INHALTSVERZEICHNIS
- Steile Lernkurve
- Unterschiedliche Beratungsfelder
- Optimierung von IT-Prozessen
- Einstieg in Projekten
- Fachliche und soziale Skills
- Geplanter Aufstieg
- Erfahrungen im Studium
- 7 Tipps für den Einstieg ins Consulting
- 1. Von Kollegen lernen
- 2. Immer gut vorbereitet
- 3. Prägnante Präsentationen
- 4. Proaktiv herangehen
- 5. Selbstsicher und überzeugend auftreten
- 6. Sich selbst nicht wichtig nehmen
- 7. Zielorientiert liefern
Consultants arbeiten von Anfang an für verschiedene Branchen und Unternehmen, eine steile Lernkurve ist vorprogrammiert. Wir zeigen, welche Fähigkeiten in der dynamischen Consulting-Branche besonders gefragt sind, mit welchen Aufgaben Junior-Consultants typischerweise zu tun haben, und geben wichtige Tipps für den Einstieg ins Consulting.

„Das Interesse und die Nachfrage nach Absolventinnen und Absolventen ist im Consulting wie gehabt sehr hoch“, stellt Lorena Klein, Associate Recruiter bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Österreich, fest. „Für uns sind prinzipiell alle Bereiche interessant, die wir als Unternehmensberatung anbieten: Dies sind vor allem Wirtschaft, Technologie, Nachhaltigkeit, Mathematik, Statistik und Finanzwirtschaften.“
Die hohe Nachfrage der Consultingbranche nach gut ausgebildeten Expertinnen und Experten beruht ganz auf Gegenseitigkeit. In den bekannten Rankings zählen die Consultingunternehmen regelmäßig zu den attraktivsten Arbeitgebern. Auch im Akademiker*innen-Ranking 2024 des Beratungs- und Marktforschungsunternehmen Trendence legten sie wieder zu.
„In den meisten Beratungen arbeiten ausschließlich smarte Leute“, sagte der Karriereberater David Döbele dem deutschen Magazin „Wirtschaftswoche“. Und das mache für viele Hochschulabsolvent:innen den großen Reiz der Consultingbranche aus. Hier hätten sie die Möglichkeit, von Anfang an unter Gleichgesinnten zu arbeiten. Döbeles Karriereberatung „Pumpkincareers“ richtet sich speziell an ambitionierte Studierende aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Großbritannien.

Steile Lernkurve
Was Absolventinnen und Absolventen aus Wirtschafts- und längst auch anderen Studiengängen besonders anzieht: Sie haben als Consultants schon unmittelbar nach ihrem Einstieg die Chance, ganz unterschiedliche Branchen, Geschäftsmodelle, Unternehmenskulturen, wirtschaftliche Fragestellungen und Persönlichkeiten kennenzulernen. Aufgrund der projektbasierten Arbeitsweise tauschen sich auch junge Consultants bereits mit Expert:innen aus ganz unterschiedlichen Bereichen aus. Das führt zu einer extrem steilen Lernkurve für Berufseinsteiger:innen, die so keine andere Branche zu bieten hat.
Die Vielfalt der Projekte und Aufgaben machen den Reiz der Branche aus, der Einstieg ist aber auch entsprechend anspruchsvoll. „Die Vielfältigkeit der Branchen, die wir bedienen, macht es gleichzeitig besonders und herausfordernd. Zudem gilt es, sich selbst am Markt zu verkaufen und die von uns angebotenen Beratungen an die Kundinnen und Kunden zu bringen“, weiß Lorena Klein von PwC.
Unterschiedliche Beratungsfelder
In manchen Beratungsfeldern sind eher generalistische Kompetenzen gefragt, andere ein Fall für ausgewiesene Spezialist:innen für bestimmte Sparten. Neben der IT- und Technologieberatung spielt in den Beratungsprojekten der sparsame und nachhaltige Umgang mit Ressourcen immer häufiger eine große Rolle.
Zu den klassischen Consulting-Bereichen zählen die Prozess- und Strategieberatung. In der Prozessberatung analysieren Consultants die Geschäftsprozesse in einem oder mehreren Bereichen eines Unternehmens. Ziel ist, vorhandene Kompetenzen und Potenziale in einem Geschäftsbereich sichtbar zu machen und in eine effektivere Organisation zu transportieren, um so die Performance zu erhöhen. Das erreichen die Beratungsteams durch intensive Befragungen und Analysen innerhalb der Bereiche.
Optimierung von IT-Prozessen
Da heute immer mehr Prozesse bereits digital gesteuert oder entsprechend transformiert werden sollen, geht es in der Prozessberatung häufig auch um die Einführung oder Optimierung von IT-Prozessen. Ein Beispiel ist die Automatisierung bislang händisch ausgeführter Vorgänge, etwa im Rechnungswesen.
