowohl die Fahrzeuge selbst als auch die Ladeinfrastruktur intelligent zu steuern, um die knappen Ressourcen möglichst effizient und kostensparend einzusetzen.

Ausbau der Ladeinfrastruktur

So entscheidet zum Beispiel das E-Auto der Zukunft möglicherweise bald selbst, wann es sich in der Nacht zum günstigsten Preis auflädt, um am nächsten Morgen wieder einsatzbereit zu sein. Auch beim Ausbau der Ladeinfrastruktur sind innovative Technologien gefragt, etwa durch die Kombination von Photovoltaikanlagen mit Ladestationen.

Die Automobilwirtschaft Österreichs pflegt über verschiedene Cluster einen intensiven Kontakt zu den Hochschulen. Von der Kooperation profitieren beide Seiten: Der Branche sichert sie das erforderliche Know-how durch gut ausgebildete Fachkräfte. Die Studierenden erhalten früh praktische Einblicke und Kontakte in die bewegte Branche.

Öffentlichen Verkehr planen

Bei der Gestaltung des öffentlichen Verkehrs geht es neben der Fahrzeugtechnik vor allem darum, eine innovative Infrastruktur ans Laufen bzw. Rollen zu bringen. Verkehrsmittel und -wege müssen geplant und aufeinander abgestimmt werden. Speziell ausgebildete Ingenieur:innen und IT-Expert:innen organisieren den Ausbau oder die Sanierung des Straßen- und Schienennetzes oder entwerfen Pläne für neue Strecken oder intelligente Leitsysteme für den Auto- oder Zugverkehr.

Die Entwicklung innovativer Verkehrstechnologien wie elektronischer Mautsysteme, intelligenter Verkehrsmanagementlösungen oder KI-basierter Datenverarbeitung soll zu einem effizienten Verkehrsfluss und zur Reduzierung von Emissionen beitragen.

Hohe Nachfrage nach IT-Absolvent:innen

Besonders gravierend fällt der Fachkräftemangel in Österreich im IT-Bereich aus. „Die Nachfrage nach IT-Absolvent:innen ist wie in den vergangenen Jahren weiterhin konstant hoch. Es gibt im IT-Sektor keinen merkbaren Einbruch“, sagt Ingo Spörk, Vice President Human Resources des Technologieunternehmens KNAPP AG.

28.000 IT-Fachkräfte fehlen der österreichischen Wirtschaft aktuell, allein 12.000 davon den Unternehmen in der IT-Branche, meldet der Fachverband für Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT (UBIT) der Wirtschaftskammer Österreich – und warnt vor den Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft. Der Mangel an IT-Spezialist:innen führt zu einem Wertschöpfungsverlust von bis zu 4,9 Milliarden Euro pro Jahr oder 175.000 Euro pro unbesetzter Stelle, so eine Berechnung des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI). „Besonders gefragt sind zum Beispiel Expert:innen in den Bereichen Softwareentwicklung, KI, Datenanalyse oder Cybersecurity“, erklärt Julia Hainitz.

Wie hoch der Bedarf ist, zeigt auch eine Berechnung aus Deutschland: Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) wird es dort 2026 rund 84.500 Softwareentwickler:innen geben und damit fast 50 Prozent mehr als 2021. Gleichzeitig wächst – so die Prognose – bis 2026 auch die Fachkräftelücke ebenfalls um fast 50 Prozent auf 7.000 an. IT-Absolvent:innen haben beim Berufseinstieg daher oft die Qual der Wahl. Attraktive Stellen finden sie nicht nur in der Digitalwirtschaft, sondern in Unternehmen aus fast allen Branchen oder in der öffentlichen Verwaltung.