Die Strategie- oder Managementberatung ist so etwas wie die Königsdisziplin des Consulting-Geschäfts. Die Consultants entwickeln hier Konzepte dafür, welche Strategie ein Unternehmen auf welchen Märkten verfolgen soll, etwa mit welchen Produkten und welchen Dienstleistungen es künftig auftritt und welches Budget dafür zu veranschlagen ist. Der Sprung in die Strategieberatung kann meist nach einigen erfolgreichen Jahren als Consultant gelingen.
Einstieg in Projekten
Consultants wachsen mit ihren Projekten. Was die unterschiedlichen Kund:innen benötigen, lernen sie vor allem im Austausch in der Praxis. Junior-Consultants eignen sich so schnell enorm viel Know-how und ein vielseitiges Set an Consulting-Methoden an. Schulungen und Workshops begleiten diesen Prozess. Was Einsteiger:innen schon ins Consulting mitbringen müssen, ist die Fähigkeit, analytisch und strategisch an unterschiedliche Aufgaben und Problemstellungen herangehen zu können und sich schnell in unterschiedlichen Teams und Umgebungen zurechtzufinden.
Fachliche und soziale Skills
„Fachlich sehen wir, dass am Markt vor allem Skills im Bereich der Nachhaltigkeit, IT und des Prozess-, Projekt- und Strategiemanagements sehr gefragt sind“, so Lorena Klein aus dem Bereich Advisory Recruiting bei PwC Österreich. Als wichtige persönliche Eigenschaften für den Einstieg ins Consulting nennt sie Flexibilität hinsichtlich Tätigkeiten und Anforderungen der Kund:innen, Kommunikationsstärke und Lernbereitschaft. „Dazu kommen definitiv proaktive Kommunikation und Engagement, Teamfähigkeit, Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen sowie die Bereitschaft, die ‚Extrameile‘ zu gehen und sich offen für neue Herausforderungen zu zeigen. Solche persönlichen, sozialen und menschlichen Skills sind oft wichtiger als ein perfekter Lebenslauf.“
Geplanter Aufstieg
Vor allem in den großen Consultinggesellschaften sind die weiteren Karriereschritte dann vorgegeben, etwa vom Associate oder Junior Consultant zum Consultant über die Positionen als Senior Associate, Manager und Director bis zum Partner. Dabei gilt das Prinzip „Up or out“ oder „Grow or go“. Wer die nächste Hierarchiestufe innerhalb eines bestimmten Zeitraums nicht erreicht, scheidet aus der Beratung aus.
Aufgrund der breiten Kenntnisse und Kompetenzen, die die Consultants bis dahin gesammelt haben, winkt jedoch fast immer ein attraktiver Wechsel in die Wirtschaft, häufig zu früheren Kunden. Ein Sprungbrett für eine erfolgreiche Karriere ist der Einstieg ins Consulting deshalb in jedem Fall.
Erfahrungen im Studium
Voraussetzung für einen solchen Aufstieg sind eine hohe Motivation und große Lernbereitschaft. „Es gibt für junge Consultants noch viel zu lernen, selbst wenn sie gut ausgebildet sind“, betont Lorena Klein. „Des Öfteren muss man zuerst mit einfachen Tätigkeiten beginnen, bevor man an die komplexen Themenstellungen herantreten kann.“
Ihr Tipp für die ersten Schritte ins Consulting lautet deshalb, sich schon während des Studiums mit der Branche auseinanderzusetzen und am Markt so gut es geht Erfahrungen zu sammeln: „Das hilft ungemein, um einerseits die richtige Berufung zu finden und andererseits mit der richtigen Erwartungshaltung in den ersten Job zu starten.“
7 Tipps für den Einstieg ins Consulting
1. Von Kollegen lernen
Ob Junior Consultants mit einigen Monaten Vorsprung, erfahrene Beraterinnen und Berater oder auch die Expertenteams im Backoffice – wer ins Consulting startet, ist von Expertise umgeben. Das sollten die Neulinge in der Branche nutzen, sich also möglichst viel von der Arbeitsweise der Kolleginnen und Kollegen abschauen. Wie bereiten sie Projekte vor, wie kommunizieren sie mit Kundinnen und Kunden, wie überzeugen sie mit ihren Präsentationen? Fragen zu stellen, ist keine Schande, im Gegenteil. Das sollte gut dosiert und nicht ununterbrochen während der Meetings und Kundentermine geschehen; Gelegenheit bietet sich dazu aber regelmäßig, auch informell beim Treffen in der Teeküche oder auf Dienstreisen.
2. Immer gut vorbereitet
Einige der Fragen von Einsteigerinnen und Einsteigern ins Consulting erledigen sich von selbst, wenn sie ihre ersten Meetings, Workshops und Projekte gründlich und akribisch vorbereiten. Diese Arbeitsweise behalten sie am besten während ihrer gesamten Laufbahn bei. Sammelt Infos über Branche und Unternehmen, konzentriert euch dabei aber auf wesentliche Quellen, fragt bei erfahrenen Consultants nach, was vorher mit diesem Kunden oder in dieser Branche schon lief und werdet so zu Experten im aktuellen Thema. Zeigt außerdem, dass ihr auch bei allgemeinen wirtschaftlichen Zusammenhängen und Entwicklungen up to date seid. Zur guten Vorbereitung gehört außerdem, sich mit der Technik gut auszukennen – also sich wirklich sicher mit den verwendeten Tools durch Präsentationen und Videokonferenzen bewegen zu können.