Internationale Teams

KNAPP sucht derzeit „hauptsächlich Full Stack Developer, IT Security Experts und Machine Learning Engineers. Dabei decken wir die gesamte Bandbreite ab – von HTL-Absolvent:innen bis hin zu abgeschlossenen PhD“, hebt HR-Leiter Ingo Spörk hervor. Es reiche jedoch nicht mehr, Expert:in in einer Programmiersprache zu sein. „Kombinationen sind wichtig, wie zum Beispiel C++ plus Datenbankkenntnisse oder Applikationsentwicklung mit Fokus auf Anwenderfreundlichkeit. Das Verständnis für die Anforderungen und die Bedürfnisse der Anwender:innen müssen verstanden und umgesetzt werden. Kommunikation spielt ebenfalls eine große Rolle, da wir in internationalen und interdisziplinären Teams arbeiten.“

Eine gute Möglichkeit für den Start in die IT-Karriere ist, schon während des Studiums in Unternehmen zu programmieren. Die Studierenden lernen so früh, mit komplexen Systemen und in komplexen Umgebungen zu arbeiten und diese zu integrieren. Dies mündet regelmäßig in einen fließenden Übergang von einer Teilzeittätigkeit in eine feste Position im Entwicklerteam – und die IT-Absolvent:innen haben oft schon vor den letzten Prüfungen einen festen Arbeitsvertrag in der Tasche.

Komplexe Projekte im Consulting

Das Consulting ist schon lange keine alleinige Domäne von Wirtschaftsabsolvent:innen mehr. Die komplexen Projekte lassen sich immer häufiger nur durch interdisziplinär zusammengesetzte Beratungsteams lösen. Die digitale Transformation hat diese Entwicklung noch beschleunigt, denn sie bringt in vielen Branchen ganz neue Themen auf die Agenda. Deshalb haben inzwischen auch Absolvent:innen mit einem guten Studienabschluss in einem der MINT-Fächer ausgezeichnete Chancen in der Beratungsbranche. Im Studium haben sie gelernt, komplexe Sachverhalte rasch zu durchschauen, kleinere und größere Projekte selbstständig zu planen sowie Probleme strukturiert zu analysieren und zu lösen. Das macht sie in der Consultingbranche besonders begehrt.

Technologie- und IT-Beratung

Ein spezielles Beratungsfeld ist die Technologieberatung. Auftraggeber sind hier meist große oder mittelständische Industrie- oder IT-Unternehmen. Ziel in den Projekten ist, das Potenzial neuer (digitaler) Technologien für das Unternehmen profitabel zu nutzen. Dazu analysieren Technical Consultants zum Beispiel die vorhandene IT-Infrastruktur, ermitteln die technischen Anforderungen für die Implementierung neuer Lösungen und prüfen deren Durchführbarkeit. Dabei hat die Technologieberatung auch die strategische Neuausrichtung im Blick, die mit dem Einsatz neuer Technologien verbunden ist.

IT-Consultants beraten ihre Kundinnen und Kunden bei Projekten zur IT-Infrastruktur, bei der Implementierung neuer Anwendungssoftware oder bei der Optimierung von Prozessen. Dabei müssen sie sich schnell in verschiedene Themenbereiche einarbeiten, um zunächst die Abläufe im Unternehmen zu verstehen, die mithilfe der IT abgebildet oder gesteuert werden sollen. Nach der Implementierung der gemeinsam mit dem Unternehmen entwickelten Lösung oder der Integration eines neuen Systems gehört häufig auch die Schulung der Anwenderinnen und Anwender zu den Aufgaben der IT-Berater:innen. Besonders gute Aussichten auf einen Einstieg ins IT-Consulting bietet ein Studium der Wirtschaftsinformatik oder ein anderes IT-Studium in Verbindung mit BWL-Kenntnissen.

Robotik und Automation im Maschinenbau

Die metalltechnische Industrie – zu der neben dem Maschinenbau die Industriezweige Metallwaren, Anlagenbau, Stahlbau und Gießereiindustrie zählen – ist Österreichs stärkste Branche. Laut Zahlen des Fachverbands Metalltechnische Industrie setzte sie im vergangenen Jahr 48,5 Milliarden Euro um, beschäftigte über 140.000 Arbeitnehmer:innen, und sorgte für 21 Prozent aller österreichischen Exporte. Trotz Automatisierung stieg die Zahl der Beschäftigten in der Branche seit dem Jahr 2000 um 22 Prozent, gegenüber zwei Prozent in der Gesamtindustrie Österreichs, so der Fachverband.

Die Zukunft (und vielerorts schon die Gegenwart) des Maschinenbaus liegt in Robotik und Automation. Die Unternehmen müssen in ihre Produktionsstätten und Fachkräfte investieren, um international wettbewerbsfähig zu bleiben – oder möglichst sogar an der Weltspitze. 2,1 Milliarden Euro steckt die metalltechnische Industrie nach eigenen Angaben jährlich in Forschung & Entwicklung.

Schnittstellen von Technologien

Technik-Absolvent:innen, die im Maschinenbau einsteigen möchten, sollten sich an den Schnittstellen der zusammenwachsenden Technologien bereits auskennen. Zum erforderlichen Know-how moderner Maschinenbauingenieure gehören vernetztes Denken und Kenntnisse aus den Bereichen IT und Elektronik.

Wichtigste Abnehmer von Industrierobotern sind die Automobilindustrie und die Metallbranche. Aber auch die chemische und die Elektroindustrie, die Medizin- und Energietechnik oder die Lebensmitteltechnologie und selbst die Skiproduktion kommen nicht mehr ohne die Hightech-Produkte der Maschinenbauunternehmen aus.

Bauingenieure für alle Bereiche

Nach einigen guten oder sogar Rekord-Jahren beklagte die österreichische Bauindustrie zuletzt ausbleibende Aufträge. 2023 gingen die Umsätze folglich um über neun Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Dies spiegelt sich bislang jedoch nicht bei der Nachfrage nach Bauingenieurinnen und -ingenieuren wider. Zu stark wirkt der Fachkräftemangel der vergangenen Jahre nach, der verhinderte, dass in der Baubranche die Kapazitäten ausgelastet werden konnten.

Bauexpert:innen werden für praktisch alle Bereiche und Projektphasen gesucht. Das reicht vom Hochbau, Tiefbau, Spezialtiefbau und Straßenbau über Umwelttechnik, Infrastruktur und Design bis zum Engineering, also der Analyse, Planung und Kontrolle der Realisierung der Projekte – bis zur Inbetriebnahme.

Digitaler Bau

Die Digitalisierung prägt auch die oft noch „händische“ Bauwirtschaft. Der Einsatz IT-gestützter Tools ist rund um den Bau längst selbstverständlich, zum Beispiel in Form von CAD-Programmen, Baustellen-Apps, softwaregestützter Gebäudeplanung (Building Information Modeling, BIM) oder 3D-Druck. Expert:innen des Technologieprogramms „Stadt der Zukunft“ des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) prognostizieren, dass in den nächsten Jahren die Beschäftigung mit Routine- und Hilfsarbeiten in der Baubranche tendenziell abnehmen wird. Dagegen rechnen sie mit einer weiterhin stabilen oder leicht zunehmenden Nachfrage nach den hoch qualifizierten Tätigkeiten von Bauingenieur:innen oder IT-Fachkräften.

Bauingenieur:innen müssen dabei nicht nur die technische Umsetzung, sondern auch die finanzielle Kalkulation im Auge behalten. Typisch ist in der Baubranche die Arbeit in Projektteams. Neben Fachwissen sind hier Kommunikationsfähigkeit und Einfühlungsvermögen gefragt, denn bautechnische Themen müssen nicht nur Fachleuten, sondern auch Bauherren und Gewerken verständlich vermittelt werden.

Ressourcenmanager statt Müllentsorger

„Vom traditionellen Müllentsorger zum modernen Ressourcenmanager“ – so beschreibt der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) treffend die Entwicklung der Abfall- und Ressourcenwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten. Was früher Abfall war, ist längst zum nachhaltigen Rohstofflieferanten geworden und die Entsorgungswirtschaft zu einem wichtigen Player bei der Umsetzung einer erfolgreichen Kreislaufwirtschaft und der Erreichung umweltpolitischer und wirtschaftlicher Ziele.