3. Prägnante Präsentationen
Zweck von Präsentationen vor und während Beratungsprojekten sind keine Faktensammlungen, sondern sie sollen den Unternehmen neben dem Istzustand auch den Weg in eine (bessere) Zukunft aufzeigen. So müssen sie auch aufgebaut werden: Inhalt und Ziel der Präsentation müssen klar sein, die einzelnen Schritte durch prägnante Schlagworte überschrieben werden, die erzählte Geschichte darf nicht hinter einem Wald aufeinanderfolgender Folien und Slides verschwinden. Und dennoch steht hinter allem die Liebe zum Detail: Flüchtigkeitsfehler machen angreifbar und sind deshalb zu vermeiden, Rechtschreibung und Layout müssen stimmen, Sicherheit im verwendeten Präsentationsprogramm (siehe „Immer gut vorbereitet“) ist Voraussetzung.
4. Proaktiv herangehen
Bei aller erforderlichen Gründlichkeit: Wer ins Consulting einsteigen möchte, darf keine zu introvertierte Persönlichkeit sein. Wartet also nicht nur darauf, was kommt, sondern übernehmt, wenn sie sich anbieten, proaktiv Aufgaben und befasst euch mit den aktuellen Themen, wenn sich ein neues Projekt andeutet. Neugierig und flexibel zu bleiben sowie ständige Lernbereitschaft gehören zu den wichtigsten Eigenschaften erfolgreicher Consultants, ebenso, die Perspektive anderer übernehmen zu können – sowohl von Kundinnen und Kunden als auch von Kolleginnen und Kollegen. Belohnt wird das mit einer unvergleichbar steilen persönlichen Lernkurve.
5. Selbstsicher und überzeugend auftreten
Consultants müssen ihre Projektpartner und Kundinnen und Kunden von neuen Lösungen und Strategien überzeugen können – entsprechend überzeugend und sicher müssen sie auch auftreten und wirken. Durch Erfahrung – und am besten begleitet durch Coachings – lernen sie, ihre Positionen und Vorschläge zu vertreten und zu verteidigen und dabei auch Widerstände zu überwinden. Das Beharrungsvermögen angesichts drohender Veränderungen ist oft groß. Mit stummem oder offenem Widerwillen müssen Consultants deshalb umgehen lernen. In solchen Situationen gilt es, Angriffe nicht persönlich zu nehmen, sondern ohne überhebliche Attitüde oder gar Arroganz auf der Sachebene zu bleiben. Umso überzeugender kommt die vertretene Linie rüber.
Wie der übliche Stil der Beratungsgesellschaft gegenüber ihren Kundinnen und Kunden ausfällt, müssen Junior Consultants dabei ebenfalls möglichst schnell herausfinden – der kann in einer jungen IT-Beratung ganz anders ausfallen als in einer Top-Strategieberatung.
6. Sich selbst nicht wichtig nehmen
Überzeugend aufzutreten, heißt nicht, sich selbst (zu) wichtig zu nehmen. In Consultingprojekten geht es einzig um den Erfolg der Kundinnen und Kunden und damit der Consultinggesellschaft. Deshalb heißt es, in der Sache und nicht durch neunmalkluge Kommentare zu glänzen. Pointierte Anmerkungen sollte man sich für Situationen und Projektphasen aufsparen, in denen sie wirklich Substanzielles beitragen – dann sitzen sie auch und bleiben in Erinnerung.
Kommunikationsstark und empathisch im Team zu arbeiten, ist das A und O im Beratungsgeschäft. Wer die nötige Teamfähigkeit nicht mitbringt, wird sich im Consultinggeschäft recht schnell einsam fühlen – und bald auch draußen sein.
7. Zielorientiert liefern
Kreative Ideen sind im Consulting immer gefragt und bringen in den Projekten oft den entscheidenden Dreh. Sie alleine reichen aber nicht aus. Es kommt auf die gelieferten Ergebnisse und den Weg bis zur Lösung an – einschließlich der einzelnen Schritte dorthin, insbesondere die, die man im Team selbst verantwortet. Diese (Teil-)Ziele sind im Blick zu halten. Dazu gehört auch einzuschätzen, welche Informationen für das Projekt relevant sind und welche nicht – und dabei ein Gespür für die angemessene Detailtiefe zu entwickeln und sich nicht in Daten zu verlieren. Und andererseits die nötige Geduld und Ausdauer bis zum Projekterfolg mitzubringen.
Consultingprojekte sind keine Sprints, sondern Langstreckenläufe. Dazu gehört, als Consultant, wo nötig, die berühmte Extrameile zu gehen.