Die Aufgaben für Technik-Absolvent:innen sind anspruchsvoll: Geschlossene Stoffkreisläufe sollen sicherstellen, dass eingesetzte Rohstoffe über den Lebenszyklus eines Produkts hinaus möglichst wieder vollständig in den Produktionsprozess zurückgelangen. Damit übernimmt die Abfallwirtschaft eine zentrale Rolle beim Recycling und der Gewinnung von Sekundärrohstoffen.

Um diese Ziele zu erreichen, optimieren Ingenieurinnen und Ingenieure Stoffkreisläufe, verbessern die Verfahren zur energetischen Nutzung von Reststoffen und entwickeln Verwertungslösungen auch für schwer recycelbare Produkte. Digital verarbeitet wird inzwischen auch der Abfall: Die Kapazitäten von Entsorgungsanlagen und Recyclingsystemen zu berechnen, solche Anlagen zu projektieren sowie deren Bau und Betriebsablauf zu organisieren (etwa mithilfe von 3D-Simulationen und autonomen Transportsystemen), gehört ebenfalls zu ihren Aufgaben.

Bunte Forschungslandschaft

Wie innovativ die verschiedenen Branchen in Österreich arbeiten, spiegelt sich auch in der Forschungslandschaft wider. Dass die metalltechnische Industrie jährlich hohe Summen in den Bereich Forschung & Entwicklung investiert, ist keine Ausnahme. Nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung sind zwei Drittel der mehr als 5.200 Forschungseinrichtungen in Österreich dem Unternehmenssektor zuzurechnen. Und im Jahr 2023 investierten Unternehmen fast 6,7 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung gegenüber 5,9 Milliarden Euro, die von Bund und Ländern stammten.

Dabei ist Österreichs Forschungslandschaft so bunt wie dynamisch. Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sorgen ebenso für Innovationen wie Konzerne, kleine und mittlere Unternehmen und Spin-offs oder eigens geschaffene Branchen-Cluster. Technik- und IT-Talente finden hier die Möglichkeit, sich selbst weiterzuentwickeln und schon früh auf vielen Innovationsfeldern die Ideen für morgen mitzugestalten.

Auf Berufseinstieg vorbereiten

Wie gut Technik- und IT-Absolvent:innen während des Studiums auf die Herausforderungen des Berufslebens vorbereitet werden, hängt sehr stark von den einzelnen Institutionen ab, konstatiert Ingo Spörk. „Für uns bei KNAPP sind das interne Onboarding und Mentoring sehr wichtig, um die Absolvent:innen schnell in den Arbeitsalltag integrieren zu können.“

Die TU Wien bemüht sich aktiv, ihre Studierenden auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten, indem sie sowohl technische als auch Soft Skills vermittelt, erklärt Julia Hainitz. „Die Anforderungen an Technik- und IT-Absolvent:innen haben sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Neben fundierten technischen Kenntnissen sind heute Soft Skills wie Kommunikationsfähigkeit, Teamarbeit und interkulturelle Kompetenz besonders gefragt. In diversen Karriere-Lehrveranstaltungen des TU Career Centers unterstützen wir Studierende dabei, sich genau dieser Fähigkeiten bewusst zu werden und sie auszubauen. Unternehmen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, indem sie Praktika, Teilzeitstellen und andere Möglichkeiten zur praktischen Erfahrung bieten, die den Übergang von der Hochschule in den Beruf erleichtern“, so die Leiterin des Career Centers.

Für Ingo Spörk wird die Berufspraxis idealerweise in unterschiedlichen Unternehmen gesammelt. „Berufsbegleitend zu studieren oder selbstständig an Projekten zu arbeiten, sind ebenfalls gute Möglichkeiten für die Vorbereitung auf den Berufseinstieg“, so der HR-Experte.

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